Anzeige
Anzeige
18. September 2015, 10:19
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

US-Notenbank schreckt vor Zinswende zurück

Die US-Notenbank zeigt sich von den jüngsten Börsen-Turbulenzen beeindruckt und spielt bei der Normalisierung ihrer Geldpolitik weiter auf Zeit. Der Leitzins bleibe unverändert auf dem Rekordtief zwischen null und 0,25 Prozent, teilte die Federal Reserve (Fed) in Washington mit.

Shutterstock 160884488 in US-Notenbank schreckt vor Zinswende zurück

Sitz der Federal Reserve Bank in Washington DC

Asoka Wöhrmann, CIO Deutsche Asset & Wealth Management, äußerte sich kritisch zu der Entscheidung: “Mit diesem Schritt hat sich die Fed den Erwartungen des Marktes gebeugt und einen Zinsschritt weiter verschoben. Damit hat die Fed erneut nur mit Worten agiert, während die Märkte weiter auf Taten warten müssen. Der ausgebliebene Zinsschritt beschneidet den Spielraum der Fed, die Zinspolitik proaktiv zu gestalten, da sich das Zeitfenster für einen Zinsschritt weiter verengt. Da die Märkte bekamen, wonach sie zuletzt verlangt hatten, dürften die Marktreaktionen verhalten bleiben. Tendenziell sollten Risikoanlagen leicht profitieren.”

Auf dem historisch niedrigen Niveau verharrt der Zins bereits seit dem Höhepunkt der weltweiten Finanzkrise Ende 2008. “Die Zinsanhebung erfordert weitere Verbesserungen am Arbeitsmarkt und eine Annäherung der Inflation an den Zielwert von zwei Prozent“, sagte Fed-Chefin Janet Yellen im Anschluss an den Zinsentscheid vor der Presse.

Die US-Wirtschaft wachse zwar moderat und die Lage am Arbeitsmarkt habe sich zuletzt weiter verbessert, heißt es im Fed-Statement. Doch die Währungshüter hoben auch die Unsicherheit an den internationalen Finanzmärkten hervor: “Globale wirtschaftliche und finanzielle Entwicklungen könnten die Konjunktur bremsen.” Diese Risiken würden beobachtet, betonte Yellen.

IWF will keinen Zinsschritt

Vor dem Hintergrund der jüngsten, vor allem von China ausgehenden Turbulenzen an den Finanzmärkten hatte unter anderem der Internationale Währungsfonds (IWF) die Fed aufgefordert, vorerst von einem Zinsschritt abzusehen. Die Verknappung des billigen Geldes würde Anleger noch nervöser machen, so die Befürchtung.

Ökonomen waren in ihren Erwartungen uneins – nur eine knappe Mehrheit hatte mit einer unveränderten Geldpolitik gerechnet. Die US-Konjunktur hat deutlich an Fahrt gewonnen, so dass die Stützung der Wirtschaft durch billiges Geld zunehmend umstritten ist.

Börsen reagieren negativ

Die weltweiten Börsen haben überwiegend negativ auf den Zinsentscheid der Fed reagiert. In Tokio und New York, wo nach dem Zinsentscheid bereits gehandelt wurde, ging es bergab. Börsianer hoben auf die zum Ausdruck kommende Konjunkturskepsis ab. Beim deutschen Leitindex Dax erwarteten die Anleger am Freitag einen Start leicht im Minus.

Warnung vor Verlust der Glaubwürdigkeit

Weiter lesen: 1 2

Anzeige

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 4/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Tech-Aktien – Fondspolicen – Baufinanzierung – Frauen in der Finanzberatung

Ab dem 16. März im Handel.

Cash. 3/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Pflegevorsorge - Small Caps - Zinshäuser - Digitalisierung - Honorarberatung - Leadsgewinnung - Nachfolge-Planung

Versicherungen

Münchener Verein baut Eigenkapitalbasis aus

Die Münchener Verein Versicherungsgruppe konnte im Geschäftsjahr 2016 ein Ergebnis nach Steuern in Höhe von 99,6 Millionen Euro erzielen. Das entspricht einer Steigerung von 5,1 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahr.

mehr ...

Immobilien

Die Top Sechs der teuersten und günstigsten Studentenstädte

Nicht alle Studenten leben gerne in WGs, in einigen Hochschulstädten ist das Leben ohne Mitbewohner aber besonders teuer. Immowelt hat untersucht, wo Studenten am teuersten wohnen und in welchen Städten die Mieten besonders niedrig sind.

mehr ...

Investmentfonds

Banken leihen sich von EZB 233,5 Milliarden Euro

Die europäischen Kreditinstitute haben vorerst die letzte Gelegenheit sehr stark genutzt, um sich zum Nullzins Kredite von der EZB zu besorgen. Auch in der Eurozone verdichten sich mittlerweile die Anzeichen für einen strafferen Notenbankkurs.

mehr ...

Berater

Sparkassen im Norden forcieren Online-Banking

Trotz wachsender Belastungen durch die Niedrigzinsen haben die Sparkassen in Schleswig-Holstein 2016 ihren Jahresüberschuss nach Steuern auf 143,2 Millionen Euro steigern können. Das teilt der Sparkassen- und Giroverband für Schleswig-Holstein mit. Um sinkenden Erträgen entgegenzuwirken, wollen die Sparkassen ihr digitales Angebots ausbauen.

mehr ...

Sachwertanlagen

US-Justiz ermittelt gegen Hapag-Lloyd und Møller-Maersk

Sprechen die großen Reedereien im Hinterzimmer ihre Preise ab? US-Behörden haben eine Untersuchung gegen die Branche eingeleitet. Stellung nehmen soll auch der deutsche Container-Riese Hapag Lloyd.

mehr ...

Recht

LV-Vertrag: Bei Änderung Steuerlast wie bei Neuabschluss

Wird ein Lebensversicherungsvertrag (LV-Vertrag) vor Ablauf der Vertragslaufzeit geändert, ohne dass die Modifikation von vornherein vertraglich vereinbart worden ist, liegt hinsichtlich der Änderungen aus ertragsteuerlicher Perspektive ein neuer Vertrag vor. Dies entschied der Bundesfinanzhof.

mehr ...