11. März 2016, 14:03

Commerzbank-Chef Blessing verdient zum Abschied mehr

Der erste Milliardengewinn seit fünf Jahren und die Rückkehr zu einer Dividende zahlen sich für den scheidenden Commerzbank-Chef Martin Blessing aus.

Commerzbank-Chef Blessing verdient zum Abschied mehr

Für das vergangene Jahr erhält Blessing insgesamt 1,7 Millionen Euro, gut sechs Prozent mehr als für 2014.

Für das vergangene Jahr kassierte der Manager insgesamt 1,7 Millionen Euro, gut sechs Prozent mehr als für 2014, wie aus dem am Freitag veröffentlichten Geschäftsbericht hervorgeht. Damit bekommt Blessing so viel wie nie in seiner achtjährigen Amtszeit an der Spitze der Bank.

Der Gesamtvorstand bekam nach 7,6 Millionen Euro für 2014 nun rund 8,5 Millionen Euro ausgezahlt. Privatkundenvorstand Martin Zielke, der Blessing Anfang Mai als Vorstandschef ablöst, erhielt knapp 1,2 Millionen Euro.

3,1 Millionen Euro Gesamtvergütung für 2015 

Weitere Bonuszahlungen in bar und in Aktien können in den kommenden Jahren noch für die sieben Vorstände folgen, wenn sich der aktuelle Geschäftserfolg als nachhaltig erweist. Nach derzeitigem Stand würde sich die Gesamtvergütung Blessings für 2015 dann auf knapp 3,1 Millionen Euro belaufen nach 2,9 Millionen Euro vor einem Jahr.

Für das gesamte Top-Management belaufen sich die Vergütungsansprüche auf 14,1 Millionen Euro nach 13,4 Millionen ein Jahr zuvor. Blessing hatte in den vergangenen Jahren das Geldhaus wieder auf Erholungskurs gebracht. Die Commerzbank war in der Finanzkrise vom Steuerzahler mit 18,2 Milliarden Euro gerettet worden.

Erstmals seit Finanzkrise Dividende

Damit verbunden war zunächst auch eine Gehaltsbegrenzung. Die Vorstände durften von 2008 bis 2011 nur jeweils 500 000 Euro pro Jahr verdienen. Erst als ein großer Teil der Staatshilfen 2012 zurückgezahlt war, wurde der Gehaltsdeckel aufgehoben. Blessing verzichtete allerdings noch bis 2014 auf einen ihm zustehenden Bonus.

Im vergangenen Jahr hatte die Commerzbank ihren Überschuss auf 1,06 Milliarden Euro fast vervierfacht und erwartet auch in diesem Jahr trotz des Zinstiefs zumindest leichte Zuwächse. Erstmals seit der Finanzkrise gibt es eine Dividende für die Aktionäre. Sie sollen 20 Cent je Aktie bekommen.

Keine Boni für Mitarbeiter

Damit ist das Institut nach Blessings Ansicht wieder eine normale Bank. Er sieht nun den richtigen Zeitpunkt für einen Abschied gekommen. Im vergangenen Herbst hatte Blessing angekündigt, seinen Vertrag nicht zu verlängern. Am Sonntag schließlich kürte das Kontrollgremium den Privatkundenexperten Zielke zum Nachfolger.

Bei den Mitarbeitern kommt von dem Milliardengewinn nicht viel an. Einen gewinnabhängigen Bonus bekommen sie zum Ärger des Betriebsrats nicht. Der Vorstand begründet das damit, dass die Bank noch nicht ausreichend rentabel sei.

Quelle: dpa-AFX

Foto: Shutterstock

 


Aktuelle Beiträge
Folgen Sie uns:
Aktuelle Beiträge aus dem Ressort Märkte


Topaktuelle Themen auf der Startseite


Cash.Aktuell

Cash. 8/2016

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Global gewinnt - BU - Gewerbehaftpflicht - Private Equity - Wohnimmobilienmarkt Berlin- Hitliste der Vertriebe - Digitalisierung

Ab dem 14. Juli im Handel.

Cash. 07/2016

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Income-Fonds  – Mr. Dax im Fonds-Gespräch – PKV - Ferienimmobilien - Recruiting

Ihre Meinung

Mehr Cash.

Versicherungen

USA stemmen sich gegen Neuordnung des Krankenversicherungsmarktes

Die geplante Neuordnung des US-Krankenversicherungsmarktes bekommt heftigen Gegenwind von der Regierung.

mehr ...

Immobilien

Baugeldzinsen fallen unter Ein-Prozent-Grenze

Auf der jüngsten Ratssitzung hat die EZB eine Ausweitung der Anleihe-Käufe angekündigt: Das milliardenschwere Kaufprogramm von Staats- und Unternehmensanleihen soll bis mindestens März 2017 laufen, notfalls auch darüber hinaus.

mehr ...

Investmentfonds

Nintendo-Aktie nach Pokemon-Hype überbewertet

An der Frankfurter Börse ist die Aktie von Nintendo binnen weniger Tage von 130 Euro bis auf zeitweise über 260 Euro gestiegen. Viele Kleinanleger sprangen auf den Zug auf, da sie auf den schnellen Gewinn hoffen. Das Gegenteil könnte aber eintreten.

mehr ...
21.07.2016

Draghi ist am Zug

Berater

BCA kooperiert mit Weltsparen

Wie der Oberurseler Maklerpool BCA mitteilt, arbeitet er künftig mit dem Fintech Weltsparen zusammen. Über ein eigens bereitgestelltes Portal sollen Makler gemeinsam mit ihren Kunden Festgeldangebote anbschließen können.

mehr ...

Sachwertanlagen

KGAL kauft Windräder in Burgund

Der Asset Manager KGAL hat seinen zehnten Windpark in Frankreich erworben. Der Windpark Clamecy mit einer Gesamtgröße von 12,3 Megawatt ist seit Dezember 2013 in Betrieb. Verkäufer sind Abo Invest und Abo Wind.

mehr ...

Recht

Altersvorsorge: Verfassungsrichter tasten nachgelagerte Besteuerung nicht an

Die steuerliche Behandlung von Ausgaben für die Altersvorsorge verstößt nicht gegen das Grundgesetz. Zwei Verfassungsbeschwerden hatten keinen Erfolg, wie am Mittwoch in Karlsruhe mitgeteilt wurde.

mehr ...