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12. Januar 2016, 10:40
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Deutsche sind in Geldfragen geduldig

Beim Thema Geld sind die Deutschen nach einer Studie im internationalen Vergleich am geduldigsten. Sie bevorzugen nicht das schnelle Geld, sondern warten lieber ab, wenn damit eine höhere Auszahlung verbunden ist, sagte der Professor für Finanzwirtschaft an der Universität Trier, Marc Oliver Rieger, der Deutschen Presse-Agentur.

Deutsche sind in Geldfragen geduldig

Beim Thema Geld sind die Deutschen nach einer Studie im internationalen Vergleich am geduldigsten.

Das habe eine groß angelegte Untersuchung ergeben, bei der rund 7000 Menschen in 52 Ländern befragt wurden. Die Befragten mussten entscheiden, ob sie einen bestimmten Betrag lieber sofort oder einen etwas höheren in einem Monat bevorzugten.

Der Anteil der Menschen, die warten wollten, sei in Deutschland am höchsten gewesen, sagte Rieger. Auf Platz zwei und drei folgten die Schweiz und Belgien. Als “ungeduldigste Länder” schnitten Georgien, Tansania und Nigeria ab.

Politische Stabilität spielt große Roll

“Überraschend ist für mich gewesen, wie klar herausgekommen ist, dass kulturelle Faktoren in Wirtschaftsfragen eine Rolle spielen”, sagte der Professor zur Studie, die gerade online im “Journal of Economic Psychology” erschienen ist. Rieger hat sie seit 2007 mit Kollegen an der wissenschaftlichen Hochschule für Unternehmensführung in Vallendar (Professorin Mei Wang) und an der Uni Zürich (Professor Thorsten Hens) erstellt.

Natürlich spiele bei der Beantwortung der Frage die wirtschaftliche und politische Stabilität eines Landes eine große Rolle: Bei großer Unsicherheit liege es nahe, das Geld sofort zu wollen. Allein dadurch ließen sich aber die Unterschiede nicht erklären.

Die USA etwa habe in der Studie nur Platz 24 erreicht, das deutlich weniger wohlhabende Tschechien dagegen Platz 9. “Geduldige Länder” wiesen ein besseres Credit-Rating auf als “ungeduldige”, sagte Rieger.

Interessant sei auch, dass die Geduldsfrage auch die Eurozone spalte. Südeuropäische Länder wie Griechenland (43), Spanien (44) und Italien (46) landeten nämlich am Ende der Tabelle. Hinter den Problemen der Eurozone in den letzten Jahren stecke also wohl mehr: “Ein tiefer, augenscheinlich kulturell verankerter Unterschied in den Zeitpräferenzen, der quer durch die Euroländer verläuft”, sagte er.

Quelle: dpa-AFX

Foto: Shutterstock

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