Anzeige
Anzeige
29. Januar 2016, 14:20
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Strafzins für Banken jetzt auch in Japan

Japans Notenbank führt Negativzinsen für heimische Banken ein. Doch trifft die “Kuroda Bazooka” am Ende auch wirklich ins Ziel?

Kuroda in Strafzins für Banken jetzt auch in Japan

Haruhiko Kuroda, Bank of Japan, will Nippons Banken zu verstärkter Kreditvergabe bewegen

Auch in Japan sollen Strafgebühren für Banken helfen, die schwächelnde Wirtschaft anzukurbeln. Die Zentralbank in Tokio beschloss überraschend die Einführung eines Negativzinses. Sein Ziel ist es, Geschäftsbanken – ähnlich wie bereits in der Eurozone – davon abzuhalten, große Mengen an Geld bei der Notenbank zu parken, anstatt sie als Kredite für Investitionen an die Unternehmen zu vergeben.

Weitere Schritte angekündigt

Wie die Bank of Japan (BoJ) am Freitag nach dem Abschluss zweitägiger Beratungen bekannt gab, wird künftig ein Zins von minus 0,1 Prozent auf bestimmte Geschäftsbanken-Einlagen erhoben. Seit 2014 fährt auch die Europäische Zentralbank (EZB) eine solche Strategie, im Euroraum liegt der negative Einlagezins derzeit bei minus 0,3 Prozent. Man werde die Zinsen noch weiter in den Minusbereich senken, sollte dies notwendig sein, erklärten die Zentralbanker der drittgrößten Volkswirtschaft der Welt. Die Entscheidung wurde knapp mit fünf zu vier Stimmen gefällt.

Wirkung der Maßnahme umstritten

Manche Ökonomen zweifeln indes an der Wirkung: Ohne Strukturreformen werde Japans Wirtschaft nicht auf die Beine kommen. Neben der oft als zu schleppend kritisierten Kreditvergabe ist die geringe Inflation auch für Japan ein Problem. Die BoJ beschloss, die Geldmenge unverändert um 80 Billionen Yen (rund 617 Milliarden Euro) pro Jahr auszuweiten – dies soll die Teuerung anheizen. Gelingt das auf Dauer nicht, könnten Verbraucher und Firmen in Erwartung weiter sinkender Preise Käufe und Investitionen immer mehr verschieben. Dann könnte der gesamten Wirtschaft eine Abwärtsspirale drohen.

Börsen reagieren positiv

Die Tokioter Börse zog in Reaktion auf die Entscheidungen der Notenbank kräftig an. Der Nikkei-Index für 225 führende Werte kletterte um 476,85 Punkte oder 2,80 Prozent auf den Stand von 17.518,30 Zählern, während der japanische Yen im Vergleich zu anderen Währungen deutlich nachgab. Auch die Frankfurter Börse legte zu. Die Notenbanker in Japan kämpfen darum, nach fast zwei Jahrzehnten stetig fallender Preise ein Inflationsziel von zwei Prozent zu erreichen. Doch das gestaltet sich nicht zuletzt wegen des rasanten Ölpreisverfalls schwierig.

Erwartungen an Inflation gedrosselt

Nun verschob die BoJ das Ziel abermals nach hinten; sie peilt die zwei Prozent Teuerungsrate für die erste Hälfte des Haushaltsjahres 2017/2018 an, das am 1. April beginnt. Für das nächste Fiskaljahr geht man jetzt von 0,8 Prozent Inflation aus. Im Oktober lag die Erwartung hier noch bei 1,4 Prozent. Am Finanzmarkt war der Druck auf die Notenbank zuletzt gewachsen, die geldpolitischen Zügel wegen der Flaute beim größten Handelspartner China sowie des geringen Preisanstiegs im Inland abermals zu lockern.

Seite zwei: Ökonomen bemängeln Fehlen zugesagter Reformen

Weiter lesen: 1 2

Anzeige

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 2/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Absolute-Return – Insurtechs – Robo Advisors – Denkmalimmobilien


Ab dem 26. Januar im Handel.

Cash. 1/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Trumps Sieg in Rendite ummünzen - Themen, Produktangebote und Trends 2017 - Rentenreform

Versicherungen

Krankenkassen kritisieren Gröhe für Eingriffe in die Selbstverwaltung

Die gesetzlichen Krankenkassen haben die von Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) geplanten Eingriffe in das Selbstverwaltungsrecht im Gesundheitswesen scharf kritisiert.

mehr ...

Immobilien

Interhyp: Immobilienkäufer können aufatmen

Die EZB behält ihre Geldpolitik vorerst bei, das legte sie auf ihrer geldpolitischen Sitzung am Donnerstag fest. Daher erwarten Immobilienexperten, dass die Baugeldzinsen zunächst niedrig bleiben, wie aus dem Interhyp-Bauzins-Trendbarometer hervorgeht.

mehr ...

Investmentfonds

Moventum sieht Chancen dank Trumponomics

Viele Investmentexperten sehen die Amtseinführung von Trump mittlerweile skeptisch. Moventum sieht hingegen verstärkt die positiven Aspekte.

mehr ...

Berater

IDD: AfW kritisiert Regierungsentwurf

Der Gesetzesentwurf zur Umsetzung der europäischen Vertriebsrichtlinie (IDD) in deutsches Recht hat gestern das Bundeskabinett passiert. Nach Ansicht des AfW – Bundesverband Finanzdienstleistung e.V. hat es die Regierung versäumt, wichtige Änderungen vorzunehmen.

mehr ...

Sachwertanlagen

Doric zieht positive Bilanz für 2016

Quadoro Doric hat mit der kernsanierten Büroimmobilie Trappenburch in Utrecht eine weitere Immobilie für den offenen Spezial-AIF Vescore Sustainable Real Estate Europe übernommen und damit das Jahr 2016 erfolgreich abgeschlossen.

mehr ...

Recht

LV-Verträge als Kreditsicherung: Widerspruchsrecht verwirkt

Werden Lebensversicherungsverträge zur Immobilienfinanzierung eingesetzt, kann das Widerspruchsrecht des Versicherten verwirkt sein, auch wenn die Widerspruchsbelehrungen der Policen nicht korrekt sind. Knackpunkt ist die Bedeutung der Policen als Sicherungsmittel.

mehr ...