Anzeige
9. Dezember 2014, 10:17
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Wölbern-Prozess: Sicherheiten im Fokus

Im Prozess gegen Prof. Dr. Heinrich Maria S., den ehemaligen Inhaber und Chef von Wölbern Invest, hat Matthias B. als Zeuge ausgesagt, Geschäftsführer einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft. Dabei ging es um die Frage, ob den Geldentnahmen aus den Immobilienfonds umfangreiche Sicherheiten gegenüberstanden, wie S. behauptet.

Shutterstock 96699808 in Wölbern-Prozess: Sicherheiten im Fokus

Der Prozess vor der Großen Strafkammer des Hamburger Landgerichts dauert voraussichtlich noch bis März.

Die Wirtschaftsprüfer waren von Wölbern mit der Prüfung der Werthaltigkeit der Sicherheiten beauftragt worden. Nicht geprüft wurde laut B., ob sie tatsächlich realisiert werden können.

Als “maßgebliche Sicherheit” sei die Abtretung künftiger Zahlungsansprüche des finnischen Gentherapie-Spezialisten FKD aus dem Patent für ein Blasenkrebsmittel eingestuft worden. FKD wurde von S. betrieben, der mit dem Pharmaunternehmen Ferring aus der Schweiz über einen Lizenzvertrag für das Medikament verhandelte.

S. habe damals erklärt, dass mit dem Vertragsabschluss innerhalb von zwei Monaten zu rechnen sei, sagte B aus. Die Wahrscheinlichkeit, dass der Vertrag tatsächlich zustande kommt, sei von den Wirtschaftsprüfern mit über 50 Prozent eingestuft worden. Mit dem potenziellen Vertragspartner Ferring habe man aber nicht über die Abschlusswahrscheinlichkeit gesprochen.

Sicherheit angeblich in dreistelliger Millionenhöhe

Der Wert der Sicherheit wurde laut B. mit insgesamt 125,6 Millionen Euro veranschlagt. Die Zulassungswahrscheinlichkeit für das Medikament hätten Experten als hoch eingeschätzt, erste Anwendungstests seien erfolgreich verlaufen. Mit der tatsächlichen Zahlung rechneten die Wirtschaftsprüfer allerdings erst für das Jahr 2021.

Nach der Verhaftung von S. und der Insolvenz von Wölbern Invest sei nicht mehr gewährleistet gewesen, dass der Vertrag zwischen FKD und Ferring noch zustande kommt, da S. bei den Verhandlungen eine maßgebliche Rolle gespielt habe. Entsprechend wäre die Sicherheit “in sich zusammengefallen”, so B.

Angeklagter streitet Vorwürfe ab

S. wird gewerbsmäßige Untreue in 360 Fällen vorgeworfen. Laut Staatsanwaltschaft Hamburg soll er 137 Millionen Euro aus Immobilienfonds unrechtmäßig abgezweigt haben. In Höhe von 37 Millionen Euro soll er sich persönlich bereichert haben. S. bestreitet die Vorwürfe. Der frühere Wölbern-Chef war im September vergangenen Jahres verhaftet worden und sitzt seitdem in Untersuchungshaft. (kb)

Foto: Shutterstock

Anzeige

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 4/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Tech-Aktien – Fondspolicen – Baufinanzierung – Frauen in der Finanzberatung

Ab dem 16. März im Handel.

Cash. 3/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Pflegevorsorge - Small Caps - Zinshäuser - Digitalisierung - Honorarberatung - Leadsgewinnung - Nachfolge-Planung

Versicherungen

VZBV: “Restschuldversicherungen sind maßlos überteuert”

Der Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) fordert, dass Restschuldversicherungen künftig nur noch separat und nicht gekoppelt an Kreditverträge vermittelt werden dürfen. Das sollte nach dem Willen der Verbraucherschützer im Umsetzungsgesetz der EU-Richtlinie Insurance Distribution Directive (IDD) verankert werden.

mehr ...

Immobilien

Bauhauptgewerbe verzeichnet besten Jahresstart seit 1996

Das Bauhauptgewerbe startet erfolgreich in 2017, es verzeichnete zuletzt vor über 20 Jahren mehr Auftragseingänge zu Beginn eines Jahres. Im Vergleich zum Vormonat Dezember sind die Aufträge jedoch leicht gesunken.

mehr ...

Investmentfonds

Deutsche Börse tritt auf Kostenbremse

Die Deutsche Börse plant kurzfristig Einsparungen in mindestens zweistelliger Millionenhöhe. Zudem gilt zunächst ein Einstellungsstopp für fast alle Bereiche. Der Konzern reagiert damit auf sinkende Umsätze und das erwartete Scheitern der Fusion mit der London Stock Exchange (LSE).

mehr ...

Berater

Patientenverfügung: BGH präzisiert Anforderungen

Im Einzelfall kann sich die erforderliche Konkretisierung in einer Patientenverfügung auch durch Bezugnahme auf ausreichend spezifizierte Krankheiten oder Behandlungssituationen ergeben – ohne detaillierte Benennung bestimmter ärztlicher Maßnahmen. Das geht aus einem aktuellen Beschluss des Bundesgerichtshofs (BGH) hervor.

mehr ...

Sachwertanlagen

Weitere Ausschüttung für Anleger der Deutschen Finance

Die Geschäftsführung des PPP Privilege Private Partners Fund des Asset Managers Deutsche Finance aus München wird den Anlegern nach einer erfolgreichen Zielfonds-Transaktion für das Geschäftsjahr 2017 eine Vorabausschüttung in Höhe von 15 Prozent vorschlagen.

mehr ...
24.03.2017

Lacuna goes Canada

Recht

LV-Vertrag: Bei Änderung Steuerlast wie bei Neuabschluss

Wird ein Lebensversicherungsvertrag (LV-Vertrag) vor Ablauf der Vertragslaufzeit geändert, ohne dass die Modifikation von vornherein vertraglich vereinbart worden ist, liegt hinsichtlich der Änderungen aus ertragsteuerlicher Perspektive ein neuer Vertrag vor. Dies entschied der Bundesfinanzhof.

mehr ...