Anzeige
21. Januar 2016, 09:40
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

“Nicht verständlich und nicht nachvollziehbar”

Wolf Römmig, einer der Verteidiger von Prof. Dr. Heinrich Maria Schulte, hat die Entscheidung des Bundesgerichtshofs (BGH), die Revision Schultes gegen seine Verurteilung abzulehnen, gegenüber Cash.Online deutlich kritisiert.

Shutterstock 140867215 in Nicht verständlich und nicht nachvollziehbar

Die Verurteilung Schultes ist mit der BGH-Entscheidung rechtskräftig.

Er habe nicht damit gerechnet, dass der BGH das Urteil bestätigen würde, erklärte Römmig und erneuerte seine Kritik am Verlauf des Prozesses vor dem Hamburger Landgericht: “Der Umstand, dass eine Schöffin wenige Tage vor dem Urteil wegen einer Hochzeitsreise mit Genehmigung des Gerichts aus dem Verfahren ausscheiden durfte und durch eine Ergänzungsschöffin ersetzt wurde, hat Prof. Schulte den gesetzlichen Richter willkürlich entzogen.”

Der das Grundgesetz bestimmende Gedanke des Rechts auf den gesetzlichen Richter sei schwerwiegend verletzt worden, die Entscheidung des BGH von daher “nicht verständlich” und “auch nicht nachvollziehbar.”

Acht Jahre und sechs Monate Haft

Der BGH hatte die Revision Schultes gegen das Urteil als unbegründet abgelehnt. Seine Verurteilung ist damit rechtskräftig.

Schulte, ehemaliger Inhaber und Chef des Emissionshauses Wölbern Invest, war im April 2015 vom Hamburger Landgericht zu einer Haftstrafe von acht Jahren und sechs Monaten verurteilt worden. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass Schulte sich der gewerbsmäßigen Untreue schuldig gemacht hat. Er habe in 327 Fällen Fondsgelder in Höhe von insgesamt 147 Millionen Euro bewusst zweckentfremdet. (kb)

Foto: Shutterstock

Anzeige

1 Kommentar

  1. Natürlich hat jeder Angeklagte das Recht auf ein faires Verfahren. Wenn auf Grund eines fehlerhaften Verfahrens eine unangemessene Strafe verhängt wird, muss der BGH das erstinstanzliche Urteil daher aufheben. Allerdings erscheint es zweifelhaft, ob im Fall Wölbern, der vielen Anleger unmittelbar und einer gesamten Branche mittelbar geschadet hat, die Strafe unangemessen ist. Offensichtlich hat Herr Schulte nicht den notwendigen Anstand, die Strafe zu akzeptieren. Die fehlende Schuldeinsicht ist eine Verhöhnung der Opfer!

    Kommentar von Tellerwaescher — 24. Januar 2016 @ 23:24

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 1/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Trumps Sieg in Rendite ummünzen - Themen, Produktangebote und Trends 2017 - Rentenreform - IDD

Ab dem 15. Dezember im Handel!

Cash. 12/2016

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Flaggschiff-Fonds – IDW S4-Standard – Crowdinvesting – Bankenwelt

Versicherungen

Rating: Die wirtschaftlich solidesten Krankenversicherer

Das Institut für Vorsorge und Finanzplanung (IVFP) hat die Ergebnisse seines diesjährigen Folgeratings “KV Unternehmensqualität 2016” veröffentlicht. Darin werden die wichtigsten Kennzahlen zusammengefasst und die Marktteilnehmer verglichen.

mehr ...

Immobilien

Tüv-Süd-Mitarbeiter sollen intern S&K-Prüfung kritisiert haben

Im Ermittlungskomplex um millionenschwere Anlagebetrügereien beim Frankfurter Immobilienunternehmen S&K sind neue Vorwürfe gegen die Prüfgesellschaft Tüv Süd bekannt geworden.

mehr ...

Investmentfonds

“Falken im Rat der EZB auf dem Vormarsch”

Die EZB hat auf ihrer heutigen Ratssitzung beschlossen, den Leitzins bei null Prozent zu belassen und das Anleihekaufprogramm bis Ende Dezember 2017 zu verlängern. So urteilt die Branche über die überraschende Ankündigung

mehr ...

Berater

Künstliche Intelligenz wird zur Schlüsseltechnologie

Künstliche Intelligenz wird bereits in drei bis fünf Jahren eigenständig zentrale Aufgaben von Finanzdienstleistern übernehmen und dabei wiederkehrende Prozesse automatisieren, Handlungsempfehlungen liefern und komplexe Analysen erstellen. Das zeigen aktuelle Marktanalysen der auf Finanzdienstleister spezialisierten Unternehmensberatung Cofinpro.

mehr ...

Sachwertanlagen

Chef von Hamburg Süd: Verkauf war “nicht zwingend notwendig”

Der Verkauf der Reederei Hamburg Süd an den dänischen Maersk-Konzern ist nach Angaben des Reederei-Chefs Ottmar Gast “nicht zwingend notwendig gewesen”.

mehr ...

Recht

Erstes Urteil im S&K-Prozess

Das Landgericht Frankfurt hat den Hamburger Unternehmer Hauke B. in Zusammenhang mit dem Skandal um das Frankfurter Immobilienunternehmen S&K zu einer Haftstrafe von fünf Jahren und drei Monaten verurteilt.

mehr ...