Anzeige
2. Juni 2014, 11:30
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

DZAG-Umfrage: Preis wichtiger als Information

Aktien und Sachwertbeteiligungen haben das größte Potenzial, die derzeitige Zurückhaltung der Anleger aufzulösen: Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Umfrage der Deutschen Zweitmarkt AG (DZAG). Am Zweitmarkt ist für Anleger demnach der Preis besonders wichtig.

Jan-Peter-Schmidt Querformat in DZAG-Umfrage: Preis wichtiger als Information

Jan-Peter Schmidt, Vorstand der Deutschen Zweitmarkt AG

An der Umfrage haben sich 311 Personen bzw. Firmen beteiligt, darunter Privatpersonen, Emissionshäuser, Banken, institutionelle Investoren, Vertriebe/Vermittler, Rechtsanwaltskanzleien, Wirtschaftsprüfer und Journalisten. Den Großteil machen Privatpersonen mit 61,9 Prozent aus.

Die Befragten gaben an, dass sie bei Aktien (60 Prozent) und Sachwertbeteiligungen (57,9 Prozent) das größte Potenzial sehen. An dritter Stelle folgen Investmentfonds mit 42,1 Prozent. Das Potenzial von Gold und Silber (19,3 Prozent) sowie Spar- und Termineinlagen (jeweils 14,7 Prozent) schätzen die Befragten eher schwächer ein.

DZAG-Grafik-AnlagenPotenzial2014 in DZAG-Umfrage: Preis wichtiger als Information

Die Befragten schreiben Aktien und Sachwertbeteiligungen die größten Chancen zu.

“Anleger suchen derzeit Investitionsmöglichkeiten, die sie inhaltlich verstehen und nachvollziehen können. Aktien von Unternehmen, die sie aus dem Alltag kennen, und Sachwerte, die sie sprichwörtlich anfassen können, sind Teil ihrer Lebenswelt und damit weniger ein abstraktes Finanzinstrument, sondern ein Gegenwert mit Substanz”, erklärt DZAG-Vorstand Jan-Peter Schmidt gegenüber Cash.Online.

Eine Auswertung speziell der Antworten der Vertriebe und Vermittler ergab, dass diese bei Sachwertbeteiligungen (58,9 Prozent) das größte Potenzial sehen. An zweiter Stelle liegen bei ihnen Investmentfonds mit 48,2 Prozent. Aktien kommen mit 44,6 Prozent erst an dritter Stelle. Gold und Silber schätzen sie mit 32,1 Prozent dagegen deutlich stärker ein als die Gesamtheit der Befragten.

Weniger Investmentanlagen, mehr Barmittel erwartet

Die Mehrheit der Befragten (74 Prozent) ist der Ansicht, dass die abwartende Haltung der Anleger dazu führen wird, dass der Anteil von Investmentanlagen am Geldvermögen sinkt und der Anteil der Barmittel und Einlagen steigt. Lediglich 14,7 Prozent sehen diese Folge nicht.

Zudem sind fast zwei Drittel der Befragten (74,7 Prozent) skeptisch in Bezug auf die generelle Risikobereitschaft von Anlegern. Sie glauben, dass die Risikobereitschaft mittelfristig (41,4 Prozent) bzw. auf Dauer (33,3 Prozent) gesunken ist.

DZAG-Grafik-Risikobreitschaft2014 in DZAG-Umfrage: Preis wichtiger als Information

Die Risikobereitschaft der Anleger ist nach Einschätzung der Befragten gesunken.

Die Mehrzahl der Anleger (86,4 Prozent) hält es für einen Vorteil, die Entwicklung einer Beteiligung in der Vergangenheit bei einer Investitionsentscheidung heranzuziehen.

77,2 Prozent der Befragten sehen im Erwerb von Investmentbeteiligungen über den Zweitmarkt eine interessante Alternative gegenüber dem Erstmarkt – insbesondere vor dem Hintergrund der Regulierung. Allerdings sind Anleger nicht bereit, für ein Mehr an Informationen zu bezahlen – nach wie vor sind sie bei einem Kauf bzw. Verkauf über den Zweitmarkt hauptsächlich (84 bzw. 90 Prozent) am Preis für die Beteiligung interessiert. Das Kriterium der Information ist dagegen nur für 49 bzw. 30 Prozent der Befragten besonders wichtig.

Individuelle Betreuung gilt als selbstverständlich

“Dies überrascht natürlich auf den ersten Blick. So haben wir doch in den letzten Jahren gelernt, dass Information das A und O bei einer Investmententscheidung sein sollte – ja sogar auch danach noch ist. Und doch erleben wir im Tagesgeschäft, dass Kunden eine individuelle Betreuung des An- und Verkaufs von Investmentbeteiligungen schätzen, dies aber als selbstverständliche Dienstleistung voraussetzen”, sagt Schmidt.

Reine Internetplattformen für Fonds würden daher künftig an Bedeutung verlieren. “Da Beteiligungen auf dem Zweitmarkt allerdings über einen nachvollziehbaren Track Record verfügen, der kostenfrei und transparent ist, sehen wir hier eher noch die Vorteile des Zweitmarkts bestätigt”, betont Schmidt. (kb)

Foto: DZAG

Anzeige

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 4/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Tech-Aktien – Fondspolicen – Baufinanzierung – Frauen in der Finanzberatung

Ab dem 16. März im Handel.

Cash. 3/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Pflegevorsorge - Small Caps - Zinshäuser - Digitalisierung - Honorarberatung - Leadsgewinnung - Nachfolge-Planung

Versicherungen

Elternunterhalt: Betreuungsleistung nicht einkommensmindernd

Im Rahmen einer Überprüfung der Leistungsfähigkeit für den Elternunterhalt ist die vom Unterhaltsschuldner an sein minderjähriges Kind geleistete Betreuung nicht zu monetarisieren und kann somit nicht einkommensmindernd geltend gemacht werden, so der BGH.

mehr ...

Immobilien

Die Top Sechs der teuersten und günstigsten Studentenstädte

Nicht alle Studenten leben gerne in WGs, in einigen Hochschulstädten ist das Leben ohne Mitbewohner aber besonders teuer. Immowelt hat untersucht, wo Studenten am teuersten wohnen und in welchen Städten die Mieten besonders niedrig sind.

mehr ...

Investmentfonds

Banken leihen sich von EZB 233,5 Milliarden Euro

Die europäischen Kreditinstitute haben vorerst die letzte Gelegenheit sehr stark genutzt, um sich zum Nullzins Kredite von der EZB zu besorgen. Auch in der Eurozone verdichten sich mittlerweile die Anzeichen für einen strafferen Notenbankkurs.

mehr ...

Berater

Sparkassen im Norden forcieren Online-Banking

Trotz wachsender Belastungen durch die Niedrigzinsen haben die Sparkassen in Schleswig-Holstein 2016 ihren Jahresüberschuss nach Steuern auf 143,2 Millionen Euro steigern können. Das teilt der Sparkassen- und Giroverband für Schleswig-Holstein mit. Um sinkenden Erträgen entgegenzuwirken, wollen die Sparkassen ihr digitales Angebots ausbauen.

mehr ...

Sachwertanlagen

US-Justiz ermittelt gegen Hapag-Lloyd und Møller-Maersk

Sprechen die großen Reedereien im Hinterzimmer ihre Preise ab? US-Behörden haben eine Untersuchung gegen die Branche eingeleitet. Stellung nehmen soll auch der deutsche Container-Riese Hapag Lloyd.

mehr ...

Recht

LV-Vertrag: Bei Änderung Steuerlast wie bei Neuabschluss

Wird ein Lebensversicherungsvertrag (LV-Vertrag) vor Ablauf der Vertragslaufzeit geändert, ohne dass die Modifikation von vornherein vertraglich vereinbart worden ist, liegt hinsichtlich der Änderungen aus ertragsteuerlicher Perspektive ein neuer Vertrag vor. Dies entschied der Bundesfinanzhof.

mehr ...