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21. April 2005, 00:00
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Absatz von Fondpolicen gestiegen

Die Versicherungswirtschaft hat 2004 durch den Wegfall der Steuerermäßigung für Kapitallebensversicherungen einen außerordentlichen Zuwachs im Neugeschäft mit Lebensversicherungsprodukten erlebt. Das ist das Ergebnis des Updates für fondsgebundene Lebensversicherungen (FLV)der internationalen Unternehmensberatung Tillinghast, einem von drei Geschäftsbereichen von Towers Perrin.

Der Neuzugang an laufenden Beiträgen aus FLV im Jahr 2004 betrug laut Tillinghast 2,37 Milliarden Euro. Dies entspricht einer Steigerung um rund 106 Prozent gegenüber dem Vorjahr (1,15 Milliarden Euro) und einem Wachstum um fast 61 Prozent gegenüber dem bisherigen Höchststand 2001 (1,46 Milliarden Euro). Nach Meinung von Tillinghast sind diese Ergebnisse nicht nur auf den Wegfall des Steuerprivilegs zum Ende 2004 zurückzuführen, sondern auch auf das neue Vorsorge-Bewusstsein der Bürger. Darüber hinaus gewinnen Kunden das Vertrauen in Aktienanlagen zurück und stehen fondsgebundenen Produkten wieder aufgeschlossener gegenüber.

Das fondsgebundene Riester-Geschäft dagegen ist weiter deutlich eingebrochen und hat derzeit einen kaum nennenswerten Marktanteil von 0,2 Prozent. Mohammad Majidi, Consultant bei Tillinghast und Autor der Studie, ist erst für 2006 wieder optimistisch: ?Durch die zweite Riester-Treppe – die Verdreifachung der Bezugsgrößen – im Jahr 2006 ist zu erwarten, dass das Geschäft durch die damit verbundene Dynamisierung von Altverträgen etwas an Fahrt gewinnt. Im Jahr 2005 ergibt sich lediglich durch die Vereinfachung der Riester-Rente ein Vorteil bei der Versicherung der letzten abschlusswilligen Männer.” Nachteilig werde sich dagegen die Einführung von Unisextarifen auf das Riester-Neugeschäft auswirken.

Neben der Anlage in individuelle Fonds wünschen Kunden weitere Zusatzprodukte: Knapp 20 Prozent der Neukunden investieren in Dachfonds und Fonds mit Ablaufmanagement. Unter den Zusatzversicherungen hat insbesondere die Berufsunfähigkeitsversicherung mit rund 20 Prozent einen nennenswerten Anteil.

43 von 72 angegebenen Fondsprodukten werden mit Garantien angeboten. Tillinghast glaubt sieht jedoch, dass die Bedeutung von Garantien im Falle eines Aufschwungs am Kapitalmarkt nachlassen wird: ?Garantien kosten langfristig Performance und sind oft nur wenig flexibel?, erklärt Majidi. Im laufenden Jahr rechnet Tillinghast mit einem deutlichen Einbruch des Geschäfts mit fondsgebundenen und auch klassischen Lebensversicherungen. Der Hauptgrund dafür liegt im Wegfall des bisherigen Steuerprivilegs. Im Gegenzug wird einen weiterer Anstieg des Neugeschäfts mit fondsgebundenen Rentenversicherungen erwartet. Diese dürften das wegfallende FLV-Geschäft zumindest teilweise kompensieren.

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