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5. September 2006, 00:00
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GDV: Rentenversicherungen in Vormarsch

Die im Gesamtverband der Deutschen Versicherungs-wirtschaft (GDV), Berlin, zusammengeschlossenen Lebensversicherungsunternehmen haben im ersten Halbjahr 2006 eine gebuchte Bruttobeitragseinnahme (ohne Pensionskassen und Pensionsfonds) von 34,4 Milliarden Euro erzielt. Damit legten die Beitragseinnahmen weiter zu. Sie stiegen im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum um drei Prozent. Werden die Pensionskassen und ?fonds hinzugenommen, die der Versicherungswirtschaft zuzurechnen sind, dann steigt die Beitragseinnahme auf 35,7 Milliarden Euro (plus 3,3 Prozent).

Nach Einschätzung des GDV wird sich dieses Wachstum im weiteren Verlauf dieses Jahres positiv entwickeln. ?Die Wachstumsdelle im Neugeschäft, die die Einführung des Alterseinkünftegesetzes widerspiegelt, ist überwunden?, erklärte Prof. Dr. Wolf-Rüdiger Heilmann, Geschäftsführer Lebensversicherung im GDV. Gleichwohl sei nach dem besonders starken Jahr 2005 bei der Beitragseinnahme der Lebensversicherer mit einem insgesamt geringeren Wachstum für 2006 zu rechnen.

Im ersten Halbjahr 2006 wurden 3,8 Millionen neue Lebensversicherungsverträge mit einer Beitragseinnahme von acht Milliarden Euro abgeschlossen. Davon entfielen 3,1 Milliarden Euro auf laufende Beiträge und 4,9 Milliarden Euro auf Einmalbeiträge. Gegenüber dem ersten Halbjahr 2005 waren dies 14 Prozent mehr Verträge und 30 Prozent mehr Beiträge aus dem Neuzugang (plus 16 Prozent bei den laufenden Beiträgen, plus 40 Prozent bei den Einmalbeiträgen).

Zusammen mit den Pensionskassen und ?fonds überschritten die Lebensversicherer die vier-Millionen-Grenze im Neugeschäft des ersten Halbjahrs (plus 13 Prozent). Ein Blick auf die Struktur dieses Neugeschäfts zeige, so Heilmann, dass auch in diesem Jahr die Bedeutung der Rentenverträge weiter zunimmt: Im ersten Halbjahr 2006 stieg die Zahl der neu abgeschlossenen Rentenversicherungen um 34 Prozent auf rund 1,9 Millionen Verträge (1. Halbjahr 2005: 1,4 Millionen). Der Anteil dieser Rentenversicherungen am gesamten Neuzugang der Lebensversicherer, Pensionskassen und -fonds beträgt fast 48 Prozent, gemessen an den Beiträgen sind es sogar rund 70 Prozent. In diesem Wachstum spiegelt sich nach Aussagen des GDV der Siegeszug der Riester-Rente wider: Fast 900.000 Neuverträge konnten die Versicherer in den ersten 6 Monaten des Jahres abschließen. Die erfreuliche Entwicklung der Rentenpolicen ist ein Trend in der privaten Altersvorsorge: seit Inkrafttreten der Riester-Reform wurden fast 20 Millionen Verträge mit rentenförmiger Auszahlung abgeschlossen.

Der Neuabschluss von Kapitalversicherungen ist dagegen weiter leicht zurückgegangen: Mit rund 615.000 Kapitalversicherungen wurden vier Prozent weniger Verträge abgeschlossen als im Vorjahreshalbjahr. Der Anteil der Kapitalversicherungen am gesamten Neuzugang des ersten Halbjahres beträgt 16 Prozent.

Der GDV hat auf der Grundlage der jährlichen Detailauswertungen sozioökonomische und soziografische Merkmale neu abgeschlossener Lebensversicherungen der vergangenen 5 Jahre untersucht. Grundsätzlich hat sich im Laufe der Jahre die durchschnittliche Laufzeit des Neuzugangs von gut 27 Jahren im Jahr 2001 auf über 31 Jahre im Jahr 2005 erhöht, was für ein gestiegenes Vorsorgebewusstsein spricht. Die Rentenversicherungsverträge weisen Aufschubzeiten von inzwischen über 30 Jahren auf. Bei Eintrittsaltern von etwa 35 Jahren hat sich das Rentenbeginnalter entsprechend auf gut 65 Jahre in 2005 erhöht.

Außerdem ist eine Zunahme der Bedeutung des Berufsunfähigkeitsschutzes zu verzeichnen. So hat sich der Anteil der selbständigen Berufsunfähigkeitsversicherung am Neugeschäft seit 2001 verdoppelt. Lebensversicherungen werden weiterhin häufig mit einer Berufsunfähigkeitszusatzversicherung kombiniert.

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