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9. November 2006, 00:00
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Versicherer setzen auf Fremdvertrieb

Die Assekuranzen wollen im Produktvertrieb künftig stärker mit finanzfremden Branchen kooperieren. So plant beispielsweise knapp ein Viertel der Versicherungs-gesellschaften für die kommenden Jahre eine Zusammenarbeit mit dem Einzelhandel. Noch im Vorjahr interessierten sich nur halb so viele Unternehmen für diese Art Kooperationen. Das zeigt der aktuelle Branchenkompass Versicherungen, eine Studie von Steria Mummert Consulting in Zusammenarbeit mit dem F.A.Z.-Institut.

Vor allem die Schadenversicherer richten ihren Blick auf die Einzelhändler. 28 Prozent der befragten Führungskräfte dieser Versicherungssparte wollen bis zum Jahr 2008 entsprechende Kooperationen auf den Weg zu bringen. Der Einzelhandel ist dabei insbesondere an Versicherungsangeboten interessiert, die seine verkauften Produkte vor Ausfällen oder Diebstahl schützen. Der Vorteil: Die Unternehmen bauen sich ein Zusatzgeschäft auf und positionieren sich mit neuen exklusiven Zusatzangeboten gegenüber der Konkurrenz. Die Assekuranzen verfolgen ähnliche Ziele, ihnen soll die Zusammenarbeit ebenfalls strategische Wettbewerbsvorteile einbringen. Der Einzelhandel biete den Versicherern eine gute Marketingplattform, um neue Kundengruppen anzusprechen, so Steria Mummert.

Darüber hinaus sind Versicherungsgesellschaften aber auch an Vertriebspartnern aus anderen Branchen interessiert. Die beliebtesten Kooperationspartner sind Kfz-Hersteller. Jeder dritte befragte Topentscheider will künftig mit der Automobilindustrie beim Verkauf von Policen kooperieren. Unter den großen Versicherern kann sich sogar jeder zweite eine derartige Zusammenarbeit vorstellen. Bei den nur auf Kfz-Versicherungen spezialisierten Unternehmen wollen sogar zwei von drei mit der Fahrzeugindustrie kooperieren. Der Wunsch, mit Automobilbauern zusammenzuarbeiten, beschränkt sich nicht nur auf Kfz-Policen. Auch Unfall-, Rechtsschutz- oder Restschuldversicherungen eignen sich für das Geschäft mit den Fahrzeugherstellern.

Möglichkeiten einer Kooperation bestehen zudem noch mit Mobilfunkunternehmen und Energieversorgern. Allerdings schauen sich die Assekuranzen dort nur vereinzelt nach Vertriebspartnern um: Lediglich 14 Prozent der befragten Führungskräfte beabsichtigen bis 2008 den Vertrieb von Policen mittels Mobilfunkunternehmen. Das ist ein Anstieg von drei Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Als besonders attraktiv gilt der Verkauf von Handyversicherungen. Jeder fünfte Schadenversicherer will in diesem Segment mit einem Mobilfunkanbieter zusammenarbeiten.

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