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7. September 2009, 00:00
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Die Deutschen zeigen sich von der Krise unbeeindruckt

Trotz Wirtschaftskrise bleiben die Deutschen gelassen. Das zeigt die 19. Ausgabe der repräsentativen Studie „Die Ängste der Deutschen 2009“, für die der Versicherer R+V 2.400 Bürger befragt hat. So liegt das durchschnittliche Angstniveau der Bundesbürger auch in diesem Jahr bei 44 Prozent – den gleichen Wert ermittelten die Forscher bereits in 2007 und 2008.

Das sei angesichts der schweren Krise geradezu sensationell, urteilt Professor Dr. Manfred Schmidt, Politologe an der Universität Heidelberg und Berater des R+V-Infocenters. Drei Faktoren dämpfen seiner Einschätzung nach die Angst. „Erstens, das Krisenmanagement der großen Koalition wirkt wie eine Beruhigungspille. Zweitens, die sozialstaatlichen Programme stabilisieren – Kurzarbeit statt Arbeitslosigkeit und Erhöhung der Altersrenten senden Signale. Und schließlich wirken der hohe Wohlstand und der soziale Frieden im Land wie ein Sicherheitspolster“, so der Professor.

Allerdings wirbelt die Krise die Reihenfolge kräftig durcheinander: Wirtschaftsthemen sind heuer die größten Angstmacher. Zwei von drei Deutschen befürchten eine Verschlechterung der Wirtschaftslage (66 Prozent). Diese Sorge ist um acht Prozentpunkte höher als 2008 und erreicht damit erstmals seit 2003 wieder die Spitzenposition. Mit 18 Prozentpunkten am stärksten zugenommen hat die Angst vor einem Anstieg der Arbeitslosigkeit in Deutschland. Mit 65 Prozent springt sie von Platz acht im Vorjahr auf den zweiten Rang. Dagegen ist die Furcht vor steigenden Lebenshaltungskosten – in den vergangenen fünf Jahren Spitzenreiter – mit 13 Prozentpunkten am stärksten zurückgegangen und liegt jetzt mit 63 Prozent auf Platz drei.

Eine aktuelle Zusatzfrage zeigt: Die hohe Staatsverschuldung infolge der staatlichen Konjunkturprogramme und Rettungsschirme für Banken und Unternehmen löst bei vielen neue Ängste aus. „Zwei Drittel aller Bürger befürchten, dass ihnen die Rechnung dafür noch serviert wird – mit dem Abbau von Sozialleistungen“, so Professor Schmidt.

Krank und pflegebedürftig: Albtraum für Viele

Die soziale Sicherheit ist neben den wirtschaftlichen Ängsten eine der Hauptsorgenaller Deutschen. Die Befürchtung, im Alter zum Pflegefall zu werden, ist2009 leicht auf 54 Prozent gestiegen, liegt auf Platz fünf und bleibt mit deutlichemAbstand die größte persönliche Sorge. Immerhin jeder Zweite fürchtet sich auchvor schweren Krankheiten (49 Prozent). Die Angst vor Altersarmut sinkt hingegen.Sie erreicht mit 37 Prozent den niedrigsten Wert seit 2002. (mo)

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