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13. August 2009, 00:00
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Studie: Sachversicherer in der Zwickmühle

Knapp jeder dritte Schadens- und Unfallversicherer in Deutschland läuft Gefahr, rote Zahlen zu schreiben. Verantwortlich dafür sind drohende rückläufige Kapitalerträge aus den angelegten vorschüssig gezahlten Jahresprämien. Diese Erträge sind wichtig, um das schwache operative Ergebnis der Versicherer zu kompensieren. Das ist das Ergebnis einer Studie von Steria Mummert Consulting, die sich mit den Auswirkungen der Finanzmarktkrise auf die Versicherungswirtschaft befasst.

Das Prämienaufkommen allein reiche bei den betroffenen Gesellschaften kaum aus, um die Aufwendungen zu decken. So rechnet der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) in diesem Jahr mit einem vergleichsweise mageren Zuwachs der Beitragseinnahmen von 0,2 Prozent. Der Schadensaufwand werde 2009 jedoch voraussichtlich um 1,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr steigen, so die Analysten von Steria Mummert. Andererseits schmälern niedrige Zinsen am Kapitalmarkt den Zusatzgewinn, der bei der Anlage der Prämien abfällt.

Dies schmerze insbesondere Versicherer mit einer kritischen Combined Ratio (CR). Diese Kennziffer setzt die Aufwendungen für Versicherungsleistungen, -betrieb und -vertrieb zum Prämienaufkommen ins Verhältnis. „Gesellschaften, die über eine schlechte CR von 100 Prozent oder mehr verfügen, bewegen sich immer im Bereich der Verlustschwelle. In dieser Situation entscheidet die Kapitalanlage über den Geschäftserfolg“, so Dr. Christian Schareck, Bereichsvorstand Insurance bei Steria Mummert. „Sollten die Zinsen dauerhaft auf niedrigem Niveau bleiben, gerät die Ertragslage so mancher Sachversicherer in Schieflage“, sagt der Experte.

Prämienerhöhung als Ausweg?

Um drohenden Verlusten vorzubeugen, biete sich eine Erhöhung der Prämien an, so Steria Mummert. In den Bereichen Rechtsschutz und Managerhaftung deute sich dieser Schritt bereits an. Indes steckt die Branche in einem Dilemma. Weil die Vertragslaufzeiten in der Sachversicherung in der Regel kürzer als in den anderen Bereichen sind, entfällt auf das Neugeschäft ein vergleichsweise hoher Anteil an den Beitragseinnahmen, so die Experten.

Allerdings sei laut Steria Mummert zu erwarten, dass die Nachfrage nach Versicherungsschutz in 2010 noch einmal deutlich zurückgehen werde, da sich die Wirtschaftskrise dann auf breitere Bevölkerungsschichten ausgewirkt haben könnte. Daher ist Vorsicht bei der Preiskalkulation geboten: „Um den Nachfragerückgang nicht zusätzlich zu verstärken, ist ein umsichtiges Nachjustieren des Prämienniveaus zu empfehlen“, so Schareck. (mo)

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