Anzeige
Anzeige
11. Februar 2010, 23:59
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Deutscher-Ring-Konflikt: “Lösung ungeheuer schwierig”

Die Baloise und Signal Iduna/DRK sind wieder an den Verhandlungstisch zurückgekehrt. Über das Ergebnis herrscht Stillschweigen. Bekannt ist jedoch, dass „Aufträge unterschiedlicher Art“ vereinbart wurden. Das wurde im Rahmen eines Pressegesprächs bei Signal Iduna in Hamburg am Donnerstag Abend bekannt.

Konferenztisch1 in Deutscher-Ring-Konflikt: Lösung ungeheuer schwierig

Ein weiterer Verhandlungstermin stehe bereits, wie Signal Iduna/DR Kranken-Vorstandschef Reinhold Schulte im Rahmen des Gesprächs mitteilte. Er betonte jedoch, dass diese erneute Runde bereits vor zwei Wochen anberaumt war – unabhängig von der am Dienstag erlassenen Verwaltungsakte seitens der Bafin.

Dieser erneuten Gesprächsrunde waren bereits insgesamt sieben Verhandlungsrunden in den Monaten April bis September 2009 vorausgegangen, so Schulte. Diese seien bisher daran gescheitert, dass man in grundsätzlichen Fragen nicht weiter kam, so der Signal Iduna/DRK-Chef weiter.

Den Vorschlag, DR Leben und DR Sach zu kaufen, um die gesamte Gruppe zu erhalten und dafür die Anteile am Kölner Finanzvertrieb OVB abzugeben, lehnte die Baloise bisher ab. Die Schweizer halten weiter am Modell einer organisatorischen Entflechtung fest. Man müsse die Gesamtheit der Mitarbeiter im Auge behalten, äußert sich Schulte besorgt. “Ich halte eine Lösung für ungeheuer schwierig”, sagt er weiter.

Die Kosten eine Trennung schätze er auf über 30 Millionen Euro, dabei seien die internen Kosten noch gar nicht berücksichtigt. Im Falle einer Zerschlagung müssten neben anderen Bereichen wie beispielsweise der Revision auch die IT getrennt werden, deren Aufteilungsdauer auf zwei bis zweieinhalb Jahre geschätzt würde.

Schulte geht es in der ganzen Auseinandersetzung nach eigenem Bekunden vor allem auch um die Mitarbeiter. Bereits im November sagte er im cash-online-Interview, dass die wirklich Leidtragenden die Kollegen beim Deutschen Ring seien, die seit einem Jahr nicht wüssten, wie es weiter gehe. Knapp über 700 von fast 1.500 Mitarbeitern sind in sogenannten Doppelarbeitsverträgen sowohl für DR Kranken als auch für DR Sach und DR Leben tätig.

Neben den Angestellten in der Deutschen-Ring-Gruppe arbeiten 600 Mitarbeiter in Agenturen – es sei fast unmöglich, den Vertrieb ohne Schaden aufzuteilen, so Schulte.

Während hier noch lange keine Lösung in Sicht scheint, versuchen die beiden Kontrahenten unbestätigten Gerüchten zufolge, sich gegenseitig Mitarbeiter abzuwerben. Zudem hatte die Baloise jüngst vekündet, einen eigenen Außendienst aufzubauen. (ks)

Foto: Shutterstock

2 Kommentare

  1. Liebe Dagmar, was ich als wirklich Außenstehender nicht verstehe, dass Herr Schulte von der Signal Iduna wohl für mehrere 100 Mio. Baloise Aktion gekauft hat (ohne mehr als 2% Stimmrecht zu besitzen). Das macht ein Unternehmer doch nur, wenn er auf steigende Kurse aufgrund einer erfolgreichen Unternehmensstrategie setzt. Alles andere wäre doch Wahnsinn bei solchen Beträgen.

    Kommentar von angboe — 13. Februar 2010 @ 19:57

  2. Ja, das ist so. Wir Mitarbeiter leiden wirklich! Denn wir lieben unseren Deutschen Ring, egal in welcher Sparte wir arbeiten und haben uns immer als zusammengörig betrachtet. Wenn wir jetzt an einem Konzept zur Trennun der Unternehmen mitarbeiten müssen, so zwingt es viele von uns, an einem , (Meinung von mir und vielen Kolleginnen und Kollegen) betriebswirtschftlichen Wahnsinn mitzuarbeiten, der letztenendes die Wirtschaftsgrundlage der Unternehmen Deutscher Ring : nämlich das Vertrauen unserer Kundinen und Kunden, mit zerstört.
    Es ist zum heulen ! Die Leitung eines Unternehmens, das sich selber als unrentablesten Schweizer Versicherers -oder so ähnlich – bezeichnet, darf ein gut geführtes deutsches Unternehmen ruinieren und keiner kann es verhindern. da möchte man schreien! Aber wer hört uns schon ????

    Kommentar von Duckmar Schmidt — 12. Februar 2010 @ 11:28

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 4/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Tech-Aktien – Fondspolicen – Baufinanzierung – Frauen in der Finanzberatung

Ab dem 16. März im Handel.

Cash. 3/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Pflegevorsorge - Small Caps - Zinshäuser - Digitalisierung - Honorarberatung - Leadsgewinnung - Nachfolge-Planung

Versicherungen

Krankenkassen geben mehr für freiwillige Angebote aus

Die Ausgaben der gesetzlichen Krankenkassen für freiwillige Leistungen haben sich in den vergangenen vier Jahren fast verdoppelt. Das geht nach einem Bericht der “Berliner Zeitung” (Mittwoch) aus Daten des Bundesgesundheitsministeriums hervor, die die Linken-Gesundheitspolitikerin Birgit Wöllert angefordert hat.

mehr ...

Immobilien

Vorgeschobener Eigenbedarf: Mieter steht Schadensersatz zu

Ein Mieter, dem aufgrund von Eigenbedarf gekündigt wurde, klagte vor mehreren Instanzen auf Schadensersatz, da der Vermieter die Wohnung nach seinem Auszug nicht wie angekündigt nutzte. Der Bundesgerichtshof (BGH) gab dem Kläger in einem Urteil am Mittwoch Recht.

mehr ...

Investmentfonds

Münchener Rück erwartet Brexit-Schaden für UK-Wirtschaft

Der Rückversicherer Munich Re erwartet in den nächsten zwei Jahren einen deutlich spürbaren Brexit-Schaden für die britische Konjunktur.

mehr ...

Berater

Finanzierung für Selbstständige und Unternehmer

Für Selbstständige und Freiberufler ist es deutlich schwieriger, einen Kredit zu erhalten als für Angestellte. Aber es gibt nicht nur den klassischen Bankkredit. Wer bei der Kreditanfrage von seiner Hausbank eine Absage erhält, kann zu anderen Mitteln greifen. Wir zeigen auf, welche Alternativen es gibt.

mehr ...

Sachwertanlagen

Offshore-Strom legt deutlich zu

Lange fehlten oft die Verkabelungen, um den aus See produzierten Strom an Land zu bringen. Doch jetzt scheinen die Offshore-Windparks ihren Beitrag zur Stromerzeugung in einem deutlich größeren Umfang zu leisten.

mehr ...

Recht

Makler oder Mehrfach-Agent? Versicherungsnehmer ist beweisbelastet

Für die Behauptung, ein Versicherungsvermittler, der die Antragsfragen aufgenommen hat, sei als Mehrfach-Agent tätig geworden, ist der Versicherungsnehmer beweisbelastet. Dies entschied das Oberlandesgericht Dresden in einem aktuellen Urteil.

mehr ...