Anzeige
Anzeige
11. Februar 2010, 12:08
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Kein Irrweg! Deutsche Rentenpolitik im Lichte der Finanzkrise

Die Rürup-Kolumne

Der ehemalige Wirtschaftsweise und Namensgeber der Basisrente, Professor Dr. Dr. Bert Rürup befasst sich als cash-online-Kolumnist künftig mit dem Status quo der Altersvorsorge in Deutschland. Zum Start will er zeigen, warum die Alterssicherung hierzulande allen Unkenrufen zum Trotz auf dem richtigen Weg ist.

 in Kein Irrweg! Deutsche Rentenpolitik im Lichte der Finanzkrise

Die jüngste Finanzmarktkrise wird gerne als Argument benutzt, um die deutsche Altersvorsorgepolitik der letzten Jahre – die im Übrigen im Ausland eine hohe Anerkennung genießt – zu kritisieren und vor allem um die Sinnhaftigkeit der kapitalgedeckten Altersvorsorge infrage zu stellen, ja zu diskreditieren. Zurecht? Nein!

Bei einem Verzicht auf die Rentenreformen 2001, 2004 und 2007 sowie auf den durch generöse Subventionen geförderten Ausbau der kapitalgedeckten Ergänzungssysteme wäre die Altersvorsorge definitiv weniger sicher und weniger nachhaltig, als sie es heute ist. Denn ohne diese Reformen wäre weder die langfristige Finanzierbarkeit unserer umlagefinanzierten Rentenversicherung gewährleistet, noch wäre eine als Folge der Bevölkerungsalterung deutlich ansteigende Belastung der nachwachsenden Generationen verhindert worden. Auch die Beitragsrendite der gesetzlichen Renten wäre bei einem Verzicht auf diese Reform nicht höher.

Gleichwohl werden der Teilausstieg aus dem Umlageverfahren und der gleichzeitige Ausbau der kapitalgedeckten Ergänzungssysteme heftig kritisiert.

So soll die zurecht beliebte Riester-Rente – mittlerweile gibt es rund 13,3 Millionen Verträge – glaubt man einer Studie des gewerkschaftsnahen „Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung“ (IMK), das Wirtschaftswachstum beeinträchtigen (Vorwurf 1) sowie die Alterssicherung unsicherer (Vorwurf 2) und teurer (Vorwurf 3) gemacht haben. Keiner dieser Vorwürfe kann aber überzeugen.

Weiter lesen: 1 2 3

1 Kommentar

  1. Um die eigenverantwortlich aufgebaute Kapitalgedeckte Altersvorsorge führt kein Weg vorbei. Nur ob die mit “generöse Subventionen” geförderten Umsetzungswege die richtige Strategie sind, darüber lässt sich trefflich streiten.

    Warum sagt denn die Politik nicht offen, dass auf die künftigen Rentnergenerationen beding durch die 100%ige Besteuerung der Ruhestandsbezüge eine erhebliche Steuerbelastung zukommt. Verstärkt wird die Steuerbelastung durch die Instrumente aus Eichel-, Riester und Rürupprenten.

    Warum wird der Verbraucher nicht eindringlich dahin informiert, dass die seit 2005 erlangten Steuervorteile aus den steuerfrei gestellten Anteil der Gesetzlichen Rentenversicherung unbedingt für die Vorsorge verwendet werden müssen.

    Der Bürger wird eingelullt, die Rente und die Steuerlast darauf ist noch weit weg, und der Konsum lockt.

    Das ist Kurzfristig gedacht. Gerade die am stärksten Wachsende Bevölkerungsgruppe wird dann im Alter auf Konsum verzichten müssen. Das wird die Wirtschaft, mit dem Eintritt der Geburtenstarken Jahrgängen in die Rente, zurückwerfen.

    Kommentar von CelticHeart — 16. Februar 2010 @ 22:26

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 4/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Tech-Aktien – Fondspolicen – Baufinanzierung – Frauen in der Finanzberatung

Ab dem 16. März im Handel.

Cash. 3/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Pflegevorsorge - Small Caps - Zinshäuser - Digitalisierung - Honorarberatung - Leadsgewinnung - Nachfolge-Planung

Versicherungen

Generali: Alternativen zur Klassik legen zu

Die Generali in Deutschland konnte ihr operatives Ergebnis im Geschäftsjahr 2016 auf 847 Millionen Euro erhöhen, ein Plus von sieben Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Gesamtkosten sanken um 117 Millionen Euro auf 1,3 Milliarden Euro.

mehr ...

Immobilien

WIKR: Präzisierungen bei Immobilienkrediten

Die umstrittenen strengen Vorgaben für die Vergabe von Immobilienkrediten werden nachgebessert. Der Bundestag beschloss am Donnerstag Präzisierungen zu der seit einem Jahr geltenden “Wohnimmobilienkreditrichtlinie”.

mehr ...

Investmentfonds

Brexit: Luxemburg beansprucht Sitz der Europäischen Bankenaufsicht

Luxemburg will nach dem Brexit Sitz der Europäischen Bankenaufsicht (EBA) werden. Nach Ansicht von Premierminister Xavier Bettel hat das Großherzogtum ein Anrecht auf den Umzug der EBA nach Luxemburg.

mehr ...

Berater

“Als ich anfing, war es geradezu exotisch, sich mit Frauen zu beschäftigen”

Heide Härtel-Herrmann ist seit über 30 Jahren als Beraterin tätig. Mit Cash. hat sie über ihren Werdegang, Frauen in der Finanz- und Versicherungsbranche und die Bedürfnisse weiblicher und männlicher Kunden gesprochen.

mehr ...

Sachwertanlagen

S&K-Gründer mit Strafen am unteren Rand auf freiem Fuß

Der Betrugsprozess um das Immobilienunternehmen S&K hat sich in Teilen als undurchführbar erwiesen. Nach einem Deal mit der Justiz kommen die Gründer mit Strafen am unteren Rand davon.

mehr ...

Recht

BGH stärkt prozessualen Rechtsschutz von Versicherungsnehmern

Klagt ein Versicherungsnehmer gegen einen Versicherer mit Sitz im Ausland, gilt die für den Versicherungsnehmer vorteilhafte Regelung des Gerichtsstandes in dessen Bezirk – auch wenn es sich um Ansprüche aus “Altverträgen” handelt, die vor Inkrafttreten des reformierten VVG geschlossen wurden.

mehr ...