Anzeige
22. Oktober 2010, 11:24
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

PKV: Beitragsexplosion droht

Privat Krankenversicherte könnten das anhaltend niedrige Zinsniveau einem Zeitungsbericht zufolge mit deutlich steigenden Beiträgen bezahlen. Es geht um Prämienerhöhungen von bis zu acht Prozent.

Explosion-127x150 in PKV: Beitragsexplosion drohtUm sechs bis acht Prozent sollen die Beiträge nach Berechnungen der Versicherungsgesellschaften steigen, berichtet die „Financial Times Deutschland“ (FTD). Mit den Anhebungen sollen die aufgrund der niedrigen Zinsen geringeren Renditen kompensiert werden. Oben drauf kommen noch die normalen Beitragsanpassungen wegen der höheren Kosten im Gesundheitswesen.

Hintergrund: Die insgesamt 46 privaten Krankenversicherer in Deutschland müssen einen Teil ihrer Beitragseinnahmen zurückstellen, damit der Schutz auch für ältere Kunden bezahlbar bleibt. Diese Rückstellungen betragen zurzeit laut FTD 144 Milliarden Euro und müssen zu einem speziellen Satz verzinst werden. Dessen Obergrenze – der sogenannte Höchstrechnungszins – wird vom Bundesfinanzministerium festgelegt. Das soll verhindern, dass die Versicherer auf Grundlage von riskanten Zinskalkulationen versuchen, Kunden mit günstigen Angeboten zu ködern.

Seit über 50 Jahren liegt dieser Zinssatz unverändert bei 3,5 Prozent – anders als in der Lebensversicherung, wo es aktuell 2,25 Prozent sind. Mit Anlagen in Staatsanleihen, die bei den Versicherern üblich sind, lassen sich inzwischen kaum mehr als 2,5 Prozent verdienen – diese Lücke muss geschlossen werden. Höhere Beiträge könnten aber frühestens zum Januar 2012 greifen – für kommendes Jahr sind die Sätze schon festgelegt.

Daher gäbe es, so der Bericht, starke Kräfte in der Branche, die eine vorübergehende Absenkung auf drei Prozent befürworten. Unter den Versicherern tobe deshalb ein heftiger Streit. Die Mehrheit der Gesellschaften sowie die Spitze des Branchenverbands PKV halten laut FTD strikt dagegen: Sie fürchten, dass eine Absenkung des Zinses fatale Folgen für das Versicherungsgeschäft hätte. (hb)

Foto: Shutterstock

Anzeige

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 4/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Tech-Aktien – Fondspolicen – Baufinanzierung – Frauen in der Finanzberatung

Ab dem 16. März im Handel.

Cash. 3/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Pflegevorsorge - Small Caps - Zinshäuser - Digitalisierung - Honorarberatung - Leadsgewinnung - Nachfolge-Planung

Versicherungen

Renten sollen um 1,9 (West) und 3,6 Prozent (Ost) steigen

Die Renten in Deutschland sollen Mitte des Jahres um 1,9 Prozent im Westen und 3,6 Prozent im Osten steigen. Das teilte das Bundessozialministerium am Mittwoch in Berlin mit. Damit beträgt der aktuelle Rentenwert (Ost) nun 95,7 Prozent des aktuellen Rentenwerts West. Bisher lag er bei 94,1 Prozent.

mehr ...

Immobilien

Gewerbeimmobilien: US-Notenbanker warnt vor Übertreibungen

Paul Rosengreen, Chef der Notenbank von Boston, hat davor gewarnt, dass der Markt für Gewerbeimmobilien mögliche wirtschaftliche Probleme verstärken könnte.

mehr ...

Investmentfonds

Legg Mason legt neuen High-Yield-Fonds für Instis auf

In Deutschland haben viele Anleger immer noch stark mit den negativen Realzinsen zu kämpfen. Legg Mason will von diesem Trend profitieren und bietet ein Fonds, der in hochverzinsliche Wertpapiere anlegt, für professionelle Investoren an.

mehr ...

Berater

DVAG, MLP & Co.: Mehr Frauenpower im Finanzvertrieb

In der Finanz- und Versicherungsberatung sind Frauen immer noch in der Minderheit. Und das, obwohl die Beratertätigkeit heute schon gender-neutrale Vergütungs- und Entwicklungschancen bietet.

mehr ...

Sachwertanlagen

US-Justiz ermittelt gegen Hapag-Lloyd und Møller-Maersk

Sprechen die großen Reedereien im Hinterzimmer ihre Preise ab? US-Behörden haben eine Untersuchung gegen die Branche eingeleitet. Stellung nehmen soll auch der deutsche Container-Riese Hapag Lloyd.

mehr ...

Recht

Koalition entschärft Präventionsgesetz gegen Immobilienblase

Die große Koalition reagiert auf Kritik aus den Reihen der Kredit- und Wohnungswirtschaft: Der Finanzaufsicht Bafin werden weniger Instrumente als geplant zur Verfügung stehen, um gegen eine drohende Immobilienblase vorzugehen.

mehr ...