Anzeige
29. April 2010, 12:58
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

VZBZ: Millionen-Schaden durch teure Riester-Verträge

Ineffiziente Riester-Verträge, zu hohe Dispozinsen und Fremdabhebegebühren verursachen den Bundesbürgern finanzielle Schäden in Höhe von mehr als 700 Millionen Euro pro Jahr. Das zeigen Berechnungen der Stiftung Warentest und des Verbraucherzentrale Bundesverbandes (VZBZ). Um solchen Fehlentwicklungen entgegenzuwirken, wollen die beiden Organisationen, dass der Verbraucherschutz in der Finanzaufsicht verankert wird.

Finanzieller-schaden-verlust-127x150 in VZBZ: Millionen-Schaden durch teure Riester-Verträge„Die Beispiele zeigen systematisches Marktversagen zulasten der Verbraucher. Einzelmaßnahmen reichen da nicht aus. Die Bundesregierung muss den Verbraucherschutz endlich auch in Deutschland effektiv in der Finanzaufsicht verankern“, fordert VZBZ-Vorstand Gerd Billen.

Besonders dramatisch sollen die finanziellen Schäden für Verbraucher bei der privaten Altersvorsorge sein. Die Vergleiche der Stiftung Warentest zeigten, dass viele Riester-Produkte zu teuer sind.

Falle die durchschnittliche Rendite dadurch nur ein Prozent niedriger aus, seien die Verluste enorm, so die Prüfer. Beziehe man dies auf die staatlichen Zulagen, die bis einschließlich 2009 gezahlt wurden (gut sechs Milliarden Euro), summierten sich die Verluste für die Verbraucher auf 115 Millionen Euro. Nehme man weiter eine konstante Zulagen-Summe von 2,5 Milliarden Euro pro Jahr an, so stiegen die Verluste bis 2020 auf mehr als drei Milliarden Euro, bis 2030 sogar auf über elf Milliarden Euro.

Ein weiteres Ärgernis haben VZBZ und Stiftung Warentest überhöhte Dispozinsen ausgemacht. Während die Leitzinsen, zu denen sich die Geschäftsbanken mit Liquidität versorgen, im Zuge der Finanzkrise historische Tiefststände erreichten, seien , die durchschnittlichen Zinsen für Überziehungskredite an private Haushalte im gleichen Zeitraum nur von 11,98 auf 10,28 Prozent gesunken.

Die Differenz zwischen der Absenkung des Leitzinses und der Dispozinsen beträgt der Studie zufolge 1,55 Prozentpunkte. Das Kreditvolumen lag im Februar 2010 bei rund 41,8 Milliarden Euro. Bezogen auf diese Summe entsteht den Verbrauchern ein finanzieller Schaden von etwa 650 Millionen Euro im Jahr.

Auch die Schäden durch teure Fremdabhebegebühren seien immens, so die Verbraucherschützer. Laut Europäischer Zentralbank würden in Deutschland pro Jahr rund zwei Milliarden Mal Geld am Automaten abgehoben. Unterstelle man ein Prozent Fremdabhebungen, so fänden jährlich 20 Millionen Transaktionen statt, bei denen Gebühren anfallen.

Der Analyse zufolge betragen die Kosten für eine Fremdabhebung mittlerweile durchschnittlich sieben Euro. Gehe man davon aus, dass die tatsächliche Belastung der Banken bei maximal zwei Euro liegt, so entstünde den Verbrauchern pro Abhebung ein Schaden von fünf Euro. Hochgerechnet auf alle Transaktionen seien das 100 Millionen Euro pro Jahr. (hb)

Foto: Shutterstock

Anzeige

1 Kommentar

  1. […] Dieser Eintrag wurde auf Twitter von Cash.-Magazin, Mark Förster erwähnt. Mark Förster sagte: VZBZ: Millionen-Schaden durch teure Riester-Verträge: Ineffiziente Riester-Verträge, zu hohe Disp… http://bit.ly/bpw26i … #versicherung […]

    Pingback von Tweets die VZBZ: Millionen-Schaden durch teure Riester-Verträge - Cash. Online: News- und Serviceportal für Finanzdienstleistungen erwähnt -- Topsy.com — 29. April 2010 @ 14:05

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 2/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Absolute-Return – Insurtechs – Robo Advisors – Denkmalimmobilien


Ab dem 26. Januar im Handel.

Cash. 1/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Trumps Sieg in Rendite ummünzen - Themen, Produktangebote und Trends 2017 - Rentenreform

Versicherungen

Gerüchteküche um Generali brodelt

Um den italienischen Versicherer Generali ranken sich neue Übernahmegerüchte. Die italienische Tageszeitung “La Repubblica” berichtete am Dienstag, die Bank Intesa Sanpaolo erwäge ein Übernahmeangebot für Generali. Die Aktien des Versicherers trieb das in die Höhe.

mehr ...

Immobilien

Immobilienfinanzierung wird digitaler

Die Digitalisierung nimmt in der Immobilienfinanzierung einen immer höheren Stellenwert ein. Der Gesamtmarkt für Immobilienfinanzierungen ist im Jahr 2016 unter dem Vorjahr geblieben. Nach eigenen Angaben konnte der Marktplatz Europace dennoch wachsen.

mehr ...

Investmentfonds

Danske-Invest sieht Osteuropa-Aktien positiv

Im Jahr 2016 entwickelten sich die osteuropäischen Aktienmärkte keinesfalls einheitlich. Insgesamt ist die Bewertung immer noch noch attraktiv.

mehr ...

Berater

Knip, Clark & Co.: Neue Bedrohung für die Maklerbestände

Das Geschäftsmodell von Insurtechs ist faktisch tot. Das ist ein gut gehütetes, aber dem Grunde nach trotzdem offenes Geheimnis. Weniger bekannt ist die Tatsache, dass die App-Anbieter dies erkannt und ihre Strategie modifiziert haben. Deren Sprengkraft ist noch bedrohlicher.

Die Pradetto-Kolumne

mehr ...

Sachwertanlagen

ZBI baut Geschäftsfeld Projektentwicklung aus

Die ZBI Zentral Boden Immobilien Gruppe hat 2016 im Geschäftsfeld Projektentwicklung/Bauträger etwa 460 Wohneinheiten für insgesamt rund 90 Millionen Euro verkauft (Vorjahr 80 Millionen Euro) und die Projektpipeline um ein Drittel ausgebaut.

mehr ...

Recht

Berufshaftpflichtschutz verloren: Architekt versus Anwalt

Aufgrund einer Pflichtverletzung aus dem Anwaltsvertrag verlor ein Architekt in einem Haftpflichtverfahren seinen Versicherungsschutz. Daraufhin klagte er gegen seinen Anwalt auf Zahlung von Schadensersatz. Doch kam ihm die Verjährung in die Quere.

mehr ...