Anzeige
7. April 2011, 12:01
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Towers Watson: Versicherer-Stresstests der EU machen Sinn

Die EU-weiten Stresstests für die Versicherungsbranche, die die europäische Aufsichtsbehörde EIOPA (European Insurance and Occupational Pensions Authority) plant, sind nach Ansicht des Beratungsunternehmens Towers Watson eine sinnvolle und nützliche Übung, um das Regelwerk Solvency II und seine finanziellen Auswirkungen besser zu erfassen.

Stress-Ausgebrannt--127x150 in Towers Watson: Versicherer-Stresstests der EU machen Sinn“Diese Initiative ist die erste weitreichende Aktion der neuen europäischen Aufsichtsbehörde”, sagt Michael Klüttgens, Berater bei Towers Watson. Daher sei es für die EIOPA sehr wichtig, dass die Stresstests erfolgreich durchgeführt werden, auch wenn sie im Markt kontrovers diskutiert würden. Die Anforderungen der Tests werden laut Towers Watson auf der Basis von QIS5, allerdings zum Stichtag 31. Dezember 2010, erarbeitet. QIS5 hatte bei den Versicherern noch zahlreiche Probleme aufgeworfen, die man aufgrund des Übungscharakters auch kommuniziert hat. Dem Beratungsunternehmen zufolge befürchten nun einige Marktteilnehmer, dass diese Probleme in die Stresstest-Ergebnisse einfließen.

“Diese Bedenken kennt die EIOPA natürlich”, so Klüttgens. Sie habe aus diesem Grund bereits zugesagt, die Ergebnisse der Stresstests nur in aggregierter Form zu veröffentlichen. Towers Watson sieht zum jetzigen Zeitpunkt keine sinnvollen Alternativen zur QIS5-Basis: “Würde man von Solvency I ausgehen, würde dies das Bild noch stärker verzerren, da das bisherige Regelwerk in den verschiedenen Märkten nicht einheitlich implementiert wurde”, so Klüttgens.

Die Stresstests der EIOPA sollen mindestens je 50 Prozent des Leben- sowie Nicht-Leben-Prämienvolumens in jedem EU/EWR-Versicherungsmarkt sowie der Schweiz abdecken. Aufgrund dessen werden rund 200 Versicherungsgesellschaften inklusive der großen europäischen Versicherungskonzerne in die Tests einbezogen.

Ziel der Übung ist es, die Fähigkeit der Unternehmen zur Erfüllung der Mindestkapitalanforderungen zu testen. Dazu untersucht man ihre Belastbarkeit unter ungünstigen Marktbedingungen ebenso wie mögliche systemische Risiken in Stresssituationen. Drei Szenarien gelten dabei als Maßstab: ein Basisszenario, ein adverses Szenario und ein Inflationsszenario. Jedes Gefährdungsbild enthält eine Mischung aus plötzlichen Störungen im allgemeinen Markt-, Kredit- und Versicherungsumfeld – wobei die Markt- und Kreditunruhen im adversen Szenario jeweils mindestens doppelt so hoch wie im Basisszenario sind. Darüber hinaus gibt es zwei abgekoppelte Szenarien, um die Belastungsfähigkeit der Versicherer in einem langfristig niedrigen Zinsumfeld und mögliche Ausfallrisiken von Staatsanleihen festzustellen.

Von Ausfallrisiken sind vor allem Irland, Griechenland und Portugal betroffen, Deutschland dagegen nicht. Der Zeitplan für die Tests erscheint allerdings knapp, denn schon Ende Mai werden die ersten Ergebnisse erwartet. Das setzt laut Towers Watson die Gesellschaften unter Druck, deren Finanzabteilungen schon durch die Vorbereitungen für Solvency II am Limit arbeiteten. Positiv sei allerdings zu sehen, dass die Unternehmen hierdurch eine weitere Möglichkeit hätten, ihren Status Quo in der Implementierung von Solvency II zu bestimmen. (te)

Foto: Shutterstock

Anzeige

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 2/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Absolute-Return – Insurtechs – Robo Advisors – Denkmalimmobilien


Ab dem 26. Januar im Handel.

Cash. 1/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Trumps Sieg in Rendite ummünzen - Themen, Produktangebote und Trends 2017 - Rentenreform

Versicherungen

Universa erweitert Fondspolice

Die Universa hat ihre fondsgebundene Rürup-Rente weiter ausgebaut. Nach Angaben des Versicherers können Kunden in der Einzelfondsauswahl bis zu fünf Anlagefavoriten aus rund 50 Aktien-, Renten-, Misch-, Dach- und Geldmarktfonds wählen und diese jederzeit wieder ändern.

mehr ...

Immobilien

Beruhigung am chinesischen Immobilienmarkt

Obwohl die Immobilienpreise in den meisten chinesischen Städten weiter steigen, beruhigt sich der Markt im Vergleich zu den Vormonaten. Dies geht aus einer am Mittwoch in Peking veröffentlichten Erhebung der nationalen Statistikbehörde hervor.

mehr ...

Investmentfonds

Trump wird den Dax abwürgen

Kurz nach der Wahl von Donald Trump war die Reaktion überraschend positiv an der Wall Street. Insgesamt hofften viele Börsianer auf eine starke Konjunkturbelebung. Der Rademacher-Kommentar

mehr ...

Berater

Dirk Kreuter startet Vertriebsoffensive

Vertriebsexperte Dirk Kreuter gastiert in diesem Jahr in acht deutschen Städten und in Wien mit dem Event “Vertriebsoffensive”. Zu den Themen zählen unter anderem Kundenakquise, Einwandbehandlung und “Die Psychologie des Überzeugens”. Cash.-Online-Leser erhalten vergünstigte Karten.

mehr ...

Sachwertanlagen

Patrizia offeriert digitale Zeichnung von Immobilienfonds

Die Platzierungspartner der Patrizia GrundInvest können ab sofort das Portal eDirektzeichnung zur Erweiterung ihres Online-Angebots für Sachwerte nutzen.

mehr ...

Recht

WIKR: Konsequenzen für die Darlehensvergabe der Assekuranz

Die Umsetzung der Wohnimmobilienkreditrichtlinie (WIKR) im März 2016 bedeutet für alle Beteiligten eine große Herausforderung. Auch das Versicherungsaufsichtsgesetz (VAG) ist von der WIKR betroffen. In ihrer aktuellen Publikation stellt die Finanzaufsicht Bafin die Änderungen dar.

mehr ...