Anzeige
Anzeige
27. September 2012, 11:29
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Bundeskabinett plädiert für mehr Riester-Transparenz

„Riestern“ soll einfacher werden: Eine vom Bundeskabinett beschlossene Gesetzesvorlage sieht vor, dass Riester-Verträge künftig die wichtigsten Kennzahlen enthalten müssen: Kosten, Rendite-Erwartung und Anlage-Risiko. Eine unabhängige Stelle soll die Angaben überprüfen.

Das Bundeskabinett plädiert für mehr Riester-Transparenz

Das geplante „Altersvorsorge-Verbesserungsgesetz“ werde dem Kunden Produktvergleiche erleichtern und weitere Anreize für den Aufbau einer zusätzlichen Altersvorsorge setzen, teilte die Bundesregierung am Mittwoch mit. Ein für die Anbieter verpflichtendes Produktinformationsblatt (PIB) soll die wichtigsten Kriterien der geförderten Altersvorsorgeprodukte – Riester- und Basis-Rente – übersichtlich darstellen.

Die Pläne sehen zudem vor, dass die Abschluss- und Vertriebskosten bei einem Riester-Vertragswechsel begrenzt werden. Weitere Verbesserungen sind bei der Basisversorgung im Alter und dem sogenannten Wohn-Riester vorgesehen. Auch die Möglichkeit, sich im Rahmen eines Riester-Vertrags gegen die verminderte Erwerbsfähigkeit abzusichern, soll nach dem Willen der Bundesregierung erleichtert werden. Das Gesetz, das der Zustimmung des Bundesrates bedarf, soll am 1. Januar 2013 in Kraft treten.

Die Pläne der Bundesregierung im Einzelnen:

Einführung eines Produktinformationsblatts

Für zertifizierte Altersvorsorge- und Basisrentenverträge soll ein standardisiertes anbieter- und produktübergreifendes Produktinformationsblatt eingeführt werden – Gestaltung und Inhalt werden dabei einheitlich vorgegeben. Eine übersichtliche Darstellung der anfallenden Kosten, der Rendite-Erwartung und des Anlage-Risikos sollen es dem Verbraucher künftig besser als bisher ermöglichen, sich vor Vertragsabschluss einen Überblick über die wesentlichen Vertragsmerkmale zu verschaffen. Die dargestellte Risiko-Skala reicht von eins (inflationsgeschützt) bis sechs (spekulativ).

Begrenzung von Abschluss- und Vertriebskosten nach Riester-Wechsel

Anleger, die ihr Recht nutzen, den Anbieter ihre Altersvorsorgevertrages zu wechseln, sollen künftig besser gestellt werden. So ist vorgesehen, dass der neue Anbieter maximal 50 Prozent des geförderten übertragenen Kapitals zur Berechnung der Abschluss- und Vertriebskosten heranziehen darf. Zudem sollen auch die Wechselkosten beim abgebenden Anbieter gedeckelt werden.

Förderhöchstgrenze wird angehoben

Das steuerliche Abzugsvolumen (Förderhöchstgrenze) für eine Basisversorgung im Alter soll von bisher 20.000 Euro soll auf 24.000 Euro angehoben werden. Zudem können künftig Beiträge zur Absicherung der Berufs- und Erwerbsunfähigkeit im Rahmen des Abzugsvolumens der Basisrente geltend gemacht werden. Voraussetzung ist, dass bei Eintritt des Versicherungsfalls eine lebenslange Rente gezahlt wird.

Verbesserter Erwerbsminderungsschutz

Bei der Riester-Rente (ohne Eigenheimrente) soll der Erwerbsminderungsschutz bei Altersvorsorgeverträgen verbessert werden. Aufwendungen zur Absicherung der Berufsunfähigkeit und der verminderten Erwerbsfähigkeit können demnach besser steuerlich geltend gemacht werden. Die Möglichkeit zur gleichzeitigen Absicherung des Erwerbsminderungsrisikos im Rahmen von Altersvorsorgeverträgen wird erweitert.

Seite zwei: Verbesserungen beim Wohn-Riester

Weiter lesen: 1 2

2 Kommentare

  1. Die Politik sollte mal dringend die gesetzliche Rente reformieren und nicht ständig die privaten Anbieter it Bürokratie belästigen.

    Kommentar von Jan Lanc — 1. Oktober 2012 @ 12:06

  2. Mehr Transparenz ist zunächst im Sinne der Riesterkunden begrüßenswert, allein die tatsächliche Ausgestaltung z.B. der PIBs wird zeigen, ob der Verbraucher mehr “Durchsicht” erhält. Auch die weiteren Verbesserungen im Rürupberich und der möglichen Einschließbarkeit von Erwerbschutz- bzw. Berufsunfähigkeitsvorsorge ist klasse. Leichter wird die Auswahl für den Verbraucher dadurch voraussichtlich nicht werden, und eine ganzheitliche Alters- bzw. Ruhestandplanung nie ersetzen können.

    Kommentar von Andre Perko — 27. September 2012 @ 13:11

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 4/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Tech-Aktien – Fondspolicen – Baufinanzierung – Frauen in der Finanzberatung

Ab dem 16. März im Handel.

Cash. 3/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Pflegevorsorge - Small Caps - Zinshäuser - Digitalisierung - Honorarberatung - Leadsgewinnung - Nachfolge-Planung

Versicherungen

Krankenkassen geben mehr für freiwillige Angebote aus

Die Ausgaben der gesetzlichen Krankenkassen für freiwillige Leistungen haben sich in den vergangenen vier Jahren fast verdoppelt. Das geht nach einem Bericht der “Berliner Zeitung” (Mittwoch) aus Daten des Bundesgesundheitsministeriums hervor, die die Linken-Gesundheitspolitikerin Birgit Wöllert angefordert hat.

mehr ...

Immobilien

Vorgeschobener Eigenbedarf: Mieter steht Schadensersatz zu

Ein Mieter, dem aufgrund von Eigenbedarf gekündigt wurde, klagte vor mehreren Instanzen auf Schadensersatz, da der Vermieter die Wohnung nach seinem Auszug nicht wie angekündigt nutzte. Der Bundesgerichtshof (BGH) gab dem Kläger in einem Urteil am Mittwoch Recht.

mehr ...

Investmentfonds

Münchener Rück erwartet Brexit-Schaden für UK-Wirtschaft

Der Rückversicherer Munich Re erwartet in den nächsten zwei Jahren einen deutlich spürbaren Brexit-Schaden für die britische Konjunktur.

mehr ...

Berater

Finanzierung für Selbstständige und Unternehmer

Für Selbstständige und Freiberufler ist es deutlich schwieriger, einen Kredit zu erhalten als für Angestellte. Aber es gibt nicht nur den klassischen Bankkredit. Wer bei der Kreditanfrage von seiner Hausbank eine Absage erhält, kann zu anderen Mitteln greifen. Wir zeigen auf, welche Alternativen es gibt.

mehr ...

Sachwertanlagen

Offshore-Strom legt deutlich zu

Lange fehlten oft die Verkabelungen, um den aus See produzierten Strom an Land zu bringen. Doch jetzt scheinen die Offshore-Windparks ihren Beitrag zur Stromerzeugung in einem deutlich größeren Umfang zu leisten.

mehr ...

Recht

Makler oder Mehrfach-Agent? Versicherungsnehmer ist beweisbelastet

Für die Behauptung, ein Versicherungsvermittler, der die Antragsfragen aufgenommen hat, sei als Mehrfach-Agent tätig geworden, ist der Versicherungsnehmer beweisbelastet. Dies entschied das Oberlandesgericht Dresden in einem aktuellen Urteil.

mehr ...