Anzeige
22. Oktober 2013, 08:48
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Wegfall der bKV-Freigrenze: Endlich Klarheit!

Gefährdet der Wegfall der Freigrenze von 44 Euro die Zukunft der betrieblichen Krankenversicherung (bKV)? Experte Oliver Pering glaubt dies nicht – im Gegenteil: “Endlich herrscht Klarheit!”, meint der Geschäftsführer der DSGbkV. Im folgenden Gastbeitrag erklärt er, warum die Entscheidung Chancen für Vermittler bieten könne.

Oliver Pering, DSGbKV

Oliver Pering erwartet in Zukunft eine “Konzentration auf die Darstellung und den Verkauf der vielfältigen Vorteile der bKV.”

Das Bundesfinanzministerium weist die Länderfinanzbehörden an, ab dem 1. Januar 2014 den Beitrag des Arbeitgebers für Leistungen zur Zukunftsicherung seiner Arbeitnehmer grundsätzlich als Barlohn zu behandeln – dies betrifft auch die betriebliche Krankenversicherung.

Es entfällt somit die Anerkennung als Sachbezug und damit auch die Freigrenze in Höhe von 44 Euro gemäß Paragraf 8 Absatz 2 Satz 9 Einkommenssteuergesetz (EStG). Eventuell gilt dies auch für die mögliche Pauschalversteuerung durch den Arbeitgeber für darüber hinaus gehende Beiträge (Paragraf 37 EStG).

Rechtliche Spielräume bleiben erhalten

Nun werden sich viele Versicherungsvermittler fragen, wie sich die Entscheidung auf ihre bKV-Beratung auswirken wird. Zunächst gilt es, einige Fakten festzuhalten, die auch weiterhin Bestand haben:

1. Die Aufwendungen des Arbeitgebers zu einer bKV sind immer Betriebsausgaben.

2. Die Pauschalversteuerung nach Paragraf 40 EStG ist weiterhin möglich. Der Arbeitgeber muss beim zuständigen Betriebsstättenfinanzamt eine unternehmensabhängige (individuelle) Pauschalierung der Lohnsteuer für die bKV-Beiträge beantragen.

Die Voraussetzungen hierfür sind:

a. Die Beiträge müssen jährlich gezahlt werden.

b. Ab 20 Arbeitnehmern besteht gegenüber dem Betriebsstättenfinanzamt ein Berechnungsanspruch.

c. Die Pauschalierung von sonstigen Bezügen ist bis Euro 1.000 je Mitarbeiter und Jahr möglich.

Die Pauschalversteuerung durch den Arbeitgeber muss mit folgenden Angaben beim Betriebsstättenfinanzamt beantragt werden:

a. Anzahl der betroffenen Arbeitnehmer je Steuerklasse.

b. Durchschnittliche Jahresarbeitslöhne der insgesamt betroffenen Arbeitnehmer.

c. Durchschnittlich gezahlte sonstige Bezüge für den Arbeitnehmer (bKV-Beitrag)

Mit diesen Angaben ermittelt das zuständige Betriebsstättenfinanzamt den für das anfragende Unternehmen individuellen Pauschalsteuersatz (gemäß SvEV Paragraf 1 Abs.1 Satz 1 Nr. 2 fallen keine Sozialversicherungsabgaben an, wenn der bKV Beitrag als nicht einmalig gezahltes wiederkehrendes Arbeitsentgelt anerkannt wird).

3. Die Möglichkeit der Nettolohnversteuerung durch den Arbeitgeber:

Bei der Nettolohnversteuerung wird der bKV-Beitrag als Nettolohn betrachtet und individuell je Mitarbeiter mit dessen Lohnsteuermerkmalen auf den Bruttolohn hochgerechnet. Dabei ist die vom Arbeitgeber übernommene Lohnsteuer ebenfalls als geldwerter Vorteil zu betrachten. Die daraus resultierende Nettobelastung beim Arbeitnehmer fällt relativ gering aus.

Die Nettolohnversteuerung ist geeignet für Unternehmensgrößen von bis zu 20 Mitarbeitern. Natürlich besteht für diese Unternehmen die Möglichkeit, das zuständige Betriebsstättenfinanzamt auf die Berechnung des individuellen Pauschalsteuersatzes nach Paragraf 40 EStG anzusprechen (dies ist eine KANN-Regelung).

Fazit: die Pauschalversteuerung nach Paragraf 40 EStG ist die sinnvolle, eindeutige und nachhaltige steuerliche Regelung von arbeitgeberfinanzierten Beiträgen zur betrieblichen Krankenversicherung und wird für kleine Unternehmen ergänzt durch die Zusatzoption der Nettolohnversteuerung!

Seite zwei: Welche Chancen für Vermittler künftig entstehen

 

Weiter lesen: 1 2

Anzeige

1 Kommentar

  1. Gut, m.M. sollten wir aber auf eine einheitliche, für alle gleiche pauschale Besteuerung, mit einem reduzierten Steuersatz hin arbeiten. Dann ist das Thema schnell und einfach erklärt.

    Kommentar von Achim — 23. Oktober 2013 @ 12:01

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 2/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Absolute-Return – Insurtechs – Robo Advisors – Denkmalimmobilien


Ab dem 26. Januar im Handel.

Cash. 1/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Trumps Sieg in Rendite ummünzen - Themen, Produktangebote und Trends 2017 - Rentenreform

Versicherungen

Insurtechs: Über 80 Millionen US-Dollar für deutsche Start-ups

Im Jahr 2016 haben die deutschen Insurtechs in Finanzierungsrunden mehr als 80 Millionen US-Dollar eingesammelt. Das geht aus einer Untersuchung des Münchener Fintech-Start-ups Finanzchef24 hervor. Demnach hat sich das Finanzeriungsvolumen im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt.

mehr ...

Immobilien

Baufi Secure: Neues Absicherungsprodukt für Immobiliendarlehen

Was geschieht, wenn Immobilienkäufer ihre Darlehensraten aufgrund von Krankheit oder Arbeitslosigkeit nicht mehr bedienen können? Das Produkt Baufi Secure will die Immobilienfinanzierung flexibel absichern.

mehr ...

Investmentfonds

Merck Finck sieht Rückenwind für Aktien

Kurz vor der Amtseinführung von Donald Trump sind vermehrt kritische Stimmen von der Investmentseite laut geworden. Merck Finck blickt der kommenden Handelswoche dennoch optimistisch entgegen.

mehr ...

Berater

WhoFinance und Defino bauen Kooperation aus

Wie das Bewertungsportal WhoFinance und das Defino Institut für Finanznorm mitteilen, haben sie ihre beiden Portale eng miteinander vernetzt. Dadurch sollen Finanzberater und Vermittler künftig die Qualität ihrer Beratung noch besser im Internet darstellen können.

mehr ...

Sachwertanlagen

Doric zieht positive Bilanz für 2016

Quadoro Doric hat mit der kernsanierten Büroimmobilie Trappenburch in Utrecht eine weitere Immobilie für den offenen Spezial-AIF Vescore Sustainable Real Estate Europe übernommen und damit das Jahr 2016 erfolgreich abgeschlossen.

mehr ...

Recht

LV-Verträge als Kreditsicherung: Widerspruchsrecht verwirkt

Werden Lebensversicherungsverträge zur Immobilienfinanzierung eingesetzt, kann das Widerspruchsrecht des Versicherten verwirkt sein, auch wenn die Widerspruchsbelehrungen der Policen nicht korrekt sind. Knackpunkt ist die Bedeutung der Policen als Sicherungsmittel.

mehr ...