Anzeige
2. September 2013, 12:03
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Umfrage: Deutsche wollen gerechteres Gesundheitssystem

In der gestrigen TV-Debatte sprach sich SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück erneut für die Einführung einer Bürgerversicherung aus. Freuen dürfte ihn, dass sich 83 Prozent der Deutschen für eine Gleichbehandlung von privat und gesetzlich Versicherten aussprechen, so das Ergebnis einer aktuellen Umfrage.

Gerhard Billen, vzbv

Gerd Nillen, VZBV

Das Nebeneinander von gesetzlicher Krankenversicherung (GKV), in der rund 90 Prozent der Bevölkerung versichert sind, und privater Krankenversicherung (PKV) sowie die “Bedingungen des Systemwettbewerbs sehen die Verbraucher überwiegend kritisch”, teilt der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) auf Basis einer repräsentativen Umfrage von TNS Emnid mit.

Die Bundesbürger wünschten sich “mehr Solidarität”, meint der vzbv. Auf die Frage “Wie wichtig ist Ihnen folgende Veränderung im Gesundheitssystem nach der Bundestagswahl: Sollen privat und gesetzlich Versicherte gleich behandelt werden?” antworteten 58 Prozent der Befragten mit “sehr wichtig”, 25 Prozent mit “wichtig“.

Verbraucherschützer sehen sich bestätigt

Die Verbraucherschützer sehen sich damit in ihrer Haltung bestätigt: “Die Gesundheitspolitik muss in der kommenden Legislaturperiode eine Richtungsentscheidung für die Integration von gesetzlicher und privater Krankenversicherung treffen, damit alle Akteure wissen, wohin die Reise geht”, sagt vzbv-Vorstand Gerd Billen.

In einem integrierten Krankenversicherungsmarkt stünden alle Anbieter von Krankenversicherungen bei gleichen gesetzlichen Rahmenbedingungen im Wettbewerb und alle Versicherten hätten “umfassende Wahl- und Wechselmöglichkeiten”, so Billen weiter.

Ärztehonorare gerechter verteilen

Weiter ergab die Umfrage, dass es für 81 Prozent der Befragten wichtig sei, dass die Ärztehonorare gerechter verteilt werden. Aktuell könnten Ärzte für privat Versicherte deutlich höhere Honorare berechnen, so der Verband. Dies führt aus Sicht des vzbv zu Fehlanreizen in der Versorgung und im “Niederlassungsverhalten” junger Ärzte.

Die Verbraucherschützer sprechen sich deshalb dafür aus, in der nächsten Legislaturperiode die Honorar-, aber auch die Vergütungssysteme so anzupassen, dass “Bedarfsorientierung, gute Versorgungsqualität und Kooperationen zum Beispiel zwischen ambulanter und stationärer Versorgung” belohnt werden.

Mehr Information zu IGeL gewünscht

Wenn es um die Beratung zu individuellen Gesundheitsleistungen (IGeL) geht, die Verbraucher selbst bezahlen müssen, ist 92 Prozent der Befragten eine bessere Beratung wichtig. Dies decke sich mit den Erkenntnissen der Verbraucherzentralen. Eine Befragung im vergangenen Jahr hat demnach ergeben, dass über den Nutzen solcher Selbstzahlerleistungen im Vorfeld oft nicht angemessen aufgeklärt wird. Außerdem gebe es beträchtliche Mängel bei der Erstellung von Kostenvoranschlägen und Rechnungen, kritisiert der Verband. (lk)

Foto: vzbv

Anzeige

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 4/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Tech-Aktien – Fondspolicen – Baufinanzierung – Frauen in der Finanzberatung

Ab dem 16. März im Handel.

Cash. 3/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Pflegevorsorge - Small Caps - Zinshäuser - Digitalisierung - Honorarberatung - Leadsgewinnung - Nachfolge-Planung

Versicherungen

Münchener Verein baut Eigenkapitalbasis aus

Die Münchener Verein Versicherungsgruppe konnte im Geschäftsjahr 2016 ein Ergebnis nach Steuern in Höhe von 99,6 Millionen Euro erzielen. Das entspricht einer Steigerung von 5,1 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahr.

mehr ...

Immobilien

Die Top Sechs der teuersten und günstigsten Studentenstädte

Nicht alle Studenten leben gerne in WGs, in einigen Hochschulstädten ist das Leben ohne Mitbewohner aber besonders teuer. Immowelt hat untersucht, wo Studenten am teuersten wohnen und in welchen Städten die Mieten besonders niedrig sind.

mehr ...

Investmentfonds

Banken leihen sich von EZB 233,5 Milliarden Euro

Die europäischen Kreditinstitute haben vorerst die letzte Gelegenheit sehr stark genutzt, um sich zum Nullzins Kredite von der EZB zu besorgen. Auch in der Eurozone verdichten sich mittlerweile die Anzeichen für einen strafferen Notenbankkurs.

mehr ...

Berater

Sparkassen im Norden forcieren Online-Banking

Trotz wachsender Belastungen durch die Niedrigzinsen haben die Sparkassen in Schleswig-Holstein 2016 ihren Jahresüberschuss nach Steuern auf 143,2 Millionen Euro steigern können. Das teilt der Sparkassen- und Giroverband für Schleswig-Holstein mit. Um sinkenden Erträgen entgegenzuwirken, wollen die Sparkassen ihr digitales Angebots ausbauen.

mehr ...

Sachwertanlagen

US-Justiz ermittelt gegen Hapag-Lloyd und Møller-Maersk

Sprechen die großen Reedereien im Hinterzimmer ihre Preise ab? US-Behörden haben eine Untersuchung gegen die Branche eingeleitet. Stellung nehmen soll auch der deutsche Container-Riese Hapag Lloyd.

mehr ...

Recht

LV-Vertrag: Bei Änderung Steuerlast wie bei Neuabschluss

Wird ein Lebensversicherungsvertrag (LV-Vertrag) vor Ablauf der Vertragslaufzeit geändert, ohne dass die Modifikation von vornherein vertraglich vereinbart worden ist, liegt hinsichtlich der Änderungen aus ertragsteuerlicher Perspektive ein neuer Vertrag vor. Dies entschied der Bundesfinanzhof.

mehr ...