Anzeige
19. Februar 2013, 12:26
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Umfrage: Niedergelassene Ärzte lehnen Bürgerversicherung ab

Pläne für eine Bürgerversicherung stoßen in der Ärzteschaft auf große Ablehnung: Neun von zehn niedergelassenen Ärzte haben sich laut einer aktuellen Fax- und Online-Umfrage gegen einen entsprechenden Umbau des Krankenversicherungssystems ausgesprochen.

BVNF-Vorsitzender Dr. Wolfgang Bärtl

Dr. Wolfgang Bärtl, BVNF

An der Umfrage, die gemeinsam vom Online-Ärztenetzwerk Hippokranet und dem Bundesverband der niedergelassenen Fachärzte (BVNF) initiiert wurde, hätten Anfang Februar mehr als 2.100 Ärzte teilgenommen, teilte der Ärztenachrichtendienst (änd) in Hamburg mit.

Laut änd sind rund 86 Prozent der Ärzte davon überzeugt, dass am derzeitigen dualen Krankenversicherungssystem – mit Vollversicherungsangeboten der privaten Krankenversicherer (PKV) – festgehalten werden sollte.

Nur zwölf Prozent wollen PKV auf Zusatzversicherung beschränken

“Lediglich zwölf Prozent der Ärzte gaben an, dass sich das Geschäft der PKV künftig nur auf Zusatzversicherungen beschränken sollte”, sagt Jan Scholz, Chefredakteur des Ärztenachrichtendienstes, dem Betreiber des Hippokranet.

Interessant sei zudem, so der änd, dass sich die deutliche Mehrheit (86 Prozent) der niedergelassenen Ärzte für die Kostenerstattung in den Arztpraxen bei Kassenpatienten ausgesprochen habe.

Mehr Transparenz gefordert

“Das sollte ein Signal für die Politiker sein. Es muss eine öffentliche Debatte über das Thema geben. Die Kollegen wollen mehr Transparenz im System. Der Patient soll anhand einer verständlichen Rechnung die erbrachten Leistungen nachvollziehen können – der Arzt soll Klarheit über das zu erwartende Honorar bekommen”, kommentiert BVNF-Vorsitzender Dr. Wolfgang Bärtl.

Drohender Milliardenverlust für Ärzteschaft

“Die Kollegen haben dabei ein deutliches Votum abgegeben – gegen die Bürgerversicherung und für die Beibehaltung des derzeitigen dualen Krankenversicherungssystems. Mit dem Modell von SPD und Grünen fürchten die Niedergelassenen deutliche Verschlechterungen”, ergänzt Bärtl.

Nach Schätzungen des PKV-Verbandes müsste die Ärzteschaft mit einem Verlust von 3,6 Milliarden Euro im Jahr rechnen, sollte die PKV zugunsten einer Bürgerversicherung abgeschafft werden.

änd kritisiert MLP-Umfrage

Bereits im Januar hatte es eine Umfrage des Finanzdienstleisters MLP unter rund 500 Ärzten gegeben, bei dem sich eine knappe Mehrheit der Mediziner für die Bürgerversicherung ausgesprochen hatte. Der änd will dies jedoch nicht gelten lassen: Demnach habe die MLP-Umfrage Klinikärzte und niedergelassene Ärzte “in einen Topf geworfen”. “Wir wollten mit unserer Umfrage gezielt herausfinden, wie die Ärzte in den Praxen über das Thema denken – und das Ergebnis ist eindeutig. Die Bürgerversicherung stößt auf wenig Verständnis”, so Scholz. (lk)

Foto: BVNF

Anzeige

3 Kommentare

  1. Das ist doch klar, dass die Ärzte dagegen sind, wer lässt sich die beste Einnahmequelle gerne wegnehmen. Ich bin Privatpatien und kenne viele, fast alle ältere wollen zurück in die GKV und lieber eine Zusatzversicherung machen. Im Monat 600 bis 1000 € bezahlen ein absoluter Wahnsinn. Ich selbst habe am Samstag eine Erhöhung von der DVK in Höhe von 60% ab dem 01.04.2013 bekommen, ein absoluter Wahnsinn!!!!!!!!

    Kommentar von Wiesenbohrer — 20. Februar 2013 @ 17:49

  2. sehr einseitig betrachtet. eine Umfrage unter den Patienten wäre
    aufschlussreicher.

    Kommentar von Koder,Heinz — 19. Februar 2013 @ 19:34

  3. ganz interessant

    Kommentar von Jörg Püthe — 19. Februar 2013 @ 18:10

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 2/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Absolute-Return – Insurtechs – Robo Advisors – Denkmalimmobilien


Ab dem 26. Januar im Handel.

Cash. 1/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Trumps Sieg in Rendite ummünzen - Themen, Produktangebote und Trends 2017 - Rentenreform

Versicherungen

Universa erweitert Fondspolice

Die Universa hat ihre fondsgebundene Rürup-Rente weiter ausgebaut. Nach Angaben des Versicherers können Kunden in der Einzelfondsauswahl bis zu fünf Anlagefavoriten aus rund 50 Aktien-, Renten-, Misch-, Dach- und Geldmarktfonds wählen und diese jederzeit wieder ändern.

mehr ...

Immobilien

Beruhigung am chinesischen Immobilienmarkt

Obwohl die Immobilienpreise in den meisten chinesischen Städten weiter steigen, beruhigt sich der Markt im Vergleich zu den Vormonaten. Dies geht aus einer am Mittwoch in Peking veröffentlichten Erhebung der nationalen Statistikbehörde hervor.

mehr ...

Investmentfonds

Trump wird den Dax abwürgen

Kurz nach der Wahl von Donald Trump war die Reaktion überraschend positiv an der Wall Street. Insgesamt hofften viele Börsianer auf eine starke Konjunkturbelebung. Der Rademacher-Kommentar

mehr ...

Berater

Dirk Kreuter startet Vertriebsoffensive

Vertriebsexperte Dirk Kreuter gastiert in diesem Jahr in acht deutschen Städten und in Wien mit dem Event “Vertriebsoffensive”. Zu den Themen zählen unter anderem Kundenakquise, Einwandbehandlung und “Die Psychologie des Überzeugens”. Cash.-Online-Leser erhalten vergünstigte Karten.

mehr ...

Sachwertanlagen

Patrizia offeriert digitale Zeichnung von Immobilienfonds

Die Platzierungspartner der Patrizia GrundInvest können ab sofort das Portal eDirektzeichnung zur Erweiterung ihres Online-Angebots für Sachwerte nutzen.

mehr ...

Recht

WIKR: Konsequenzen für die Darlehensvergabe der Assekuranz

Die Umsetzung der Wohnimmobilienkreditrichtlinie (WIKR) im März 2016 bedeutet für alle Beteiligten eine große Herausforderung. Auch das Versicherungsaufsichtsgesetz (VAG) ist von der WIKR betroffen. In ihrer aktuellen Publikation stellt die Finanzaufsicht Bafin die Änderungen dar.

mehr ...