Anzeige
15. November 2013, 11:39
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Umfrage: GKV rechnet mit Konsolidierung und steigenden Kosten

Die gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) in Deutschland rechnen in Zukunft mit finanziellen Engpässen und mit der Konsolidierung ihrer Branche: Laut einer aktuellen Umfrage glauben zwei Drittel, dass in Zukunft eine Zahl von 40 bis 100 Krankenkassen sinnvoll und ausreichend sei.

Anhaltende Kostensteigerungen belasten die Krankenkassen in Deutschland.

Anhaltende Kostensteigerungen belasten die Krankenkassen in Deutschland.

Nur ein Drittel der Unternehmen hält eine Anzahl von 100 bis 150 Krankenkassen für notwendig. Dies ergab eine aktuelle Befragung unter 40 von 134 Krankenkassen in Deutschland durch die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft Pricewaterhouse Coopers (PWC).

Ambulante Krankenversorgung ist größter Kostentreiber

Auch wenn die GKV derzeit hohe Überschüsse verzeichnet, rechnen die gesetzlichen Krankenversicherer in Zukunft mit knappen Kassen. Grund hierfür sind vor allem anhaltende Kostensteigerungen, die das größte Problem aus Sicht der Befragten darstellen. Als Hauptkostentreiber werden die ambulante Krankenversorgung, psychiatrischen Krankenhäuser und die stationäre Pflege genannt (siehe Grafik).

In diesen drei Bereichen vermuten die befragten Kassen auch das größte Einsparpotenzial. IT-Maßnahmen zur Kostenreduktion und Zusatzpakete spielten hingegen keine wichtige Rolle, so PWC. Auch eine Zusatzversicherung, wie sie Krankenhausbetreiber zusammen mit Krankenversicherungen anbieten, sei aus Sicht der Befragten “kein Modell für die Zukunft”.

Finanzierung ohne Zusatzbeitrag immer schwieriger

“Die gesetzlichen Krankenversicherungen sehen sich mit erheblichen Kostensteigerungen konfrontiert”, sagt Michael Burkhart, Leiter des PwC-Bereichs Gesundheitswesen und Pharma. “Auf der einen Seite kommen mit der demografischen Entwicklung steigende Ausgaben auf sie zu, auf der anderen Seite sinkt langfristig der Anteil der Menschen, die als Erwerbstätige zur Finanzierung der laufenden Ausgaben beitragen.” Eine große Herausforderung besteht laut Burkhart darin, die nächsten Jahre mit dem bestehenden Beitragssatz, das heißt ohne Zusatzbeiträge, zu finanzieren.

PWC: Fachkräftemangel erhebliche Gefahr für Patientenversorgung

Aber nicht nur finanziell stoße das Gesundheitswesen an seine Grenzen, warnt Burkhart: “Wenn wir heute nicht gegensteuern, wird die Gesundheitswirtschaft mittel- bis langfristig unter einem nie dagewesenen Fachkräftemangel leiden.” Die Patientenversorgung in Krankenhäusern, Pflegeheimen und in Arztpraxen in der heute gewohnten Qualität sei erheblich in Gefahr, so Burkhart weiter.

In einem pessimistischen Szenario fehlten 2030 bis zu 106.000 Ärzte. Dies entspreche 33 Prozent der dann notwendigen Stellen. Noch dramatischer sei die Situation bei Pflegekräften: Wenn sich der Fachkräftemangel fortsetze, würden 575.000 Pflegekräfte fehlen. Das entspreche 48 Prozent der notwendigen Stellen im Jahr 2030, so PWC. (lk)

Anhaltende Kostensteigerungen belasten die Krankenkassen in Deutschland.

Als Hauptkostentreiber gelten die ambulante Krankenversorgung, psychiatrische Krankenhäuser und die stationäre Pflege – in diesen Bereichen werden auch große Einsparpotenziale vermutet.

Foto: Shutterstock

Anzeige

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 12/2016

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Flaggschiff-Fonds – IDW S4-Standard – Crowdinvesting – Bankenwelt

Ab dem 17. November im Handel!

Special 4/2016

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Regulierung – betriebliche Altersversorgung – Unfallversicherung – Privathaftpflicht – Gewerbehaftpflichtpolicen

Ab dem 25. Oktober im Handel!

Versicherungen

Sanitätshäuser dürfen Kassenpatienten die Zuzahlung erlassen

Krankenversicherte dürfen auf Preisnachlässe bei medizinischen Hilfsmitteln wie Schuheinlagen, Blutzuckertests oder Hörgeräten hoffen. Ein Grundsatz-Urteil erlaubt es den Händlern solcher Produkte, ihren Kunden die Zuzahlung an die gesetzliche Krankenkasse zu erlassen.

mehr ...

Immobilien

Bauwirtschaft rechnet mit anhaltendem Boom

Die Bauwirtschaft rechnet für 2016 mit einem Plus von fünf Prozent und geht davon aus, dass 2017 ähnlich gut verläuft. Haupttreiber der Entwicklung seien der Straßen- und Wohnungsbau.

mehr ...

Investmentfonds

Italien-Referendum belastet Börse nicht

In diesem Jahr gerieten die Börsen durch politische Abstimmungen bereits mehrfach unter Druck. Nach dem Italien-Referendum scheinen die Marktteilnehmer aber dazu gelernt zu haben.

mehr ...

Berater

Vollmachtsvermutung: Hoher Prüfungsaufwand für Berater

Laut eines aktuellen Gesetzesentwurfes sollen Ehegatten und eingetragene Lebenspartner in Notfällen einander automatisch vertreten dürfen. In seiner derzeitigen Fassung besteht allerdings die Gefahr, dass die Missbrauchsanfälligkeit dieser Regelung hoch ist.

Gastbeitrag von Margit Winkler, Institut Generationenberatung

mehr ...

Sachwertanlagen

Schifffahrt: Krise, Krise und kein Ende

Der Verkauf der Reederei Hamburg Süd an den Konkurrenten Maersk markiert einen weiteren Höhepunkt der Schifffahrtskrise. Doch was haben AIF aus anderen Branchen damit zu tun? Der Löwer-Kommentar

mehr ...

Recht

IDD: Der Tod der Honorarvereinbarung für Versicherungsmakler

Aktuell erfreuen sich Honorarvereinbarungen – zum Beispiel bei der Vermittlung von Nettotarifen – und Servicepauschalen einer großen Beliebtheit unter Versicherungsvermittlern. Hiermit könnte jedoch bald Schluss sein – jedenfalls wenn es nach dem Willen des Bundeswirtschaftsministeriums geht.

mehr ...