Anzeige
Anzeige
15. Januar 2013, 11:22
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Diskussion um Lebensleistungsrente geht in neue Runde

In der CSU stoßen die Pläne von Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) für eine Lebensleistungsrente weiter auf Widerstand. Unterdessen warnt das Deutsche Institut für Altersvorsorge (DIA) vor einer “fatalen” Rentensituation für Frauen – und liefert Argumentationshilfe für die CSU.

Christine Haderthauer (CSU) kritisiert die Parteifreunde von der Leyen und Schäuble

Bayerns Sozialministerin Christine Haderthauer (CSU) kritisiert die Pläne zur Lebensleistungsrente (Archiv-Bild)

Bayerns Sozialministerin Christine Haderthauer (CSU) sagte zur Diskussion um die Lebensleistungsrente gestern im Deutschlandfunk, dass man im Koalitionsausschuss “keinem konkreten Rentenmodell” zugestimmt habe, stattdessen habe man nur “einige sehr theoretische allgemeine Eckpunkte” beschlossen, die nicht durch ein “tragfähiges Konzept” unterlegt worden seien.

Haderthauer kritisierte zudem, dass die Ursache für Altersarmut bei Frauen, nicht wie von der Leyen behaupte, auf zu niedrige Löhne im Gesamtlebensverlauf zurückzuführen sei. Stattdessen sei fast ausschließlich die Unterbrechung der Erwerbstätigkeit durch Kindererziehung ein Auslöser für Altersarmut. Kindererziehung müsse daher endlich angemessen honoriert werden, so Haderthauer.

DIA sieht “fatale” Rentensituation bei Frauen

Indirekte Unterstützung für ihre These erhält die bayerische Ministerin vom Deutschen Institut für Altersvorsorge (DIA). Wie das Institut bekannt gab, verdienen Frauen mit mittleren Einkommen 22 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen, sie arbeiten oft in Teilzeit- oder Minijobs und sie pausieren, solange die Kinder im Haus sind. Das führt laut DIA zu verkürzten Rentenversicherungsjahren (siehe Grafik unterhalb) und somit zu Mini-Renten.

Christine Haderthauer (CSU) kritisiert die Parteifreunde von der Leyen und Schäuble

Über 40 Prozent der Frauen in Westdeutschland kommen auf weniger als 25 Rentenversicherungsjahre

Im Durchschnitt beziehen Frauen nur die Hälfte der Rente von Männern, teilt das DIA mit. Das Institut bezeichnete die Rentensituation für Frauen als “fatal”. Obwohl die Erwerbstätigkeit von Frauen in Deutschland über dem Durchschnitt der Mitgliedsländer der Organisation für wirtschaftliche Zu­sam­menarbeit OECD liege, sei das Rentengefälle in keinem anderen Land  größer als hierzulande, betont das DIA.

Fast ein Viertel aller Rentnerinnen erhält weniger als 250 Euro

Fast ein Viertel aller Rentnerinnen bezogen im Jahr 2011 eine Rente von weniger als 250 Euro, berichtet das DIA (siehe Grafik unterhalb). Dies habe das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) in einer Antwort auf eine parlamentarische Anfrage festgestellt, heißt es.

Christine Haderthauer (CSU) kritisiert die Parteifreunde von der Leyen und Schäuble

Jede vierte Rentnerin bezieht weniger als 250 Euro

84 Prozent verfehlen Richtwert für Lebensleistungsrente

Knapp zwei Drittel der Rentnerinnen bleibt mit ihren Einkünften aus der gesetzlichen Rente unterhalb des Grundsicherungsbedarfs 2012 von 686 Euro, 84 Prozent erreichten nicht die Marke von 850 Euro, die als Richtwert für die Lebensleistungsrente diskutiert wird.

Nach den Beschlüssen des Koalitionsausschusses vom vergangenen Jahr sollen Mini-Renten über Steuermittel so aufgestockt werden, dass sie etwa zehn bis 15 Euro oberhalb der Grundsicherung von 686 Euro liegen. Die CSU-Landesgruppe hatte sich im Rahmen ihrer Tagung in Wildbad Kreuth gegen diese Finanzierung gestellt. Bundesministerin von der Leyen hält allerdings daran fest, dass die Koalitionsbeschlüsse wie geplant umgesetzt werden sollen.

Haderthauer fordert “mehr Spielraum” von Bundesminister Schäuble

CSU-Minsiterin Haderthauer übt nun Druck auf Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) aus. Dieser hatte unlängst angekündigt, dass es keinen Spielraum bei der Erhöhung der Rente für ältere Mütter gebe.

Haderthauer entgegnete im Deutschlandfunk, dass es “natürlich Spielraum” dafür gebe. Das sei “eine Frage des Wollens”. Wenn man allein die Summe nehme, die für die Lebensleistungsrente reserviert worden sei, könne man damit “jede Menge für ältere Mütter tun”, so die CSU-Frau. “Ich denke, dass auch Herr Schäuble sich der großen Mehrheit in seiner eigenen Partei, in der CSU und in der Bevölkerung nicht wird verschließen können”, ergänzte Haderthauer. (lk)

Foto: Bischof & Broel

Grafiken: DIA / Deutsche Rentenversicherung

Anzeige

1 Kommentar

  1. Niedere Frauenrente

    Kommentar von Klaus Pronold — 16. Januar 2013 @ 09:40

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 1/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Trumps Sieg in Rendite ummünzen - Themen, Produktangebote und Trends 2017 - Rentenreform - IDD

Ab dem 15. Dezember im Handel!

Cash. 12/2016

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Flaggschiff-Fonds – IDW S4-Standard – Crowdinvesting – Bankenwelt

Versicherungen

US-Geschäft: Kapitalerleichterungen für Rückversicherer

Europas Rückversicherungsbranche kann sich auf einfachere Geschäfte in den USA einstellen. Die Vereinigten Staaten und die Europäische Union haben sich nach mehr als zwanzigjährigen Verhandlungen auf den Wegfall von Vorschriften geeinigt.

mehr ...

Immobilien

Baufinanzierung: Beratung ist nicht alles

Wie viel ist Beratung in der Baufinanzierung wert? “Gute” Beratung wird zunehmend zum erwarteten Standard – wie stellt man sich darauf ein?

Kolumne von Joachim Leuther, BS Baugeld Spezialisten

mehr ...

Investmentfonds

Versorgeraktien stehen unter Strom

In den vergangenen Jahren wurden Versorger an der Börse massiv abgestraft. Dabei werden diese Firmen besonders von der Elektromobilität profitieren. Gastkommentar von Uwe Zimmer, z-invest Gmbh

mehr ...

Berater

BCA: Wüstenbecker verkauft Aktien

Wie der Oberurseler Maklerpool BCA mitteilt, veräußern Unternehmensgründer Jens Wüstenbecker und die Wüstenbecker GmbH & Co. KG ihre Aktien an der BCA AG. Vorübergehend übernimmt demnach die BBG aus Bayreuth das gesamte Aktienpaket. Mittelfristig soll es an weitere Unternehmen aus der Versicherungs- und Investmentbranche veräußert werden.

mehr ...

Sachwertanlagen

Klumpe Rechtsanwälte: Neue Struktur, mehr Service

Die 1982 von Rechtsanwalt Werner Klumpe gegründete Anwaltskanzlei KSP mit Sitz in Köln firmiert seit dem 1. Januar 2017 unter dem Namen “Klumpe Rechtsanwälte” und hat sich neu positioniert.

mehr ...

Recht

Rentenberater muss Gewerbesteuer zahlen

Die Einkünfte eines selbstständigen Rentenberaters unterliegen der Gewerbesteuer. Sein Berufsbild entspricht nicht den Vergleichsberufen Steuerberater oder Rechtsanwalt. Dies entschied das Finanzgericht Düsseldorf in einem aktuellen Urteil.

mehr ...