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17. Oktober 2013, 12:46
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Marktgerechte Zinsen statt Politik des billigen Geldes

Die Lebensversicherung bleibt aller Unkenrufe zum Trotz ein attraktives Produkt. Allerdings steht die Politik in der Pflicht, Fehlanreize mit der Gefahr neuer Blasenbildung durch marktgerechte Zinsen zu vermeiden.

Gastbeitrag von Dr. Alexander Erdland, GDV

Lebensversicherungen

Die Zinsen müssen wieder marktgerecht sein. Nur so lassen sich Fehlanreize
mit der Gefahr neuer Blasenbildung vermeiden.

Blicken wir auf die Kapitalmärkte und die Situation von Finanzdienstleistern, Produktanbietern sowie Beratern, Maklern und Privatanlegern, so wird deutlich: Im Zeitraum von 30 Jahren können sich beachtliche Veränderungen ergeben.

Ein wesentlicher Punkt, der uns heute alle beschäftigt, ist das Niedrigzinsumfeld. Vor 30 Jahren bewegten wir uns in einem Kapitalmarktumfeld, das wir aus heutiger Sicht geradezu als paradiesisch empfinden müssen: Die Nettoverzinsung der Kapitalanlagen der Lebensversicherer betrug acht Prozent und die Kunden einer Lebensversicherung durften sich über einen garantierten Höchstrechnungszins von drei Prozent freuen.

Vier Milliarden Euro zinsbedingte Mindereinnahmen

Von derartigen Zuständen sind wir heute weit entfernt. Die Stützung von Banken und überschuldeten Staaten durch billiges Zentralbankgeld hat ein Kapitalumfeld geschaffen, das für die Branche, aber auch für unsere Kunden zu einer immer größeren Herausforderung wird.

Allein im Jahr 2012 hatten die Lebensversicherer zinsbedingte Mindereinnahmen von vier Milliarden Euro zu verkraften. Derartige Größenordnungen belasten selbstverständlich die Rendite der Altersvorsorge-Verträge der Bürgerinnen und Bürger.

Dennoch ist es wichtig, dass Unternehmen und Vermittler gemeinsam alles daransetzen, den Wert der Lebensversicherung immer wieder zu verdeutlichen. Die Lebens- beziehungsweise Rentenversicherung bietet als Teil der unverzichtbaren privaten Vorsorge auch zukünftig wesentliche Vorzüge. Sie steht wie keine andere Anlageform für Sicherheit und Stabilität.

Politik steht in der Pflicht

Die Absenkung des Garantiezinses macht entsprechende Produkte keineswegs unattraktiv, denn die Gesamtrendite einer solchen Lebensversicherung liegt weit höher. Im Vergleich zu Bankprodukten versichert sie biometrische Risiken und garantiert darüber hinaus den Erhalt des eingezahlten Kapitals. Die weitere Produktentwicklung bei der Lebensversicherung berücksichtigt die veränderten Rahmenbedingungen, für die Kunden mit neuen Chancen.

In Zeiten des demografischen Wandels wird private Altersvorsorge immer wichtiger. Auch die Politik steht hier in der Pflicht, die Menschen noch mehr über die Notwendigkeit zur ergänzenden privaten Altersvorsorge aufzuklären und entsprechende Anreize zu setzen. Denn die niedrigen Zinsen gehen vor allem zulasten derjenigen, die auf die private Altersvorsorge viel mehr angewiesen sind als ihre Vorgängergenerationen.

Politik soll jedoch nicht nur aufklären, sondern vor allem auch zu einem Ende der Niedrigzinsphase beitragen. Dabei geht es darum, dass die Zinsen wieder marktgerecht sein müssen. Nur so lassen sich Fehlanreize mit der Gefahr neuer Blasenbildung vermeiden.

Ausstieg aus der Politik des billigen Geldes

Europa braucht jetzt einen Fahrplan zum Ausstieg aus der Politik des billigen Geldes, damit sich die eigene Vorsorge der Menschen weiter lohnt. Die Versicherungsbranche ist ein wertvoller Partner der Menschen – auch die Unterstützung und Hilfe, die die Menschen bei der Beseitigung der schweren Unwetterschäden dieses Jahr erfahren haben, haben dies wieder einmal bewiesen.

Hochwasser und Hagelstürme haben Schäden in Milliardenhöhe verursacht. Der Klimawandel ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Auch hier gilt: Wir müssen uns auf diese Veränderungen einstellen. Dazu gehört, die Menschen über Elementargefahren aufzuklären und ihnen Tipps zum Versicherungsschutz und zu Präventionsmaßnahmen zu geben.

Die Versicherer stehen für Stabilität und Nachhaltigkeit mitten in der Gesellschaft.

Dr. Alexander Erdland ist Präsident des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV).

Foto: GDV

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