Anzeige
Anzeige
8. März 2013, 12:09
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

DKV und Debeka begrüßen Notlagentarif in der PKV

Der geplante Notlagentarif für säumige Beitragszahler in der privaten Krankenversicherung (PKV) wird von den Marktführern der Branche begrüßt.

Notlagentarif in der PKVAngesichts von 140.000 Nichtzahlern und damit verbundenen Beitragsschulden in Höhe von mehr als 500 Millionen Euro, hält Volker Leienbach, Direktor des PKV-Verbandes, den von der Bundesregierung geplanten Notlagentarif für überfällig.

Gegenüber der “Passauer Neuen Presse” nannte Leienbach eine mögliche Beitragshöhe von rund 100 Euro im Monat. Er hoffe, dass die gesetzliche Grundlage für den neuen Tarif rasch geschaffen werde. Dabei begünstige das Modell nicht die Versicherer, sondern helfe den Betroffenen mit Schuldenproblemen, betonte der PKV-Direktor.

Notlagentarif im Sinne des Versichertenkollektivs

Beim Düsseldorfer PKV-Branchenriesen DKV hebt man hervor, dass der Tarif auch dem Versichertenkollektiv nütze: “Die dauerhafte Nichtzahlung fälliger Prämien muss von den anderen Beitragszahlern aufgefangen werden”, so eine Sprecherin der Ergo-Tochter. Um dies zu verhindern, befürworte das Unternehmen die Einführung des Tarifs.

Die Umstellung in den Nichtzahlertarif würde nach einem längeren Prämienrückstand erfolgen, erklärt das Unternehmen. Nach Begleichung aller Rückstände inklusive eines Säumniszuschlags könnte der Kunde dann in den Ursprungstarif zurückkehren. Die Einzelheiten hierzu bestimme der Gesetzgeber.

Weiter heißt es, dass sich die DKV-Mitarbeiter darum bemühten, dass Kunden mit vorübergehenden Zahlungsproblemen in ihrem normalen Tarif bleiben können und so weiter Alterungsrückstellungen bilden können. Hier komme man oft zu guten individuellen Lösungen, etwa mit Stundung und Nachzahlung von Beiträgen.

Debeka mit wenig Nichtzahlern

Auch der größte Mitbewerber der DKV, die Debeka aus Koblenz, begrüßt die Pläne von Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP), da der Basistarif für viele Versicherte immer noch zu teuer sei, so ein Unternehmenssprecher. Über die entsprechende Ausschüsse innerhalb des PKV-Verbandes werde man sich an der weiteren Ausgestaltung des Notlagentarifs beteiligen.

Zugleich betonte der Versicherer, dass man zu Ende 2012 mit rund 8.000 Nichtzahlern, das heißt, die mit mehr als drei Monatsbeiträgen im Rückstand sind, nur in geringem Ausmaß von der Beitragsschuldenproblematik betroffen sei. Nach Debeka-Angaben entspreche die Zahl der Schuldner einem Anteil von 0,36 Prozent am Versichertenkollektiv.

Leistungseinschränkungen für Betroffene

Klar ist bislang nur, dass der Notlagentarif aufgrund der geringeren Prämien mit Leistungseinschränkungen für die Betroffenen einhergehen wird. Details sind noch zu klären. Die DKV teilt vorab mit, dass man “medizinisch notwendige Behandlungen selbstverständlich” auch weiterhin erstatten werde. (lk)

Foto: Shutterstock

 

Anzeige

1 Kommentar

  1. Basistarif Info dazu

    Kommentar von lili — 11. März 2013 @ 19:09

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 4/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Tech-Aktien – Fondspolicen – Baufinanzierung – Frauen in der Finanzberatung

Ab dem 16. März im Handel.

Cash. 3/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Pflegevorsorge - Small Caps - Zinshäuser - Digitalisierung - Honorarberatung - Leadsgewinnung - Nachfolge-Planung

Versicherungen

Elternunterhalt: Betreuungsleistung nicht einkommensmindernd

Im Rahmen einer Überprüfung der Leistungsfähigkeit für den Elternunterhalt ist die vom Unterhaltsschuldner an sein minderjähriges Kind geleistete Betreuung nicht zu monetarisieren und kann somit nicht einkommensmindernd geltend gemacht werden, so der BGH.

mehr ...

Immobilien

Forward-Darlehen: Wetten auf den Zukunfts-Zins

Für alle, deren Immobilienfinanzierung in einigen Jahren zur Verlängerung ansteht, bietet sich das Forward-Darlehen an. Ob diese Darlehensart für sie geeignet ist, sollten Kunden nach ihrem Sicherheitsbedürfnis und dem finanziellen Spielraum abwägen.

mehr ...

Investmentfonds

Banken leihen sich von EZB 233,5 Milliarden Euro

Die europäischen Kreditinstitute haben vorerst die letzte Gelegenheit sehr stark genutzt, um sich zum Nullzins Kredite von der EZB zu besorgen. Auch in der Eurozone verdichten sich mittlerweile die Anzeichen für einen strafferen Notenbankkurs.

mehr ...

Berater

Sparkassen im Norden forcieren Online-Banking

Trotz wachsender Belastungen durch die Niedrigzinsen haben die Sparkassen in Schleswig-Holstein 2016 ihren Jahresüberschuss nach Steuern auf 143,2 Millionen Euro steigern können. Das teilt der Sparkassen- und Giroverband für Schleswig-Holstein mit. Um sinkenden Erträgen entgegenzuwirken, wollen die Sparkassen ihr digitales Angebots ausbauen.

mehr ...

Sachwertanlagen

Lacuna goes Canada

Die Regensburger Lacuna AG hat im Bereich Erneuerbare Energien ein Joint Venture in Kanada geschlossen und eine enge Zusammenarbeit mit der deutsch-kanadischen Außenhandelskammer (AHK Kanada) vereinbart.

mehr ...

Recht

LV-Vertrag: Bei Änderung Steuerlast wie bei Neuabschluss

Wird ein Lebensversicherungsvertrag (LV-Vertrag) vor Ablauf der Vertragslaufzeit geändert, ohne dass die Modifikation von vornherein vertraglich vereinbart worden ist, liegt hinsichtlich der Änderungen aus ertragsteuerlicher Perspektive ein neuer Vertrag vor. Dies entschied der Bundesfinanzhof.

mehr ...