Anzeige
14. Juni 2013, 08:30
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Beitragsschuldenstrudel: Debatte um Notlagentarif

Säumigen Zahlern dürfen private Versicherer und Krankenkassen mit der Einführung der allgemeinen Versicherungspflicht zwar nicht mehr kündigen, doch die Beitragsschulden bleiben bestehen. Der sogenannte Notlagentarif soll die Schuldenspirale verlangsamen.

Versicherungspflicht

In der privaten Krankenversicherung (PKV) gibt es nach Verbandsangaben rund 144.000 Nichtzahler, welchen mit Einführung der Versicherungspflicht zum 1. Januar 2009 nicht mehr gekündigt werden darf. Die Beitragsrückstände summierten sich nach vorläufigen Zahlen 2012 auf rund 745 Millionen Euro. Die Bundesregierung plant einen Gesetzentwurf, der die Einführung eines sogenannten Notlagentarifs mit einem Monatsbeitrag von etwa 100 Euro vorsieht.

Versicherte, die ihre Beiträge nicht zahlen können oder wollen, sollen demnach nach einem gesetzlich festgelegten Mahnverfahren in diesen Tarif überführt werden. Dieser deckt die Kosten für akute Erkrankungen sowie Schwangerschaften.

Versicherungswirtschaft begrüßt Notlagentarif

“Dem avisierten, sehr preisniedrigen Notlagentarif stehen wir als Unternehmen positiv gegenüber – insbesondere, weil dadurch weitere Verschuldungen von in finanzielle Not geratenen Versicherten weitgehend gestoppt werden. Gleichwohl stehen den Betroffenen ausreichende Notfallleistungen zu”, sagt Peter Thomas, Vorstandsvorsitzender Inter Versicherungsgruppe aus Mannheim

Doch es gibt auch Krankenversicherungsexperten, die sich kritisch zur Initiative der Bundesregierung äußern, so etwa Patrick Ott vom Maklerunternehmen Neue Krankenversicherung (Neue KV): “Der Nottarif doktert nur an ein paar Symptomen herum und entlastet vor allem die deutschen PKV-Unternehmen, ohne den Versicherten eine wirkliche Besserung zu gewähren.”

Der Notlagentarif sei vor allem für Menschen mit Vorerkrankungen eine Notlösung, die einen Wechsel zu einer anderen Versicherung unmöglich machen, so Ott. “Für all diejenigen, die nur darunter leiden, dass ihre ehemaligen Billigtarife im Preis explodiert sind, ist das keine wirkliche Lösung.” Sie bräuchten eine bezahlbare Krankenversicherung mit soliden Leistungen. Ott verweist dazu auf den Ausweg “europäische Krankenversicherung”.

Sein Haus vermittelt Policen von Anbietern aus dem Europäischen Wirtschaftsraum (EWR), beispielsweise von der britischen Tochterniederlassung des US-Versicherers Aetna. Laut Ott funktionieren die EWR-Dienstleister ähnlich wie deutsche PKV-Unternehmen, das heißt Versicherte gehen im Krankheitsfall in Vorleistung.

Seite zwei: Europäische Police als Brücke

Weiter lesen: 1 2

Anzeige

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 2/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Absolute-Return – Insurtechs – Robo Advisors – Denkmalimmobilien


Ab dem 26. Januar im Handel.

Cash. 1/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Trumps Sieg in Rendite ummünzen - Themen, Produktangebote und Trends 2017 - Rentenreform

Versicherungen

Insurtechs: Über 80 Millionen US-Dollar für deutsche Start-ups

Im Jahr 2016 haben die deutschen Insurtechs in Finanzierungsrunden mehr als 80 Millionen US-Dollar eingesammelt. Das geht aus einer Untersuchung des Münchener Fintech-Start-ups Finanzchef24 hervor. Demnach hat sich das Finanzeriungsvolumen im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt.

mehr ...

Immobilien

Baufi Secure: Neues Absicherungsprodukt für Immobiliendarlehen

Was geschieht, wenn Immobilienkäufer ihre Darlehensraten aufgrund von Krankheit oder Arbeitslosigkeit nicht mehr bedienen können? Das Produkt Baufi Secure will die Immobilienfinanzierung flexibel absichern.

mehr ...

Investmentfonds

Merck Finck sieht Rückenwind für Aktien

Kurz vor der Amtseinführung von Donald Trump sind vermehrt kritische Stimmen von der Investmentseite laut geworden. Merck Finck blickt der kommenden Handelswoche dennoch optimistisch entgegen.

mehr ...

Berater

WhoFinance und Defino bauen Kooperation aus

Wie das Bewertungsportal WhoFinance und das Defino Institut für Finanznorm mitteilen, haben sie ihre beiden Portale eng miteinander vernetzt. Dadurch sollen Finanzberater und Vermittler künftig die Qualität ihrer Beratung noch besser im Internet darstellen können.

mehr ...

Sachwertanlagen

Doric zieht positive Bilanz für 2016

Quadoro Doric hat mit der kernsanierten Büroimmobilie Trappenburch in Utrecht eine weitere Immobilie für den offenen Spezial-AIF Vescore Sustainable Real Estate Europe übernommen und damit das Jahr 2016 erfolgreich abgeschlossen.

mehr ...

Recht

LV-Verträge als Kreditsicherung: Widerspruchsrecht verwirkt

Werden Lebensversicherungsverträge zur Immobilienfinanzierung eingesetzt, kann das Widerspruchsrecht des Versicherten verwirkt sein, auch wenn die Widerspruchsbelehrungen der Policen nicht korrekt sind. Knackpunkt ist die Bedeutung der Policen als Sicherungsmittel.

mehr ...