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20. August 2013, 12:42
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Versicherungsverband will Provisionen begrenzen

Diese Nachricht dürfte Versicherungsvermittler gehörig aufschrecken: Aus einem Schreiben des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) an Mitgliedsunternehmen geht laut “Süddeutscher Zeitung” hervor, dass sich der GDV für eine Provisionenbegrenzung bei Lebensversicherungen einsetzen will.

Versicherungsvertreter: Diskussion um Provisionsbegrenzung

Wie die SZ in ihrer heutigen Ausgabe berichtet, will die Versicherungswirtschaft die nächste Bundesregierung dafür gewinnen, ähnlich wie in der privaten Krankenversicherung bereits der Fall, eine Höchstgrenze für Provisionszahlungen bei Lebens- und Rentenversicherungen einzuführen.

Hiobsbotschaft für Großvertriebe

Bei vielen Vertriebsorganisationen dürfte die GDV-Initiative mit Bestürzung aufgenommen werden. So seien die vorgeschlagenen Höchstgrenzen so knapp bemessen, dass sie vor allem Großvertriebe wie DVAG, MLP, oder Swiss Life Select in ernsthafte Schwierigkeiten bringen dürfte, heißt es in dem Bericht.

Für eine kurzfristige Stellungnahme gegenüber Cash.-Online waren die genannten Unternehmen zunächst nicht zu erreichen. MLP-Sprecher Jan Berg betonte allerdings gegenüber der SZ, dass man es für falsch halte, “so in die Märkte einzugreifen. Die Beratungsqualität hängt nicht von der Höhe der Provisionen ab.”

Kritik kommt auch vom Verband Unabhängiger Finanzdienstleistungs-Unternehmen in Europa (Votum): “Mit gutem Grund unterscheiden sich die Vergütungen im Markt, weil sich auch die Beratungs- und Betreuungsleistungen der freien Finanzvermittler in Qualität und Umfang von gebundenen Vertrieben unterscheiden”, sagt Lüder Mehren, Vorstandsvorsitzender von Votum.

Obergrenze von vier Prozent im Gespräch

Laut SZ erhalten Großvertriebe heute regelmäßig über fünf Prozent der Beitragssumme als Provision, in der Spitze sogar bis zu sieben Prozent. Ein möglicher Deckel würde die Auszahlung an Vermittler auf 3,5 bis vier Prozent reduzieren, bei einer Heraufsetzung der “Stornohaftung” von fünf auf zehn Jahre – so sieht es ein Vorschlag einer GDV-Arbeitsgruppe vor.

Ein Alternativ-Vorschlag sieht laut SZ eine Obergrenze von zwei bis 2,5 Prozent vor, bei Erhalt der fünfjährigen Haftungszeit. Weitere zwei Prozent soll es über die gesamte Laufzeit des Vertrages geben.

Auch unabhängige Versicherungsmakler müssten im Falle einer Deckelung auf Einnahmen verzichten. Diese erhalten nach SZ-Angaben rund 4,5 Prozent bis 4,8 Prozent der Beitragssumme als Provision, bei freien Handelsvertretern, die nur für eine Gesellschaft tätig sind, beträgt die Provision 2,6 Prozent. Mehrfachagenten erzielen demnach rund 3,5 Prozent – so dass ein Deckel keine Auswirkungen auf sie hätte.

GDV will auf Niedrigzinsphase und Entwicklungen im Ausland reagieren

Mit der Forderung nach einer gesetzliche Regelung wolle der GDV auf die aktuelle Niedrigzinsphase reagieren, heißt es weiter. So sei man sich im Verband einig, dass abgeschlossene Verträge auch bei einem Garantiezins von nur einem Prozent nach zehn Jahren die eingezahlten Beiträge “wieder einspielen” sollten. Derzeit liegt der Garantiezins bei 1,75 Prozent – eine baldige Senkung durch die nächste Bundesregierung ist allerdings wahrscheinlich.

Votum-Chef Mehren will die Niedrigzinsphase allerdings nicht als Begründung gelten lassen: So seien Vermittlervergütungen kein “Steinbruch” für die Versicherer, “um die wegen der niedrigen Kapitalmarktzinsen schwachen Renditen aufzubessern”. Die Arbeit des Vermittlers müsse leistungsgerecht vergütet werden, so Mehren weiter. Nur wenn das Geschäftsmodell der Vermittlung auskömmlich sei, könne der Vermittler auch für Qualität sorgen.

Darüber hinaus fürchtet die Versicherungswirtschaft, dass die neue Bundesregierung dem Beispiel einiger europäischer Länder nacheifern könnte. So sind den Niederlanden, in Großbritannien und in mehreren skandinavischen Ländern Provisionen auf Lebensversicherungen und andere Altersvorsorgeverträge gänzlich verboten. Dort erhalten Berater vom Kunden ein Honorar, das sich nach der Beratungszeit bemisst. Der GDV will nun gewissermaßen die Flucht nach vorn ergreifen und von sich aus eine Obergrenze anbieten – wie die Sache ausgehen wird, bleibt offen. (lk)

Foto: Shutterstock

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8 Kommentare

  1. Ich frage mich wess geistes Kind diese Kommentatoren sind? Die Schreib-fehler in diesen Zuschriften schreien
    geradezu zum Himmel! Haben diese
    Schreiber ihre Ausbildung in der Baumschule genossen?

    Kommentar von Reichlmeier — 15. Januar 2014 @ 11:21

  2. Welcher Autohändler, Apotheker, Beamte und Angestellter des Ö.D. müssen für Fehlentscheidungen oder falscher Leistungen jahrelang Ihren Lohn, Provisionen, Tantieme oder den Sold zurück Erstatten. Das müsste aber in diesen Beispielen Dringender geregelt werden als im Maklerbereich.
    Abschaffung der Schneeballsystheme und den Struckywahn – braucht kein Vermittler – totaler Schwachsinn.
    Bänkster sollten wider Bankproduckte und keine Versicherungen verkaufen dürfen, das wäre eine Verschlankung der Banken die Ansehen bei den Bürgerinnen und Bürgern erbringen würde.” Dick Gabriel sein Plusterschmalz”. Diese Wahlbestrafung der freien Fermittler und Makler kommt schneller als gedacht. Die DGB`s rufen im neuen Jahr wider stärker zu Streiks. Ein frohes Fest – B.Welzel

    Kommentar von Bernd Welzel — 17. Dezember 2013 @ 14:44

  3. Es wird Vertriebs und Pols stärker treffen als den kleinen Makler wir haben als kleines Büro bei jeder Gesellschaft 4,5- 4,8 % an AP nur uns stört nur eines die 60 Monate Haftung und dann noch auf 10 JAhre Nein Danke. Man muss sich langsam Gedanken was anderes zu tun. Den die Damen und Herren der Versicherungen haften nicht für Ihr Gehalt warum sollen wir Vermittler mit unserer Leistung den Herrne das sicherer Gehalt erwirtschaften und wir gehen daran zu Grunde. 60 Monate sind nicht mehr zu kalkulieren wie soll es dann mit 120 Moanten sein. Es kann nur von Menschen kommen die nicht mit Vermittlung ihren Lebensunterhalt verdienen. Und die Allianz, Axa und Co kündigt man doch als guter Vermittler eh raus!

    Kommentar von Manfred — 21. August 2013 @ 13:37

  4. Wenn es Strukkivertriebe trifft, die nach einem Schneeballsystem arbeiten und bei denen bei jedem Vertragsabschluß noch 10 andere Leute mitverdienen (insbesondere die, die in dem Pyramidensystem ganz oben sitzen, ist dies sicher keine Hiobsbotschaft für Versicherungsmakler, im Gegenteil. Mehr als 4- 4,3 % bekommt der Kleinmakler bei den meisten Versicherern eh nicht.Eine Unverschämtheit sind jedoch die angesprochenen Stornohaftungszeiten von 10 Jahren. In welcher Branche gibt es so wass, daß ein Selbständiger nach getaner Arbeit unter umständen einen Teil seines Verdienstes in den nächsten 10 Jahren zurückzahlen muss? Wollen die unbedingt einen ganzen Berufszweig kaputt machen? Der größte Witz ist, dass solche Ideen vom Branchenprimus Allianz kommen, der jedes Jahr neue Rekordgewinne schreibt. Dieser Versicherer ist mir schon lange ein Dorn im Auge und wird von mir nicht mehr angeboten.

    Kommentar von Stefan — 21. August 2013 @ 13:14

  5. Aber ohne lange Haftungszeiten.!!!Vieleicht ist auch besser man macht weiter wie bsiher und es regelt sich von selbst bzw. der MArkt.

    Kommentar von Manfred — 21. August 2013 @ 08:41

  6. Provisionszahlungen als leistungsgerechte Vergütung ist in anderen Branchen, überall wenn im Dirketvertrieb der Kunde betreut wird, üblich – ohne diese ständig wiederkehrenden Aufgeregtheiten…

    Kommentar von Strätz — 21. August 2013 @ 08:38

  7. Ja das finde ich super endlich mal mehr Geld verdienen mit noch längerer Haftungszeit. Frage mich langsam in welcher Welt der GDV und die Versicherer leben und vorallem die Politik. Finanzbeartung tut Not an allen Ecken und Enden nur wird der Beruf Versicherungen und Finanzprodukte zu verkaufen kaputt gemacht zum wolle der Banken. Wer haftet für seine Provision 5 oder 10 Jahre? Jeder Verkäufer oder Handelsvertreter lacht sich krum. Und wie soll man da als Unternehmer kalkulieren können man gibt das Geld doch aus Essen & Trinken darf man scheinbar dann nicht mehr , oh ja und Familie auch nicht, den die haben ja auch Hunger. Die ganze Sache mit unabhängig und Vergütung stinkt zum Himmel den wer kann sich eine Beartung in höhe von 3000 € leisten der 1800 Netto verdient und Miete & Co evtl. Familie hat. Die reichen bekommen wie immer das Geld in den Arsch geblasen. Es sollte eine Generelle Verteilung der Courtage auf 5 Jahre gemacht werden das jedes Jahr zum Abschluss der Vermitteler erst Geld erhält, somit ist das Stornorisiko für alle Beteiligte geringer und man kann sich eher was aufbauen wie vordisikontiert. Pools und Vertriebe werden kaputt gehen mit der geringen Vergütung und längerer oder Umgehen das mit Dienstleistungsvergütungender Versicherer wie jetzt auch schon.

    Kein normaler Vermittler wird noch eine BU mit 10 JAhren Haftung verkaufen!!!

    Grüsse

    Manfred

    Kommentar von Manfred — 21. August 2013 @ 08:25

  8. Da wir wieder mal kräftig gebastelt. M.E. um des Bastelns willen, aber völlig konzeptionslos. Bleibt spannend, wie sich der Markt der Altersvorstoge weiterentwickeln wird. Eine These könnte sein, dass kein Mensch mehr Altersvorsorgeprodukte (Lebensversicherungen) abschließt oder jemanden findet, der ihm eine vermitteln will. Ob sich die Honorarberatung in Deutschland, vor allem in deutschen Köpfen durchsetzen läßt, bleibt auch eine spannende Frage. Konsequenz: Im Alter fehlt Geld ohne Ende, die jungen Gernerationen sollen dann die “Alten” finanzieren. Dasa geht nicht gut! Spannend ist auch, ob sich in der neuen Bundesregierung eine Lobby findet, den Finanz- und Finanzdienstleistungsmarkt auf vernünftige, zukunftsorienterite Beine zu stellen. Was der GDV da treibt, ist keinesfalls zielführend.

    Kommentar von Christian Krämer — 20. August 2013 @ 20:25

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