Anzeige
5. November 2014, 15:41
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Elementarschäden: Ruf nach Pflichtversicherung verhallt nicht

Der Bund der Versicherten (BdV) hat seine Forderung an die Politik erneuert, “endlich den Weg für eine Versicherungspflicht gegen Elementarschäden frei zu machen”. Zugleich werfen die Verbraucherschützer den Versicherern vor, mit punktuell neuen Elementarschaden-Produkten, das “Schreckgespenst Pflichtversicherung” vertreiben zu wollen.

Elementarschadenversicherung: Erneuter Ruf nach Pflichtlösung

“Es mangelt nicht an Angeboten, eher an der Nachfrage”, sagt GDV-Präsident Dr. Alexander Erdland. Bislang sei nur jedes dritte Haus gegen Überschwemmungen versichert.

Mit Verweis auf die aktuell erweiterten Schadenpolicen der Versicherer Ergo und Itzehoer, erklärte BdV-Vorstandssprecher Axel Kleinlein, dass derartige Risiken sehr wohl flächendeckend versicherbar seien. Die neuen Produkte unterstützten die Forderung des BdV nach einer Versicherungspflicht, so Kleinlein, wodurch Wohngebäude gegen existenzielle Schäden durch Naturgewalten wie Hochwasser, Schneedruck oder Erdrutsche abgesichert werden könnten.

BdV: Ausreichenden Schutz gibt es nur im Kollektiv

Weder die Politik noch die private Versicherungswirtschaft hätten es seit der Flut 2002 geschafft, kritisiert Kleinlein, eine für Verbraucher sinnvolle Versicherungslösung zu finden. “Dabei räumt die Branche selbst ein, dass es auch in Zukunft unversicherbare Gebäude geben wird, da keine wirtschaftlich sinnvolle Versicherungslösung angeboten werden könne”, sagt der BdV-Vertreter.

Er verweist auf Angaben des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), wonach allein in Sachsen rund 17.000 Objekte, die von den Überschwemmungen im Juni 2013 betroffen gewesen seien, in der höchsten Gefährdungsstufe liegen würden.

“Die Absicherung gegen existenzbedrohende Gefahren kann nicht vom Wohlwollen der Versicherungsunternehmen abhängen”, kritisiert Kleinlein. Er appellierte vor der morgigen Justizministertagung in Berlin an die teilnehmenden Politiker: “Wir brauchen eine politische Lösung. Ausreichenden Schutz gibt es nur im Kollektiv.”

Derzeit seien die Versichertenkollektive vergleichsweise klein, da die Versicherer “gezielt die geringen Risiken herauspicken”, keilt der BdV-Chef in Richtung Assekuranz. Diese möchte sich aber nicht nachsagen lassen, dass es in Risikogebieten keinen Versicherungsschutz gibt. So würden Versicherer “für nahezu alle Gebäude Versicherungsschutz gegen Hochwasser anbieten”, erklärt der GDV auf seiner Webseite.

“Es mangelt nicht an Angeboten, eher an der Nachfrage”, ergänzt GDV-Präsident Dr. Alexander Erdland. Bislang sei nur jedes dritte Haus gegen Überschwemmungen versichert.

GDV: Pflichtversicherung Freibrief, weiter in hochwassergefährdeten Gebieten zu bauen

Der Verband spricht sich generell gegen eine Pflichtversicherung aus. Die Erfahrung in Großbritannien habe gezeigt, so Erdland, dass mit einer Pflichtversicherung alle Anreize verloren gingen, in Schutzmaßnahmen zu investieren. Zudem wäre die Pflichtversicherung “ein Freibrief”, weiter in hochwassergefährdeten Gebieten zu bauen, erklärte Erdland Ende Juni anlässlich der Justizministerkonferenz auf Rügen. “Die Schäden werden in der Folge zunehmen und sich in den Prämien der Versicherten niederschlagen”, warnte der GDV-Präsident. (lk)

Foto: Shutterstock

 

 

 

Anzeige

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 2/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Absolute-Return – Insurtechs – Robo Advisors – Denkmalimmobilien


Ab dem 26. Januar im Handel.

Cash. 1/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Trumps Sieg in Rendite ummünzen - Themen, Produktangebote und Trends 2017 - Rentenreform

Versicherungen

Insurtechs: Über 80 Millionen US-Dollar für deutsche Start-ups

Im Jahr 2016 haben die deutschen Insurtechs in Finanzierungsrunden mehr als 80 Millionen US-Dollar eingesammelt. Das geht aus einer Untersuchung des Münchener Fintech-Start-ups Finanzchef24 hervor. Demnach hat sich das Finanzeriungsvolumen im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt.

mehr ...

Immobilien

Baufi Secure: Neues Absicherungsprodukt für Immobiliendarlehen

Was geschieht, wenn Immobilienkäufer ihre Darlehensraten aufgrund von Krankheit oder Arbeitslosigkeit nicht mehr bedienen können? Das Produkt Baufi Secure will die Immobilienfinanzierung flexibel absichern.

mehr ...

Investmentfonds

Merck Finck sieht Rückenwind für Aktien

Kurz vor der Amtseinführung von Donald Trump sind vermehrt kritische Stimmen von der Investmentseite laut geworden. Merck Finck blickt der kommenden Handelswoche dennoch optimistisch entgegen.

mehr ...

Berater

WhoFinance und Defino bauen Kooperation aus

Wie das Bewertungsportal WhoFinance und das Defino Institut für Finanznorm mitteilen, haben sie ihre beiden Portale eng miteinander vernetzt. Dadurch sollen Finanzberater und Vermittler künftig die Qualität ihrer Beratung noch besser im Internet darstellen können.

mehr ...

Sachwertanlagen

Doric zieht positive Bilanz für 2016

Quadoro Doric hat mit der kernsanierten Büroimmobilie Trappenburch in Utrecht eine weitere Immobilie für den offenen Spezial-AIF Vescore Sustainable Real Estate Europe übernommen und damit das Jahr 2016 erfolgreich abgeschlossen.

mehr ...

Recht

LV-Verträge als Kreditsicherung: Widerspruchsrecht verwirkt

Werden Lebensversicherungsverträge zur Immobilienfinanzierung eingesetzt, kann das Widerspruchsrecht des Versicherten verwirkt sein, auch wenn die Widerspruchsbelehrungen der Policen nicht korrekt sind. Knackpunkt ist die Bedeutung der Policen als Sicherungsmittel.

mehr ...