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30. April 2014, 12:00
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Infinus: Ignorierte Ergo Warnungen?

Die Düsseldorfer Ergo Versicherungsgruppe soll seit Jahren vor Geschäften mit dem Dresdener Finanzdienstleister Infinus gewarnt gewesen sein, so die digitale Zeitung “Handelsblatt Live”. Trotzdem bestand die Geschäftsbeziehung noch bis Herbst 2013.

Infinus: Ergo war gewarnt

Wie das Handelsblatt Live berichtet, wurde der Versicherer Ergo bereits 2002 vor Geschäften mit der Infinus-Gruppe gewarnt.

Unter Berufung auf einen Berichtsentwurf der Ergo-Konzernrevision und Aussagen beteiligter Personen berichtet das Handelsblatt Live, dass im Zuge der Geschäfte über 70 Millionen Euro von Ergo in die Infinus-Gruppe geflossen seien.

Infinus schloss demnach Ergo-Lebensversicherungen für eigene Mitarbeiter und deren Angehörige mit Laufzeiten von meist 30 Jahren ab. Die Jahresbeiträge seien teilweise in die Millionen gegangen. Die Provisionen für die Geschäfte flossen zurück an Infinus-Firmen.

Geschäftsbeziehung trotz Warnungen fortgesetzt

Die Ergo-Tochter Victoria Leben hatte bereits im Jahr 2002 einen Detektiv engagiert, um das Geschäftsmodell eines Unternehmens der Infinus-Gruppe zu überprüfen, so Handelsblatt Live. Der Ermittler teilte den Auftraggebern demnach mit, dass es sich um Geldwäsche handeln könnte.

Die Geschäfte zwischen dem Düsseldorfer Versicherungskonzern und der Dresdener Unternehmensgruppe wurden dennoch weitergeführt. Im Jahr 2012 habe zudem ein Risiko-Manager der Ergo erfolglos vor der Infinus-Gruppe gewarnt, da er in der Geschäftsbeziehung ein Reputationsrisiko sah. Trotz mehrfacher Warnung schloss Ergo demnach weitere Verträge in Millionenhöhe mit Infinus. Der letzte Vertrag ist laut Handelsblatt Live am 1. Oktober 2013 geschlossen worden, einige Wochen vor der Razzia bei Infinus.

“Im Nachhinein und im Licht der aktuellen Erkenntnisse müssen wir leider feststellen, dass Infinus unsere Produkte offenbar zweckwidrig eingesetzt und – so der Vorwurf der Staatsanwaltschaft – im großen Umfang Dritte geschädigt hat“, so ein Konzernsprecher gegenüber Handelsblatt Live. Aus damaliger Sicht hätten die Argumente für eine Fortsetzung der Geschäftsbeziehung gesprochen. (jb)

Foto: Ergo

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