Laienpflege: Was ist auch im Sinne der Angehörigen zu beachten?

Im Pflegefall wollen mehr als 80 Prozent der Bundesbürger zu Hause von ihren Angehörigen versorgt werden. Die gesetzlichen Pflegekassen zahlen für die sogenannte ‚Laienpflege‘ jedoch so gut wie nichts, so dass einhergehende Einkommenseinbußen vorprogrammiert sind.

Athanasios Almbanis, DFV Deutsche Familienversicherung AG

„Ein Blick auf die Zahlen lässt erkennen, welche Dimensionen das Thema Laienpflege heute schon hat und welche Ausmaße es in Zukunft voraussichtlich annehmen wird.“

Gesundheitsminister Gröhe hat die Dimension des Themas Laienpflege erst kürzlich in einem Interview angesprochen, indem er feststellte, dass „der wichtigste Pflegedienst die Familie“ sei. Denn unter diesen Begriff fällt all das, was im häuslichen Umfeld von den eigenen Angehörigen, Verwandten oder Freunden an Pflegeleistungen erbracht wird.

Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um eine zeitlich begrenzte, vorübergehende Betreuung handelt oder um eine Pflege, die über einen langen Zeitraum hinweg geleistet wird: Sobald eine nicht ausgebildete Fachkraft solche Aufgaben übernimmt, geht es um Laienpflege. Selbst wenn dies teilweise oder unter Zuhilfenahme zusätzlicher professioneller Dienste erfolgt.

Laienpflege hat schon heute enorme Dimensionen

Ein Blick auf die Zahlen lässt erkennen, welche Dimensionen das Thema heute schon hat und welche Ausmaße es in Zukunft voraussichtlich annehmen wird: Von den heute insgesamt 2,4 Millionen Pflegebedürftigen werden nach Angaben des Statistischen Bundesamtes rund 1,6 Millionen zu Hause versorgt. Rund 70 Prozent dieser Pflegebedürftigen werden durch einen oder mehrere Angehörige gepflegt. Der übrige Teil zusammen mit ambulanten Pflegediensten.

Mehr als 85 Prozent der häuslich Versorgten sind dabei den unteren Pflegestufen zugeordnet. Meist mit einer vergleichsweise langen Verweildauer und entsprechend hoher zeitlicher Inanspruchnahme der „Laienpfleger“.

2050 werden mehr als 5 Millionen Menschen von Laienpflege betroffen sein

Folgt man den Prognosen der Statistiker, dass sich die Anzahl der Pflegebedürftigen bis zum Jahr 2050 auf rund 4,6 Millionen fast verdoppeln wird und unterstellt man einen ungefähr gleichbleibenden Anteil für die häusliche Pflege, dann dürften einschließlich der zu Pflegenden mehr als 5 Millionen Menschen von Laienpflege direkt betroffen sein.

Nimmt man dann noch den ebenfalls dramatischen Anstieg von Demenzerkrankungen bis 2050 auf bis zu 3 Millionen Alzheimer-Demenz-Patienten hinzu, bei denen der Betreuungsbedarf besonders hoch ist, wird deutlich, wie wichtig eine optimale Vorsorge in puncto Laienpflege ist.

Seite zwei: Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung unzureichend

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