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24. Juni 2014, 12:07
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Analyse: LV-Reform bringt kleinere Anbieter in Nöte

Das Lebensversicherungsreformgesetz (LVRG) könnte laut einer Analyse der Unternehmensberatung Q_Perior dazu führen, dass Versicherer ihr Neugeschäft aufgeben und Vermittler aufgrund sinkender Provisionen verstärkt zu zahlungskräftigen Gesellschaften abwandern.

LV-Reform bringt kleinere Anbieter in Nöte

Q_Perior-Experte Frank Hammer: “Das LVRG betrifft den gesamten Vertriebsapparat der Gesellschaften.”

“Niedrige Rendite und sinkende Attraktivität sowie steigende Vertriebskosten veranlassen womöglich nicht wenige Gesellschaften dazu, das Neugeschäft bei Lebensversicherungen endgültig einzustellen”, teilt Q_Perior mit. Die Berater führen diese Entwicklung unter anderem auf die geplante Reduzierung des Garantiezinses zurück. Dieser soll laut LVRG zum 1. Januar 2015 um 0,5 Prozentpunkte auf nur noch 1,25 Prozent sinken.

Versicherer müssten in Vorleistungen treten, um Provisionsniveau zu halten

Insbesondere bei kleineren Lebensversicherern werde der finanzielle Druck als Folge der Reform erheblich steigen, prognostizieren die Q_Perior-Berater. Denn sollte das LVRG wie geplant umgesetzt werden, dürfen die Versicherungsunternehmen ab Januar 2015 nur noch 2,5 statt vier Prozent der Abschlusskosten für eine Lebensversicherung bilanziell geltend machen.

Dies hätte zur Folge, dass die Versicherer künftig deutlich stärker als bisher in Vorleistung treten müssten, um das aktuelle Vergütungsniveau im Vertrieb zu halten, meint Q_Perior-Experte Frank Hammer. Dies wirke sich nachteilig auf Gesellschaften aus, denen der finanzielle Spielraum für zusätzliche Vertriebsaufwände fehle.

Vermutlich seien die betroffenen Versicherer gezwungen, bei den Provisionen zu sparen, so Hammer. “Provisionskürzungen sorgen beispielsweise bei Maklerpools und strukturierten Vertrieben für Finanzierungsengpässe”, erläutert der Vertriebsexperte die Auswirkungen. Diese Engpässe beträfen vor allem unterstützende Prozesse etwa durch Spezialisten, Führungskräfte oder Marketing.

Wegen der üblichen Querfinanzierungen wirke das Gesetz auch über die Sparte Leben hinaus, sagt Hammer und betont: “Das LVRG betrifft den gesamten Vertriebsapparat der Gesellschaften.”

Kritik an Provisionsoffenlegung

Die vom LVRG angestrebte Offenlegung der Provisionen sehen die Q-Perior-Berater kritisch. Eine Transparenz “auf Euro und Cent” berge nicht nur Vorteile, heißt es. “Allein der Blick auf die Kosten verrät noch nichts über die Qualität einer Beratung oder von empfohlenen Versicherungsprodukten”, sagt Experte Hammer.

“Vielmehr setzt eine qualifizierte Entscheidung, ob die aufgerufenen Kosten gerechtfertigt sind oder nicht, genau diese Beratung erst voraus. Die Katze beißt sich in den Schwanz.” Weiter geht Hammer davon aus, dass viele Versicherer jetzt damit beginnen, ihre Vertriebs- und Vergütungsstrukturen auf den Prüfstand zu stellen.

Insbesondere alternative Bezahlmodelle wie laufende Provisionen im Ausschließlichkeitsvertrieb oder Konzepte zu Honorarberatungen rückten dabei in den Fokus. (lk)

Foto: Q_Perior

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1 Kommentar

  1. Es sind doch ohnehin zu viele Gesellschaften am Markt. Und die kleinen Anbieter haben ohnehin kaum Gewicht, wenn die weg sind wird es kaum jemandem auffallen.

    Kommentar von Jan Lanc — 25. Juni 2014 @ 09:51

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