Anzeige
6. Januar 2014, 08:13
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Schäden durch Naturgewalten: 2013 teuerstes Jahr seit 2002

2013 ist gerade erst vergangen, doch schon jetzt ist klar, dass es für die deutschen Schadenversicherer eines der teuersten Jahre der letzten Jahrzehnte sein wird: Knapp sieben Milliarden Euro musste die Versicherungswirtschaft für die Folgen von Naturgewalten aufwenden – so viel wie 2002 nicht mehr. Künftig stellt sich die Assekuranz auf noch größere Schäden ein.

Schadenversicherer: 2013 teuerstes Jahr seit 2002

Die Assekuranz musste für 180.000 versicherte Hochwasserschäden im Juni 2013 fast zwei Milliarden Euro aufwenden.

Trotz der verheerenden Schäden, die vor allem auf das Juni-Hochwasser (rund 1,8 Milliarden Euro) sowie auf Hagelstürme im Spätsommer (etwa 3,1 Milliarden Euro) zurückführen sind, sei das Naturgefahrenjahr 2013 keine Ausnahmeerscheinung, bilanzierte der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) in Berlin. “Vergleichbare Jahre hatten die Versicherer schon in der Vergangenheit und werden sie auch in Zukunft erleben”, teilte der GDV mit.

GDV nennt Häufung verschiedener Wetterextreme außergewöhnlich

Jahre mit vergleichbaren Leistungsdimensionen gab es demnach zuletzt 1990 und 2002. Allzu gelassen, will der Verband das Katastrophenjahr 2013 dann aber doch nicht abschließen: “Die Häufung verschiedener Wetterextreme innerhalb weniger Monate machten das Jahr 2013 zu einem außergewöhnlichen Jahr”, gab GDV-Präsident Dr. Alexander Erdland zu bedenken. Es sei selten, dass in so kurzer Zeit – innerhalb eines halben Jahres – solche Schadendimensionen entstehen. Über zwei Millionen Schäden innerhalb weniger Monate schnell zu regulieren, sei eine “gigantische Aufgabe” gewesen, die die Branche zuverlässig gelöst habe, so Erdland.

Studie: Wetterextreme nehmen zu

Auch die kommenden Jahre dürften der Versicherungswirtschaft erhebliche Herausforderungen bereiten. Dem GDV zufolge, zeigt eine gemeinsame Studie von Versicherern und führenden Klimaforschern eine Zunahme von Wetterextremen. Überschwemmungsschäden können sich demnach bis zum Ende dieses Jahrhunderts verdoppeln. Sturmschäden könnten bis zum Jahr 2100 um mehr als 50 Prozent und Hagelschäden schon bis 2050 um 60 Prozent zunehmen.

GDV fordert Naturgefahrenportal

“Wichtig ist für unsere Kunden, dass die Schäden grundsätzlich versicherbar bleiben”, so Erdland. Im Sommer mehrten sich kritische Stimmen, wonach sich Versicherer aufgrund zu hoher Risiken zunehmend aus noch versicherbaren Hochwassergebieten zurückziehen würden. Der GDV bestritt dies, klar ist aber auch, dass sich der Verband, eine höhere Risikosensibilität auf Seiten der Hausbesitzer wünscht: “Wir brauchen eine bundesweite Informationskampagne und ein bundesweites Naturgefahrenportal. Damit kann sich jeder über sein individuelles Risiko informieren”, fordert Erdland. Man biete der Bundesregierung hier “ausdrücklich” die Zusammenarbeit an. (lk)

Foto: Shutterstock

Anzeige

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 2/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Absolute-Return – Insurtechs – Robo Advisors – Denkmalimmobilien


Ab dem 26. Januar im Handel.

Cash. 1/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Trumps Sieg in Rendite ummünzen - Themen, Produktangebote und Trends 2017 - Rentenreform

Versicherungen

Insurtechs: Über 80 Millionen US-Dollar für deutsche Start-ups

Im Jahr 2016 haben die deutschen Insurtechs in Finanzierungsrunden mehr als 80 Millionen US-Dollar eingesammelt. Das geht aus einer Untersuchung des Münchener Fintech-Start-ups Finanzchef24 hervor. Demnach hat sich das Finanzeriungsvolumen im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt.

mehr ...

Immobilien

Baufi Secure: Neues Absicherungsprodukt für Immobiliendarlehen

Was geschieht, wenn Immobilienkäufer ihre Darlehensraten aufgrund von Krankheit oder Arbeitslosigkeit nicht mehr bedienen können? Das Produkt Baufi Secure will die Immobilienfinanzierung flexibel absichern.

mehr ...

Investmentfonds

Merck Finck sieht Rückenwind für Aktien

Kurz vor der Amtseinführung von Donald Trump sind vermehrt kritische Stimmen von der Investmentseite laut geworden. Merck Finck blickt der kommenden Handelswoche dennoch optimistisch entgegen.

mehr ...

Berater

WhoFinance und Defino bauen Kooperation aus

Wie das Bewertungsportal WhoFinance und das Defino Institut für Finanznorm mitteilen, haben sie ihre beiden Portale eng miteinander vernetzt. Dadurch sollen Finanzberater und Vermittler künftig die Qualität ihrer Beratung noch besser im Internet darstellen können.

mehr ...

Sachwertanlagen

Doric zieht positive Bilanz für 2016

Quadoro Doric hat mit der kernsanierten Büroimmobilie Trappenburch in Utrecht eine weitere Immobilie für den offenen Spezial-AIF Vescore Sustainable Real Estate Europe übernommen und damit das Jahr 2016 erfolgreich abgeschlossen.

mehr ...

Recht

LV-Verträge als Kreditsicherung: Widerspruchsrecht verwirkt

Werden Lebensversicherungsverträge zur Immobilienfinanzierung eingesetzt, kann das Widerspruchsrecht des Versicherten verwirkt sein, auch wenn die Widerspruchsbelehrungen der Policen nicht korrekt sind. Knackpunkt ist die Bedeutung der Policen als Sicherungsmittel.

mehr ...