25. Juni 2014, 08:30
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Risiko-Lebensversicherung: Richtige Wahl des Versicherten spart Geld

Die richtige Wahl des Versicherungsnehmers im Rahmen einer Risikolebensversicherung kann helfen, die Erbschafts- und Schenkungssteuer zu umgehen oder zu verringern. Dies gilt gerade dann, wenn ein Ehepartner gegen das Risiko des Versterbens des anderen Ehegatten abgesichert werden soll.

Gastbeitrag von Jens Reichow, Kanzlei Michaelis

Schenkungssteuer

“Unter steuerlichen Gesichtspunkten ist es ratsamer, dass der Begünstigte (in unserem Beispiel die Ehefrau) die Versicherung selbst auf das Leben des Alleinverdieners (in unserem Beispiel des Ehemannes) abschließt.”

Der klassische Fall ist die Absicherung der Ehefrau in einer Alleinverdienerehe. Die Frau betreut die gemeinsamen Kinder. Der Mann sorgt für das Familieneinkommen. Von diesem werden die gemeinsamen Kosten, zum Beispiel die Darlehensraten für das Familienheim, bezahlt.

Falsch: Alleinverdiener schließt Versicherung auf sein eigenes Leben ab

Verstirbt der Mann in einer solchen Konstellation frühzeitig, gerät die Ehefrau oftmals in finanzielle Bedrängnis. Ohne eigenes Einkommen muss sie dann die laufenden Kosten der Familie übernehmen und zudem die Kreditraten schultern. Hiergegen soll eine Risikolebensversicherung Schutz bieten.

Nicht oder nur schlecht Beratende wählen in dieser Situation jedoch oftmals eine falsche Konstellation. Meistens schließt der Alleinverdiener (in unserem Beispiel der Ehemann) die Versicherung als Versicherungsnehmer auf sein eigenes Leben ab und setzt den anderen Ehegatten (in unserem Beispiel die Ehefrau) als Bezugsberechtigte ein.

Was viele nicht wissen ist, dass dieser Vorgang als Schenkung zu betrachten ist und daher Erbschafts– oder Schenkungssteuer nach dem Tod des Ehemannes auslösen kann. Dies gilt gerade dann, wenn die Freibeträge durch die Erbschaft schon ausgeschöpft sind.

Muss dann von der Versicherungssumme aus der Lebensversicherung auch noch Erbschafts- und Schenkungssteuer abgeführt werden, kann es zu unvorhergesehenen Lücken im Finanzplan kommen.

Richtig: Begünstigter schließt Versicherung auf Leben des Alleinverdieners ab

Unter steuerlichen Gesichtspunkten wäre es daher ratsamer, dass der Begünstigte (in unserem Beispiel die Ehefrau) die Versicherung selbst auf das Leben des Alleinverdieners (in unserem Beispiel des Ehemannes) abschließt.

Verstirbt der Ehemann dann, so würde die Ehefrau die Todesfallleistung aus ihrer eigenen Versicherung erhalten, was nicht der Erbschafts- und Schenkungssteuer unterliegen würde. Hierbei sollte jedoch sichergestellt werden, dass die Ehefrau die Versicherung aus eigenen finanziellen Mitteln bedient, da ansonsten die Prämien als Schenkungen zu berücksichtigen wären.

Selbstverständlich können steuerliche Aspekte nicht alleine den Ausschlag zugunsten einer Gestaltung geben. Jede Gestaltung bietet natürlich auch Nachteile. Vor Abschluss einer entsprechenden Versicherung empfiehlt sich daher anwaltlichen Rat in Anspruch zu nehmen.

Autor Jens Reichow ist Rechtsanwalt in der Hamburger Kanzlei Michaelis und Spezialist für Bank- und Kapitalmarktrecht.

Foto: Kanzlei Michaelis

Anzeige

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 3/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Pflegevorsorge - Small Caps - Zinshäuser - Digitalisierung - Honorarberatung - Leadsgewinnung - Nachfolge-Planung

Ab dem 16. Februar am Handel.

 

Cash. 2/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Absolute-Return – Insurtechs – Robo Advisors – Denkmalimmobilien

Versicherungen

VSAV: IDD-Umsetzung schwächt Verbraucherschutz

Die Umsetzung europäischen Vertriebsrichtlinie Insurance Distribution Directive (IDD) in deutsches Recht schadet dem Verbraucherschutz, meint die Vereinigung zum Schutz für Anlage- und Versicherungsvermittler e.V. (VSAV). Sie hat sich daher mit einem Brief an das Ministerium für Justiz und Verbraucherschutz gewandt.

mehr ...

Immobilien

Bundesbank sieht Preisexplosion bei Immobilien mit Sorge

Teils extreme Preissteigerungen bei Wohnimmobilien in Deutschland machen der Bundesbank Sorge. Vor allem an sieben Standorten sei das Niveau weiter bedenklich in die Höhe geschnellt.

mehr ...

Investmentfonds

Dies sind Branchen mit Kurspotenzial

In den vergangenen acht Jahren war die Erzielung von Renditen auf Beta-Basis recht einfach. Dies liegt an der Hausse in diesem Zeitraum. Die Generierung von Alpha ist aber deutlich komplexer geworden. Gastkommentar von Suneil Mahindru, Goldman Sachs Asset Management

mehr ...

Berater

Stornogefährdete Verträge: Das sollten Vertreter wissen

Der Versicherungsvertreter behält seinen Provisionsanspruch, wenn der Versicherer seiner Pflicht zur Nachbearbeitung stornogefährdeter Verträge nicht ordnungsgemäß nachkommt. Dies ist einer der Leitsätze zu Provisionszahlungsansprüchen des Oberlandesgerichts Düsseldorf.

mehr ...

Sachwertanlagen

BaFin-Konsultation: „AIF-Geschäftsführung ist nicht qualifiziert“

Die BaFin hat die Frist für Stellungnahmen zu ihrem jüngsten Schreiben um zwei Wochen verlängert. Der Korrekturbedarf ist offenbar groß. Doch frühere Aussagen der Behörde lassen ahnen, wo ihre Grenzen liegen. Der Löwer-Kommentar

mehr ...

Recht

VDVM: Bafin schießt übers Ziel hinaus

Der Verband Deutscher Versicherungsmakler (VDVM) kritisiert die Ausführungen der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) zum BGH-Urteil zur Schadenregulierung. Der Verband will sich gegen eine “so pauschale und undifferenzierte Beschränkung des Berufsbildes des Versicherungsmaklers” wehren.

mehr ...