3. Januar 2014, 09:51

“Social-Media-Kanäle nicht losgelöst voneinander betrachten”

Die sozialen Netzwerke sind für die Versicherer längst kein Neuland mehr. Dennoch kommt es immer wieder zu Missverständnissen in der Social-Media-Strategie. Antje Gellert, Leiterin Kompetenzfeld Versicherungsmarketing bei den Versicherungsforen Leipzig, erklärt, wie eine erfolgreiche Umsetzung gelingt.

Social-Media-Kanäle nicht losgelöst voneinander betrachten

Niemand möchte sich freiwillig mit Risiken, Unfällen oder Sterbewahrscheinlichkeiten auseinandersetzen. Daher sollten positive Kommunikationsanlässe geschaffen werden, die den “Wohlfühlaspekt” vor die “Risikofokussierung” stellt.

Cash.: Wie schätzt die Versicherungsbranche die Bedeutung der Social-Media-Kommunikation aktuell ein?

Gellert: Nach dem anfänglichen Social-Media-Hype ist momentan etwas Ernüchterung eingetreten. Konkretes Potenzial für ein Zusatzgeschäft durch den Einsatz von Social Media konnte bislang nicht zu 100 Prozent nachgewiesen werden. Dennoch versteht die Versicherungswirtschaft die sozialen Medien als zentrales vertriebsunterstützendes Medium.

Worauf sollten Versicherer beim Einsatz von Social-Media-Kanälen achten?

Viele Verantwortliche in den Versicherungsunternehmen sehen E-Mail, Facebook, Twitter und Co. als konkurrierende Kommunikationskanäle an. Konsumenten verwenden diese Kanäle hingegen zwar unterschiedlich, aber nie isoliert voneinander. Stattdessen nutzen sie die Stärken jedes einzelnen Kanals für ihre Kommunikation und genau das sollten auch Versicherer tun. Wichtig ist, dass einzelne Social-Media-Kanäle nicht losgelöst voneinander betrachtet werden, sondern einen konsequenten und sinnvollen Online-Offline-Ansatz verfolgen.

Gibt es eine Erfolgstrategie?

Der Schlüssel zum Erfolg liegt insbesondere in einer themenspezifischen Social-Media-Kommunikation, die konkrete Interessensgebiete der relevanten Zielgruppe anspricht. Niemand möchte sich freiwillig mit Risiken, Unfällen oder Sterbewahrscheinlichkeiten auseinandersetzen. Daher sollten positive Kommunikationsanlässe geschaffen werden, die den “Wohlfühlaspekt” vor die “Risikofokussierung” stellt.

Welchen Eindruck haben Sie von den derzeit angewendeten Strategien?

Oftmals wird der “Hauptsache-dabei”-Ansatz verfolgt. Wo sich ein Versicherer aber mit welchen Inhalten platziert, hängt im Wesentlichen von den damit verfolgten Zielen und Zielgruppen ab. Demnach wurde zum Beispiel festgestellt, dass sich die Kommunikation zu Versicherungsprodukten oder Beratungserfahrungen weniger im Facebook-Umfeld, als mehr in fachspezifischen Blogs oder Foren abspielt. Facebook ist daher nicht immer das “Allheilmittel”.

Seite zwei: Facebook-Fokussierung oftmals nicht zielführend

Weiter lesen: 1 2


Aktuelle Beiträge
Folgen Sie uns:
Aktuelle Beiträge aus dem Ressort Versicherungen


Topaktuelle Themen auf der Startseite


Cash.Aktuell

Cash. 8/2016

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Global gewinnt - BU - Gewerbehaftpflicht - Private Equity - Wohnimmobilienmarkt Berlin- Hitliste der Vertriebe - Digitalisierung

Ab dem 14. Juli im Handel.

Cash. 07/2016

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Income-Fonds  – Mr. Dax im Fonds-Gespräch – PKV - Ferienimmobilien - Recruiting

1 Kommentar

  1. Vielen Vielen Dank für dieses tolle Interview. Und ich bin froh, dass nun endlich die Erkenntnis einsetzt, dass Social Networks nicht verkaufen, sondern als Unterstützung, als Wissenstransfer Plattform und als Informationswerkzeug dienen müssen.

    Da es dabei natürlich auf die richtigen Inhalte ankommt steht außer Frage.

    Ich hoffe, dass dieses Interview dazu führt, dass sich viele nochmal wirklich Gedanken um den künstlich erzeugen Social Network Hype machen.

    Kommentar von René Jacobi — 6. Januar 2014 @ 11:32

Ihre Meinung

Mehr Cash.

Versicherungen

Katastrophenschäden zehren bei Swiss Re am Gewinn

Erdbeben, Feuer und Überschwemmungen haben dem weltweit zweitgrößten Rückversicherer Swiss Re im zweiten Quartal einen Gewinnrückgang eingebrockt.

mehr ...

Immobilien

Brexit: Immobilien-Investments in UK deutlich niedriger

Die Investmentvolumina in Großbritannien könnten in Folge des Brexit-Votums und anhaltender Unsicherheit auf den Märkten um bis zu 25 Prozent einbrechen. Die anderen EU-Länder könnten dagegen mit einem Plus von bis zu zehn Prozent profitieren. Zu diesem Schluss kommen die Immobilienexperten des Emea Capital Markets-Teams von Cushman & Wakefield.

mehr ...

Investmentfonds

Fondshandel trotz Ferienzeit an der Börse Hamburg rege

An der Hamburger Börse sind die Umsätze im Fondshandel im Juli sehr stark ausgefallen. Insgesamt wechselten Papiere im Wert von 87 Millionen Euro den Besitzer. Nach dem Brexit-Referendum konnten  die Kurse zuletzt wieder zulegen.

mehr ...

Berater

N26 startet Investment-Produkt

Das Berliner Fintech N26 hat seine Finanzplattform ausgebaut. “N26 Invest” soll es N26-Kunden ermöglichen, ihr Geld in Portfolios anzulegen. Hierfür kooperiert N26 mit dem in Frankfurt ansässigen Robo-Advisor Vaamo. Ein weiterer Ausbau des Angebots ist geplant.

mehr ...

Sachwertanlagen

Immovation legt Fokus jetzt auf institutionelle Anleger

Die Immovation AG hat die Emission von Kapitalanlagen für private Anleger vorerst eingestellt. Neue Genussrechte können seit Anfang Juli nicht mehr gezeichnet werden.

mehr ...

Recht

Verfassungsbeschwerde gegen Bestellerprinzip bei Maklern gescheitert

Zwei Immobilienmakler sind mit ihrer Verfassungsbeschwerde gegen das Bestellerprinzip bei Provisionen für Wohnungsvermittlungen gescheitert.

mehr ...