15. Dezember 2014, 08:33

Pflegevorsorge heißt: Sicherung des Privatvermögens

Trotz Ringen um Verbesserungen in der gesetzlichen Pflegevorsorge bleibt der gesellschaftliche Auftrag bestehen: Wir müssen die Menschen darin unterstützen, den Verlauf von Vermögensaufbau bei Berufseinstieg, Vermögensausbau im Berufsleben und Vermögenssicherung in allen Lebensphasen zu realisieren.

Gastbeitrag von Dr. Matthias Wald, Swiss Life Select Deutschland

Vermögenssicherung

“Die gesetzliche Pflegeversicherung ist und bleibt eine reine Basisabsicherung mit einer Kostenübernahme im Pflegefall nur bis zu einer bestimmten Grenze.”

Mit den größten Ängsten der Deutschen beschäftigte sich jüngst eine Studie der R+V Versicherung. Das Ergebnis: Nach dem Thema Inflation (58 Prozent) führen die Angst vor Pflegebedürftigkeit und die Angst vor Naturkatastrophen die Rangliste an (Angaben von jeweils 51 Prozent der Befragten).

Die Befragten beweisen damit eine gesunde Einschätzung der Realität, denn Deutschland zählt weltweit zu den Ländern mit dem höchsten Altersdurchschnitt: Laut Angaben des Statistischen Bundesamtes waren in 2013 von den rund 80,8 Millionen Einwohnern 30,7 Prozent zwischen 40 und 60 Jahren.

Rein rechnerisch heißt das, dass die ersten dieser 25 Millionen Menschen schon in etwa zehn Jahren die kritische Grenze erreichen. Die Zahl der Pflegebedürftigen von heute ca. 2,5 Millionen wird sich innerhalb der nächsten 30 Jahre auf bis zu etwa 5 Millionen Menschen verdoppeln – eine absehbare Entwicklung. Umso erstaunlicher ist die Tatsache, dass bisher nur vier Prozent der Deutschen privat für den Pflegefall vorsorgen.

Gesetzliche Pflegeversicherung bleibt reine Basisabsicherung

Vor diesem Hintergrund ist nur allzu verständlich, dass die Politik den Handlungsbedarf erkannt und den Entwurf zum Pflegestärkungsgesetz verabschiedet hat. Damit einher geht die sukzessive Erhöhung der Beiträge in der gesetzlichen Pflegeversicherung um 0,3 Prozentpunkte ab Januar 2015, von denen 0,1 Prozentpunkte einem Pflegevorsorgefonds bei der Deutschen Bundesbank zugeführt werden und ab 2035 zur Stabilisierung der Beiträge bereit stehen sollen.

Seite zwei: Hohes Kostenrisiko

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