Anzeige
30. November 2015, 08:47
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Schadensersatz bei ungerechtfertigtem Bestandsentzug

Bei einem ungerechtfertigten Bestandsentzug und einer darauf folgenden Kündigung durch die Versicherungsgesellschaft ist eine außerordentliche Kündigung seitens des Versicherungsvertreters rechtens. Letzterer kann dann ausstehende Bestandsprovisionen und Schadensersatz geltend machen.

Bestandsprovisionen

Über die noch zu zahlende Bestandsprovision hinaus muss das Versicherungsunternehmen dem AG Köln zufolge zudem Schadenersatz an die Klägerin zahlen.

In dem vorliegenden Fall war eine Versicherungsvertreterin für eine Versicherungsgesellschaft tätig. Nach einem Gespräch mit einem Mitarbeiter des Versicherers erhielt sie ein anderes Bestandsgebiet und damit einen neuen Bestand, der ihr kurz darauf komplett entzogen wurde.

Vertretervertrag aufgekündigt

Wenig später kündigte die Versicherung den Vertretervertrag fristgerecht, woraufhin die Vertreterin außerordentlich kündigte. Der Versicherer antwortete auf die außerordentliche Kündigung, dass sie keinen Anspruch mehr auf Bestandsprovisionen seit Entzug der Bestandsbetreuung habe.

Mit der Klage verlangt die Versicherungsvertreterin die Auszahlung der restlichen Bestandsprovisionen.

In seinem Urteil vom 21. Oktober 2015 (Az.: 118 C 136/15) stellt sich das Amtsgericht (AG) Köln auf die Seite der Vertreterin. Der Bestandsentzug und der Wegfall jeglicher Grundlage für die Auszahlung der Bestandsprovisionen sei demnach rechtswidrig erfolgt.

Keine Pflichtverletzung nachgewiesen

Die Versicherungsgesellschaft müsse sich nach den Geboten von Treu und Glauben, Paragraf 242 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB), so behandeln lassen, als betreute die Klägerin den Bestand auch weiterhin. Sie konnte zudem keine Pflichtverletzung bei der Bestandsbetreuung nachweisen.

Über die noch zu zahlende Bestandsprovision für die restliche Vertragslaufzeit – hier gilt die reguläre drei-Monats-Frist – hinaus, muss das Versicherungsunternehmen zudem Schadenersatz an die Klägerin zahlen, da ersteres mit seinem Verhalten die Versicherungsvertreterin zur außerordentlichen Kündigung faktisch gezwungen habe. Der Entzug des kompletten Bestandes stelle einen solchen wichtigen Kündigungsgrund dar, so das AG Köln. (nl)

Foto: Shutterstock 

 

Anzeige

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 2/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Absolute-Return – Insurtechs – Robo Advisors – Denkmalimmobilien


Ab dem 26. Januar im Handel.

Cash. 1/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Trumps Sieg in Rendite ummünzen - Themen, Produktangebote und Trends 2017 - Rentenreform

Versicherungen

Insurtechs: Über 80 Millionen US-Dollar für deutsche Start-ups

Im Jahr 2016 haben die deutschen Insurtechs in Finanzierungsrunden mehr als 80 Millionen US-Dollar eingesammelt. Das geht aus einer Untersuchung des Münchener Fintech-Start-ups Finanzchef24 hervor. Demnach hat sich das Finanzeriungsvolumen im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt.

mehr ...

Immobilien

Baufi Secure: Neues Absicherungsprodukt für Immobiliendarlehen

Was geschieht, wenn Immobilienkäufer ihre Darlehensraten aufgrund von Krankheit oder Arbeitslosigkeit nicht mehr bedienen können? Das Produkt Baufi Secure will die Immobilienfinanzierung flexibel absichern.

mehr ...

Investmentfonds

Merck Finck sieht Rückenwind für Aktien

Kurz vor der Amtseinführung von Donald Trump sind vermehrt kritische Stimmen von der Investmentseite laut geworden. Merck Finck blickt der kommenden Handelswoche dennoch optimistisch entgegen.

mehr ...

Berater

WhoFinance und Defino bauen Kooperation aus

Wie das Bewertungsportal WhoFinance und das Defino Institut für Finanznorm mitteilen, haben sie ihre beiden Portale eng miteinander vernetzt. Dadurch sollen Finanzberater und Vermittler künftig die Qualität ihrer Beratung noch besser im Internet darstellen können.

mehr ...

Sachwertanlagen

Doric zieht positive Bilanz für 2016

Quadoro Doric hat mit der kernsanierten Büroimmobilie Trappenburch in Utrecht eine weitere Immobilie für den offenen Spezial-AIF Vescore Sustainable Real Estate Europe übernommen und damit das Jahr 2016 erfolgreich abgeschlossen.

mehr ...

Recht

LV-Verträge als Kreditsicherung: Widerspruchsrecht verwirkt

Werden Lebensversicherungsverträge zur Immobilienfinanzierung eingesetzt, kann das Widerspruchsrecht des Versicherten verwirkt sein, auch wenn die Widerspruchsbelehrungen der Policen nicht korrekt sind. Knackpunkt ist die Bedeutung der Policen als Sicherungsmittel.

mehr ...