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18. November 2015, 11:20
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Eiopa mahnt Europas Versicherer zum Umdenken

Die Europäische Versicherungsaufsicht Eiopa drängt die Unternehmen der Branche zu einem gründlichen Umbau ihrer Geschäftsmodelle. Darüber hinaus will die Behörde als Lehre aus der Euro-Schuldenkrise künftig Staatsanleihen kritischer unter die Lupe nehmen.

Eiopa will Staatsanleihen kritischer bewerten

Bislang gelten EU-Staatsanleihen als Kapitalanlage der Versicherer als risikofrei. Gabriel Bernardino will diese Praxis kritisch prüfen.

Gerade angesichts der anhaltenden Niedrigzinsen sollten die Unternehmen die notwendigen Schritte vorantreiben, bevor die 2016 startenden neuen Aufsichts- und Kapitalregeln mit dem Namen Solvency II in vollem Maße greifen, sagte Eiopa-Präsident Gabriel Bernardino bei der Jahreskonferenz der Behörde am Mittwoch in Frankfurt. Unterdessen will er die Investitionen der Versicherer in Staatsanleihen stärker unter die Lupe nehmen.

Bislang gelten EU-Staatsanleihen als risikofrei

Damit zieht Bernardino die Lehre aus der Euro-Schuldenkrise. “Die jüngste Finanzkrise hat uns allen gezeigt, dass Staatsanleihen nicht immer risikofrei sind.” Die Solvency-II-Regeln sollten daher unter diesem Aspekt überprüft werden. Der Eiopa-Chef will verhindern, dass finanzielle Probleme einzelner Staaten Teile der Bank- und Finanzbranche in Schieflage bringen. Die Aufseher sollten seiner Ansicht nach Anreize schaffen, um eine starke Konzentration auf bestimmte Staatsanleihen zu vermeiden.

Bislang gelten EU-Staatsanleihen in der Kapitalanlage der Versicherer als risikofrei. Im Gegensatz zu Anlagen in Aktien, Immobilien oder Stromnetzen müssen die Unternehmen Investitionen in solche Papiere nicht mit Eigenkapital unterlegen. Spätestens der Schuldenschnitt für Griechenland hat allerdings gezeigt, dass auch bei Staatsanleihen von Euro-Ländern herbe Verluste drohen können. “Ein risikobasiertes Regelwerk sollte dies berücksichtigen”, sagte Bernardino.

Anhaltende Niedrigzinsen stehen weiterhin im Fokus der Aufseher

Der deutsche Versichererverband GDV reklamierte für die hiesige Branche, dass die Unternehmen schon ohne gesetzlichen Zwang die Risiken einzelner Staatsanleihen prüften. Sollte sich an den Aufsichtsregeln etwas ändern, sei vor allem wichtig, dass Banken und Versicherer gleich behandelt würden. Bernardino mahnte die Branche, nur in Dinge zu investieren, von denen sie etwas versteht. Viele Versicherer investieren inzwischen in Infrastruktur wie Gasnetze oder Windkraftanlagen, die möglichst stabile Renditen versprechen. Laut Bernardino ist es aber nicht Aufgabe der Eiopa, den Versicherern vorzuschreiben, in was sie investieren sollten.

Seite zwei: Eiopa will Dauer-Zinstief in den Fokus künftiger Stresstests stellen

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