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1. September 2015, 08:01
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“Flächendeckende BU- Absicherung ist Scheindiskussion”

Im zweiten Teil des Roundtables spricht Cash. mit fünf Biometrie-Experten aus der Versicherungswirtschaft über die vertriebliche Bedeutung von Produktratings und die von Verbraucherschutzorganisationenen geforderte Einführung einer flächendeckenden BU-Absicherung.

Flächendeckende BU

Die Teilnehmer von links: Oliver Horn, Continentale Versicherungsverbund, Gert Wagner, Swiss Life Deutschland; Andrea Schölermann, Condor Lebenversicherungs-AG; Gordon Hermanni, Zurich; Martin Gräfer, die Bayerische.

Cash.: Wohl fast jeder Makler berücksichtigt in der BU-Beratung die Ergebnisse von Rating-Agenturen. Wie bewerten Sie das?

Gert Wagner, Leiter Produktmanagement, Swiss Life Deutschland: Auf der einen Seite haben Ratings die Glaubwürdigkeit und die Verlässlichkeit der Produkte unterstrichen, denn für viele Geschäftspartner stellen sie ein zentrales Auswahlkriterium dar. Auf der anderen Seite sind Ratings an vielen Stellen optimierungsbedürftig. Stand heute werden Leistungs- und Annahmequoten bewertet: Die Annahmequoten sind ein Spiegelbild dessen, was heute am Markt passiert, die Leistungsquoten gehen oftmals auf Geschehnisse im Vertrieb zurück, die vor zwanzig oder dreißig Jahren passiert sind. In der Bewertung werden diese Quoten in einen Topf geworfen und nicht weiter differenziert. Wir alle hier am Tisch wissen, dass es vor der VVG-Reform verkürzte Gesundheitsfragen gab und dass das BU-Geschäft, das in den 1980er- und 1990er-Jahren gezeichnet wurde, und aus dem heute naturgemäß ein Großteil der Leistungen kommt, eine andere Welt war. Solche Effekte werden in Ratings leider nicht berücksichtigt.

Andrea Schölermann, Leiterin Produktmanagement der Condor Lebensversicherung: Wir müssen dem Vermittler immer wieder deutlich aufzeigen, dass ein zu günstiger Preis zulasten der Qualität eines Produkts geht. Das ist überall so. Wir bei Condor haben seit Jahren immer wieder Auseinandersetzungen mit unserem Vertrieb, weil wir eben nicht die Günstigsten am Markt sind. Es gilt immer wieder, dies zu argumentieren und aufzuzeigen: Wollt ihr ein vernünftiges Produkt, eine vernünftige Leistungsregulierung, eine vernünftige Gesellschaft? Ich denke, hier sollten wir als Branche ein gewisses Selbstverständnis mitbringen und sagen: Klar, möchten wir günstig anbieten, aber irgendwo gibt es eben eine Untergrenze.

Seite zwei: “Falsche Annahmepolitik gefahren”

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