Honorartarife: Viel Gerede um nichts oder Ruhe vor dem Sturm?

Häufig liest man, dass sich Honorartarife nicht lohnen. Die Frage ist, für wen: den Kunden oder Vermittler? Aus Kundensicht ist die Rechnung einfach: Bei welchem Produkt kommt am Ende oder bei Kündigung mehr heraus: beim Provisions- oder Honorartarif? Dies hängt natürlich von den Kosten ab.

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Beim Honorartarif muss der Kunde aber zusätzlich das an den Berater zu zahlende Honorar berücksichtigen. Bei einer in der ITA-Studie „Honorartarife“ untersuchten klassischen Rentenversicherung spart der Kunde fast 3.400 Euro gegenüber dem Provisions-Tarif, wenn er den Honorartarif wählt. Dies sind fast zehn Prozent der eingezahlten Beiträge (100 Euro monatlich über 30 Jahre).

Der Kunde wird sicher einen Berater finden, der ein geringeres Honorar als 3.400 Euro brutto verlangt. Selbst wenn man von zehn Stunden Aufwand für eine Altersvorsorgeberatung bei einem Stundensatz von 120 ausgeht, zahlt der Kunde einschließlich Mehrwertsteuer nur 1.428 Euro. Die Kostenersparnis beträgt in diesem Beispiel knapp 2.000 Euro. Hinzu kommt, dass der Kunde höhere Rückkaufswerte bei Kündigung erhält.

Nicht alle Honorartarife sind günstig

Allerdings muss er das Beratungshonorar in jedem Fall tragen, und zwar voll, auch bei Kündigung. Bei Provisionstarifen dagegen muss der Vermittler im Fall einer Kündigung anteilig Provisionen zurückzahlen, solange die Haftungszeit für die Provision nicht abgelaufen ist. Der Kunde bekommt also bei früher Kündigung über den Rückkaufswert einen Teil der Abschlusskosten zurück, nicht aber bei einem Honorar. Bei Honorartarifen sollte die Wahl des Produkts daher mindestens so gut durchdacht sein wie bei Provisionstarifen.

Hinzu kommt, dass nicht alle Honorartarife automatisch günstig sind. Wie bei Provisionstarifen gibt es günstige und teure. Der günstigste in der ITA-Studie untersuchte Tarif weist Effektivkosten in Höhe von nur 0,24 Prozent jährlich auf. Effektivkosten drücken aus, wie stark sich die Rendite mindert, wenn sämtliche Kosten entnommen werden. Bei der genannten klassischen Rentenversicherung büßt der Kunde also 0,24 Prozent jährlich von der Rendite ein. Das ist sehr wenig. Im Durchschnitt über alle untersuchten Honorar-Produkte lagen die Effektivkosten bei knapp unter einem Prozent.

 

Seite drei: Wie finde ich den passenden Honorartarif?

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