Anzeige
26. November 2015, 08:01
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

“Lebenslange Garantien halte ich für unverzichtbar”

Dr. Wilhelm Schneemeier steht seit einem halben Jahr der Deutschen Aktuarvereinigung (DAV) vor. In Cash. spricht er über die Zukunft der Lebensversicherung und der Notwendigkeit von Realwerten in der Kapitalanlage.

Lebenslange Garantien

“Um die Altersvorsorge in Deutschland mit den notwendigen lebenslangen Garantien darstellen zu können, braucht es langfristige Investitionsmöglichkeiten mit einer attraktiven Rendite.”

Cash.: Bei künftigen Lebensversicherungsverträgen soll es nach den Plänen des Bundesfinanzministeriums keinen festen Garantiezins mehr geben. Was genau stört die DAV an diesem Vorhaben?

Schneemeier: Klassische Lebensversicherungen ermöglichen ihren Kunden vor allem den langfristigen, verlässlichen Aufbau ihrer Altersversorgung. Sie gehen damit deutlich über den Bereich reiner Kapitalmarktprodukte hinaus. Die vollständige Absicherung solch langfristiger Garantien am Kapitalmarkt ist dabei weder möglich, noch für die Kunden wünschenswert. Hier benötigen wir weiter einen Höchstrechnungszins. Bei Produkten, deren Leistungen hingegen vollständig über den Kapitalmarkt abgesichert sind, sieht auch der Vorschlag der DAV eine Kapitalmarktbewertung vor – aber solche Produkte stellen heute die Ausnahme und nicht die Regel dar. Diese Differenzierung der Produktwelten muss man berücksichtigen: Ich bin über Kommentierungen erstaunt, Solvency II würde generell alle Probleme lösen und eine vorsichtige Reservierung ersetzen.

Das müssen Sie näher erläutern…

Solvency II als ökonomisches Modell regelt die Eigenkapitalanforderungen, aber es ersetzt nicht den Grundsatz der vorsichtigen Reservierung im HGB. Bei steigenden Zinsen und einem fehlenden Höchstrechnungszins würden wir sehr schnell wieder lebenslange Garantien von vielleicht drei Prozent sehen, die danach bei einem Zinsverfall wieder zu den bekannten heutigen Problemen führen. Diesen Fehler sollten wir nicht noch einmal machen. In der Schweiz oder in Österreich, wo es ebenfalls das klassische Lebensversicherungsgeschäft gibt, gibt es keine Bestrebungen, dieses wichtige Reservierungsinstrument abzuschaffen. In Österreich wurde der Höchstrechnungszins aktuell auf einen Prozent gesenkt.

Seite zwei: “Ohne Realwerte ist ein Inflationsausgleich gefährdet”

Weiter lesen: 1 2

Anzeige

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 4/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Tech-Aktien – Fondspolicen – Baufinanzierung – Frauen in der Finanzberatung

Ab dem 16. März im Handel.

Cash. 3/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Pflegevorsorge - Small Caps - Zinshäuser - Digitalisierung - Honorarberatung - Leadsgewinnung - Nachfolge-Planung

Versicherungen

VZBV: “Restschuldversicherungen sind maßlos überteuert”

Der Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) fordert, dass Restschuldversicherungen künftig nur noch separat und nicht gekoppelt an Kreditverträge vermittelt werden dürfen. Das sollte nach dem Willen der Verbraucherschützer im Umsetzungsgesetz der EU-Richtlinie Insurance Distribution Directive (IDD) verankert werden.

mehr ...

Immobilien

Bauhauptgewerbe verzeichnet besten Jahresstart seit 1996

Das Bauhauptgewerbe startet erfolgreich in 2017, es verzeichnete zuletzt vor über 20 Jahren mehr Auftragseingänge zu Beginn eines Jahres. Im Vergleich zum Vormonat Dezember sind die Aufträge jedoch leicht gesunken.

mehr ...

Investmentfonds

Deutsche Börse tritt auf Kostenbremse

Die Deutsche Börse plant kurzfristig Einsparungen in mindestens zweistelliger Millionenhöhe. Zudem gilt zunächst ein Einstellungsstopp für fast alle Bereiche. Der Konzern reagiert damit auf sinkende Umsätze und das erwartete Scheitern der Fusion mit der London Stock Exchange (LSE).

mehr ...

Berater

Patientenverfügung: BGH präzisiert Anforderungen

Im Einzelfall kann sich die erforderliche Konkretisierung in einer Patientenverfügung auch durch Bezugnahme auf ausreichend spezifizierte Krankheiten oder Behandlungssituationen ergeben – ohne detaillierte Benennung bestimmter ärztlicher Maßnahmen. Das geht aus einem aktuellen Beschluss des Bundesgerichtshofs (BGH) hervor.

mehr ...

Sachwertanlagen

Weitere Ausschüttung für Anleger der Deutschen Finance

Die Geschäftsführung des PPP Privilege Private Partners Fund des Asset Managers Deutsche Finance aus München wird den Anlegern nach einer erfolgreichen Zielfonds-Transaktion für das Geschäftsjahr 2017 eine Vorabausschüttung in Höhe von 15 Prozent vorschlagen.

mehr ...
24.03.2017

Lacuna goes Canada

Recht

LV-Vertrag: Bei Änderung Steuerlast wie bei Neuabschluss

Wird ein Lebensversicherungsvertrag (LV-Vertrag) vor Ablauf der Vertragslaufzeit geändert, ohne dass die Modifikation von vornherein vertraglich vereinbart worden ist, liegt hinsichtlich der Änderungen aus ertragsteuerlicher Perspektive ein neuer Vertrag vor. Dies entschied der Bundesfinanzhof.

mehr ...