Anzeige
6. Januar 2015, 16:40
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Pflegereform 2015: Gute Absicht, schwierige Umsetzung

Die Maßnahmen der zum 1. Januar in Kraft getretenen Pflegereform stößt bei Erwerbstätigen in Deutschland auf ein positives Echo, so das Ergebnis einer aktuellen Umfrage. Die größte Zustimmung findet das Pflegeunterstützungsgeld (89 Prozent) und die Freistellung zur Sterbebegleitung (68 Prozent). Bei der Familienpflegezeit zweifeln viele an deren Vereinbarkeit mit dem Beruf.

Pflegereform 2015: Gute Absicht, schwierige Umsetzung

Die große Mehrheit der Befragten (85 Prozent) würden das neue Pflegeunterstützungsgeld selbst in Anspruch nehmen, wenn sie die Pflege eines Angehörigen organisieren müssten, teilt die Stiftung Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP) mit. Für die repräsentative Studie ließ das ZQP 2.000 Berufstätige durch das Marktforschungsinstitut forsa befragen.

Familienpflegezeit: Sinnvoll, aber Deutsche fürchten Praxisferne

Die Familienpflegezeit von maximal 24 Monaten erachten immerhin noch von rund die Hälfte der Befragten als sinnvoll – allerdings würde nur knapp jeder Dritte tatsächlich die berufliche Auszeit in Anspruch nehmen. In erster Linie sind es finanzielle Gründe (84 Prozent), die dies verhindern. 43 Prozent nennen “Angst vor beruflichen Nachteilen”, 37 Prozent meinen, dass dem Vorhaben eine “geringe Planbarkeit des Pflegeverlaufs” entgegen steht (siehe Grafik).

“Hier ist vor allem eine andere Unternehmenskultur gefordert, um einen offeneren Umgang mit dem Thema Vereinbarkeit von Beruf und Pflege zu ermöglichen”, kommentiert Dr. Ralf Suhr, Vorstandsvorsitzender des ZQP, das Ergebnis.

Pflegeunterstützungsgeld soll bis zu 90 Prozent des ausgefallenen Nettoentgelts auffangen

Der Gesetzgeber ermöglicht ab 1. Januar 2015 unter anderem, dass Arbeitnehmer eine kurzfristige zehntägige Freistellung mit Lohnersatzleistung in Anspruch nehmen dürfen, mit dem Ziel, eine akut eingetretene Pflegesituation eines nahen Angehörigen zu organisieren. In dieser Zeit erhalten sie ein Pflegeunterstützungsgeld, das bis zu 90 Prozent des ausgefallenen Nettoentgelts beträgt.

Die Familienpflegezeit sieht vor, dass Beschäftigte einen Rechtsanspruch auf eine teilweise Freistellung von bis zu 24 Monaten haben, wenn sie einen pflegebedürftigen nahen Angehörigen in häuslicher Umgebung pflegen. Dabei muss eine Mindestarbeitszeit von 15 Stunden wöchentlich eingehalten werden. Zudem haben Betroffene Anspruch auf ein zinsloses Darlehen, das sie nach Ende der Familienpflegezeit schrittweise zurückzahlen müssen. (lk)

Pflegereform 2015: Gute Absicht, schwierige Umsetzung

Unter den Befragten, die angaben, das Angebot nicht in Anspruch nehmen zu wollen, spielten “finanzielle Gründe” für die Pflegezeit (84 Prozent) sowie für die Begleitung im Sterbeprozess (73 Prozent) die mit Abstand wichtigste Rolle. Quelle: ZQP

Foto: Shutterstock

Anzeige

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 2/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Absolute-Return – Insurtechs – Robo Advisors – Denkmalimmobilien


Ab dem 26. Januar im Handel.

Cash. 1/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Trumps Sieg in Rendite ummünzen - Themen, Produktangebote und Trends 2017 - Rentenreform

Versicherungen

Insurtechs: Über 80 Millionen US-Dollar für deutsche Start-ups

Im Jahr 2016 haben die deutschen Insurtechs in Finanzierungsrunden mehr als 80 Millionen US-Dollar eingesammelt. Das geht aus einer Untersuchung des Münchener Fintech-Start-ups Finanzchef24 hervor. Demnach hat sich das Finanzeriungsvolumen im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt.

mehr ...

Immobilien

Baufi Secure: Neues Absicherungsprodukt für Immobiliendarlehen

Was geschieht, wenn Immobilienkäufer ihre Darlehensraten aufgrund von Krankheit oder Arbeitslosigkeit nicht mehr bedienen können? Das Produkt Baufi Secure will die Immobilienfinanzierung flexibel absichern.

mehr ...

Investmentfonds

Merck Finck sieht Rückenwind für Aktien

Kurz vor der Amtseinführung von Donald Trump sind vermehrt kritische Stimmen von der Investmentseite laut geworden. Merck Finck blickt der kommenden Handelswoche dennoch optimistisch entgegen.

mehr ...

Berater

WhoFinance und Defino bauen Kooperation aus

Wie das Bewertungsportal WhoFinance und das Defino Institut für Finanznorm mitteilen, haben sie ihre beiden Portale eng miteinander vernetzt. Dadurch sollen Finanzberater und Vermittler künftig die Qualität ihrer Beratung noch besser im Internet darstellen können.

mehr ...

Sachwertanlagen

Doric zieht positive Bilanz für 2016

Quadoro Doric hat mit der kernsanierten Büroimmobilie Trappenburch in Utrecht eine weitere Immobilie für den offenen Spezial-AIF Vescore Sustainable Real Estate Europe übernommen und damit das Jahr 2016 erfolgreich abgeschlossen.

mehr ...

Recht

LV-Verträge als Kreditsicherung: Widerspruchsrecht verwirkt

Werden Lebensversicherungsverträge zur Immobilienfinanzierung eingesetzt, kann das Widerspruchsrecht des Versicherten verwirkt sein, auch wenn die Widerspruchsbelehrungen der Policen nicht korrekt sind. Knackpunkt ist die Bedeutung der Policen als Sicherungsmittel.

mehr ...