Anzeige
23. Juni 2015, 14:51
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Gut elf Prozent der Betriebe von Rente mit 63 betroffen

Knapp 280 000 Arbeitnehmer haben den Antrag auf Rente mit 63 bereits gestellt – bis Ende 2018 dürfte ihre Zahl nach Prognosen von Arbeitsmarktforschern auf das Doppelte steigen.

Rente-mit-63 in Gut elf Prozent der Betriebe von Rente mit 63 betroffen

Am stärksten nutzen dem IAB zufolge Mitarbeiter im öffentlichen Dienst die im Vorjahr geschaffene Möglichkeit, schon im Alter von 63 Jahren ohne Abschläge in den Ruhestand zu gehen.

Nach Angaben des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) sind derzeit 11,4 Prozent der Betriebe von der Neuregelung betroffen. Dort sei bereits mindestens ein Mitarbeiter auf Basis der Neuregelung ausgeschieden. Andere Beschäftigte planten in den kommenden drei Jahren einen vorzeitigen Rückzug aus dem Berufsleben.

Geringe Rolle in der Gastronomie

Am stärksten nutzen dem IAB zufolge Mitarbeiter im öffentlichen Dienst die im Vorjahr geschaffene Möglichkeit, schon im Alter von 63 Jahren ohne Abschläge in den Ruhestand zu gehen. Dort sei fast jede dritte Behörde vom vorzeitigen Ruhestand von Mitarbeitern betroffen.

Groß sei die Nachfrage auch in den Belegschaften von Wasserversorgungsbetrieben (28,7 Prozent) und Abfallentsorgern (26,2 Prozent) sowie in der Industrie (rund 26 Prozent).

Eine vergleichsweise geringe Rolle spiele die Regelung dagegen in der Gastronomie, in den Medien sowie im Kunst- und Unterhaltungssektor, berichtete die Denkfabrik der Bundesagentur für Arbeit (BA) in Nürnberg. Dies seien relativ “junge Branchen”, in denen nur relativ wenig Ältere beschäftigt seien. Vor allem im Gastgewerbe hätten sie wegen der belastenden Arbeitsbedingungen kaum Beschäftigungschancen.

Die Hälfte der freiwerdenden Stellen wollten die Unternehmen wieder umgehend neu besetzen. In rund 30 Prozent der Fälle wollen dagegen Chefs die Möglichkeit prüfen, die Stelle mit einer Änderung der Betriebsabläufe oder mit technischen Rationalisierungen dauerhaft einzusparen, gaben sie in der IAB-Umfrage an.

Attraktive Angebote um Mitarbeiter zu halten

In einem knappen Viertel der Fälle versuchten die Betriebe dagegen, die für die Rente mit 63 infrage kommenden Mitarbeiter mit attraktiven Angeboten zu halten. Manche Unternehmen böten schwer ersetzbaren Spezialisten höhere Löhne, Prämien oder gar Beförderungen. Vor allem hoch qualifizierte Akademiker sollen damit dazu bewogen werden, noch bis 65 dem Betrieb treuzubleiben.

Die am 1. Juli 2014 in Kraft getretene Regelung erlaubt langjährigen Beschäftigen mit 45 Rentenbeitragsjahren, schon mit 63 Jahren ohne Rentenabschläge in Ruhestand zu gehen. Bedeutung hat dies allerdings nur für Beschäftigte der Geburtsjahrgänge 1953 bis 1963. Zudem erhöht sich der abschlagsfreie Renteneintritt pro Jahrgang schrittweise um zwei Monate. Beschäftigte des Jahrgangs 1955 etwa erhalten die abschlagfreie Rente erst mit 63 Jahren und vier Monaten.

Quelle: dpa-AFX

Foto: Shutterstock

Anzeige

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 12/2016

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Flaggschiff-Fonds – IDW S4-Standard – Crowdinvesting – Bankenwelt

Ab dem 17. November im Handel!

Special 4/2016

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Regulierung – betriebliche Altersversorgung – Unfallversicherung – Privathaftpflicht – Gewerbehaftpflichtpolicen

Ab dem 25. Oktober im Handel!

Versicherungen

Ost/West-Renten: SPD deutet Kompromissbereitschaft an

Im Streit über die Finanzierung der Ost/West-Renteneinheit ist die SPD offenbar zu Zugeständnissen bereit. “Unsere Forderung ist klar: Wir wollen, dass die Ost-West-Angleichung aus Steuermitteln finanziert wird”, sagte SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann der “Frankfurter Rundschau” (Samstag).

mehr ...

Immobilien

Bauwirtschaft rechnet mit anhaltendem Boom

Die Bauwirtschaft rechnet für 2016 mit einem Plus von fünf Prozent und geht davon aus, dass 2017 ähnlich gut verläuft. Haupttreiber der Entwicklung seien der Straßen- und Wohnungsbau.

mehr ...

Investmentfonds

Italien-Votum: Deutsche-Bank-Chef warnt vor Turbulenzen

Die Deutsche Bank stellt sich nach dem Referendum in Italien auf unruhige Zeiten ein. Der Branche schlage “von außen unverändert eine kalte Brise entgegen”, schrieb Deutsche-Bank-Chef John Cryan in einem am Montag veröffentlichten Brief an die Mitarbeiter des Dax-Konzerns.

mehr ...

Berater

Vollmachtsvermutung: Hoher Prüfungsaufwand für Berater

Laut eines aktuellen Gesetzesentwurfes sollen Ehegatten und eingetragene Lebenspartner in Notfällen einander automatisch vertreten dürfen. In seiner derzeitigen Fassung besteht allerdings die Gefahr, dass die Missbrauchsanfälligkeit dieser Regelung hoch ist.

Gastbeitrag von Margit Winkler, Institut Generationenberatung

mehr ...

Sachwertanlagen

Schifffahrt: Krise, Krise und kein Ende

Der Verkauf der Reederei Hamburg Süd an den Konkurrenten Maersk markiert einen weiteren Höhepunkt der Schifffahrtskrise. Doch was haben AIF aus anderen Branchen damit zu tun? Der Löwer-Kommentar

mehr ...

Recht

IDD: Der Tod der Honorarvereinbarung für Versicherungsmakler

Aktuell erfreuen sich Honorarvereinbarungen – zum Beispiel bei der Vermittlung von Nettotarifen – und Servicepauschalen einer großen Beliebtheit unter Versicherungsvermittlern. Hiermit könnte jedoch bald Schluss sein – jedenfalls wenn es nach dem Willen des Bundeswirtschaftsministeriums geht.

mehr ...