16. Juli 2015, 09:55
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

PKV-Tarifwechsel: Bafin rügt Verstöße von Versicherern

Die Finanzaufsicht Bafin hat in ihrer aktuellen Publikation “Bafin Journal 7/2015” auf einige typische Verstöße der privaten Krankenversicherer (PKV) hingewiesen, die mit einer unzureichenden Umsetzung des Tarifwechselrechts nach Paragraf 204 des Versicherungsvertragsgesetzes (VVG) zusammenhängen.

PKV-Tarifwechsel

Legen Versicherungsnehmer bei der Bafin Beschwerde zur Tarifwechselpraxis ihres Versicherers ein, prüft die Aufsichtsbehörde, ob der Versicherer die Wechselberatung auf die Bedürfnisse seiner Kunden ausrichtet.

Nach Paragraf 204 VVG haben Versicherungsnehmer das Recht, jederzeit in andere, gleichartige Tarife ihrer Gesellschaft wechseln zu dürfen. Verbraucher, die sich bei einem Tarifwechsel beeinträchtigt fühlen, können bei der Finanzaufsicht Bafin Beschwerde einlegen.

Wenn sich die Beschwerden als berechtigt erweisen, kann die Bafin unter anderem eine Rüge gegen die Gesellschaften aussprechen. In den letzten Jahren hat die Behörde in mehreren Fällen Versicherer gerügt, weil sie den Wunsch von Versicherten, in geschlossene Tarife zu wechseln, nicht umgesetzt hätten.

Hinweispflichten nicht erfüllt

Zudem habe es Fälle gegeben, in denen die vorgeschriebenen Hinweispflichten auf alternative, günstigere Tarife nicht oder nur partiell erfüllt worden seien. In einzelnen Fällen sei es zudem vorgekommen, dass Versicherer die Tarifumstellung hinauszögerten.

Allgemeinen Zuschlag bei Tarifwechseln

In einem besonders schwerwiegenden Fall habe sich die Bafin gezwungen gesehen, in einem förmlichen Verwaltungsverfahren gegen die Versicherungsgesellschaft vorzugehen. Die Gesellschaft habe bei Tarifwechseln – losgelöst vom individuellen Krankheitsrisikos des Versicherten – einen allgemeinen Tarifzuschlag erhoben.

Dieser Zuschlag höhlt der Bafin zufolge das gesetzliche Tarifwechselrecht aus und benachteilige insbesondere ältere Versicherungsnehmer. Das Bundesverwaltungsgericht habe diese Rechtsauffassung bestätigt.

Seite zwei: Allgemeinen Tarifzuschlag erhoben

Weiter lesen: 1 2

Anzeige

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 3/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Pflegevorsorge - Small Caps - Zinshäuser - Digitalisierung - Honorarberatung - Leadsgewinnung - Nachfolge-Planung

Ab dem 16. Februar am Handel.

 

Cash. 2/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Absolute-Return – Insurtechs – Robo Advisors – Denkmalimmobilien

Versicherungen

Karneval: HDI will für Unfallrisiken sensibilisieren

60 Prozent der Deutschen halten privaten Unfallschutz für wichtig, aber nur 24 Prozent haben tatsächlich eine Police abgeschlossen. Dies ergab eine repräsentative YouGov-Umfrage im Auftrag der HDI. Speziell für Karnevalisten bietet der Versicherer aktuell eine digitale Kurzzeitversicherung an, den sogenannten “Tolle-Tage-Schutz”. 

mehr ...

Immobilien

JLL: Hamburgs Büromarkt mit größtem Performance-Sprung

Der Victor Prime Office von Jones Lang LaSalle (JLL), der die Büro-Teilmärkte in Berlin, Hamburg, Düsseldorf, Frankfurt und München analysiert, verzeichnete im vierten Quartal 2016 den stärksten Zuwachs in einem Quartal seit Aufzeichnung des Index Ende 2003.

mehr ...

Investmentfonds

Nebenwerte erhöhen die Rendite im Depot

In den vergangenen Jahren konnten Nebenwerte die großen Aktienindizes deutlich outperformen. Auch in der Zukunt dürfte diese Asset-Klasse attraktiv sein. Gastkommentar von Charles Anniss, Union Bancaire Privée

mehr ...

Berater

Stornogefährdete Verträge: Das sollten Vertreter wissen

Der Versicherungsvertreter behält seinen Provisionsanspruch, wenn der Versicherer seiner Pflicht zur Nachbearbeitung stornogefährdeter Verträge nicht ordnungsgemäß nachkommt. Dies ist einer der Leitsätze zu Provisionszahlungsansprüchen des Oberlandesgerichts Düsseldorf.

mehr ...

Sachwertanlagen

BaFin-Konsultation: „AIF-Geschäftsführung ist nicht qualifiziert“

Die BaFin hat die Frist für Stellungnahmen zu ihrem jüngsten Schreiben um zwei Wochen verlängert. Der Korrekturbedarf ist offenbar groß. Doch frühere Aussagen der Behörde lassen ahnen, wo ihre Grenzen liegen. Der Löwer-Kommentar

mehr ...

Recht

VDVM: Bafin schießt übers Ziel hinaus

Der Verband Deutscher Versicherungsmakler (VDVM) kritisiert die Ausführungen der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) zum BGH-Urteil zur Schadenregulierung. Der Verband will sich gegen eine “so pauschale und undifferenzierte Beschränkung des Berufsbildes des Versicherungsmaklers” wehren.

mehr ...