Anzeige
18. Dezember 2015, 06:00
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Zurich Deutschland: 260 Millionen Euro für die Digitalisierung

Die Zurich Gruppe Deutschland rüstet sich für eine umfassende Digitalisierungsoffensive. Bis zu 260 Millionen Euro will der Versicherungskonzern in den kommenden fünf Jahren in die Erneuerung seiner IT-Infrastruktur investieren. Das Unternehmen sieht sich als Vorreiter in Sachen Digitalisierung. Es gebe hier “keine Blaupause” in der globalen Versicherungsindustrie, sagte Vorstandschef Ralph Brand am Mittwochabend vor Pressevertretern in Köln – und ging dabei auch auf die Risiken des Großvorhabens ein.

Zurich Deutschland: 260 Millionen Euro für die Digitalisierung

Standen den Journalisten Rede und Antwort: Ralph Brand, Vorstandsvorsitzender der Zurich Gruppe Deutschland (rechts) und Marcus Nagel, Leben-Vorstand der Zurich Gruppe Deutschland.

Rund 200 Millionen Euro sollen der Sachversicherung von Zurich Deutschland zugute kommen, 50 bis 60 Millionen sind für die Lebensversicherung vorgesehen. Die Investionen sollen dabei nicht nur in die IT-Landschaft fließen, sondern auch dazu genutzt werden, um einen “Kulturwandel” in der Gruppe zu befördern, erläuterte Brand. So sei man in einigen Bereichen noch “zu komplex, zu schwerfällig und zu teuer”, räumte der Vorstandsvorsitzende der Zurich Gruppe Deutschland ein.

Kanäle in Zukunft nicht mehr “nebeneinander her laufen lassen”

Zugleich betonte er die Stärken, über die sein Haus im Wettbewerb verfüge. “Wir haben einen Vorteil mit unserer multiplen Distributionsstrategie”, so Brand. “Wir haben den Direktkanal, wir haben eine starke Partnerschaft mit dem ADAC und der Deutschen Bank, wir haben unser Agentursystem und den Maklerkanal”, zählte der Manager auf. Allerdings wolle Zurich diese Kanäle in Zukunft nicht mehr “nebeneinander her laufen lassen”, sondern so miteinander vernetzen, dass sie “einem wahren Omnikanal-Ansatz” entsprechen.

Damit reagiere der Versicherer auf ein “deutlich verändertes Kundenverhalten” im Privatkundengeschäft, dem man Rechnung tragen müsse. “Unser Ansatz ist es, den Kunden in den Mittelpunkt zu stellen”, so Brand, “wir stellen uns nicht die Frage, wie wir welches Produkt über welchen Vertriebskanal an den Kunden bringen können, sondern wie wir es schaffen können, dass der Kunde zu jedem Zeitpunkt, in der von ihm gewünschten Art und Weise in Kontakt mit uns tritt”.

Zurich hält dem angeschlagenen Partner Deutsche Bank die Treue

Dass es nicht ausreicht, auf Kunden zu warten, um Neugeschäft zu generieren, wissen die Zurich-Verantwortlichen natürlich. Man wolle in Deutschland stärker wachsen als der Marktdurchschnitt, sagte Brand. Nach wie vor steuert der Bankenvertrieb über den Exklusiv-Partner Deutsche Bank mehr als die Hälfte (54 Prozent) des Neugeschäfts in der Lebensversicherung bei. Obwohl das Image und die Geschäftszahlen der Deutschen Bank zuletzt stark gelitten haben, lässt Marcus Nagel, Leben-Vorstand der Zurich Gruppe Deutschland, keine Zweifel am Kooperationspartner aufkommen. Man müsse “starken Partnern auch in schlechten Zeiten die Stange halten”, betonte Nagel.

Deutliche Zuwächse im Leben-Geschäft

Die zweitstärkste Vertriebssäule von Zurich Leben stellt die Ausschließlichkeit mit einem Anteil von 23 Prozent dar, auf Makler entfallen acht bis zehn Prozent des Leben-Neugeschäfts, der hauseigene Finanzvertrieb Bonnfinanz erwirtschaftet sieben Prozent. “Die Beiträge haben sich in diesem Jahr positiv entwickelt”, sagte Nagel. Demnach stieg das Bruttobeitragsvolumen in der Lebensversicherung in den ersten drei Quartalen auf 3,125 Milliarden Euro (Vorjahreszeitraum: 2,7 Milliarden Euro). Als Umsatztreiber erwies sich dabei vor allem das Einmalbeitragsgeschäft.

Seite zwei: Digitalisierungsstrategie birgt ein “Umsetzungsrisiko”

Weiter lesen: 1 2

Anzeige

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 2/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Absolute-Return – Insurtechs – Robo Advisors – Denkmalimmobilien


Ab dem 26. Januar im Handel.

Cash. 1/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Trumps Sieg in Rendite ummünzen - Themen, Produktangebote und Trends 2017 - Rentenreform

Versicherungen

Insurtechs: Über 80 Millionen US-Dollar für deutsche Start-ups

Im Jahr 2016 haben die deutschen Insurtechs in Finanzierungsrunden mehr als 80 Millionen US-Dollar eingesammelt. Das geht aus einer Untersuchung des Münchener Fintech-Start-ups Finanzchef24 hervor. Demnach hat sich das Finanzeriungsvolumen im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt.

mehr ...

Immobilien

Baufi Secure: Neues Absicherungsprodukt für Immobiliendarlehen

Was geschieht, wenn Immobilienkäufer ihre Darlehensraten aufgrund von Krankheit oder Arbeitslosigkeit nicht mehr bedienen können? Das Produkt Baufi Secure will die Immobilienfinanzierung flexibel absichern.

mehr ...

Investmentfonds

Merck Finck sieht Rückenwind für Aktien

Kurz vor der Amtseinführung von Donald Trump sind vermehrt kritische Stimmen von der Investmentseite laut geworden. Merck Finck blickt der kommenden Handelswoche dennoch optimistisch entgegen.

mehr ...

Berater

WhoFinance und Defino bauen Kooperation aus

Wie das Bewertungsportal WhoFinance und das Defino Institut für Finanznorm mitteilen, haben sie ihre beiden Portale eng miteinander vernetzt. Dadurch sollen Finanzberater und Vermittler künftig die Qualität ihrer Beratung noch besser im Internet darstellen können.

mehr ...

Sachwertanlagen

Doric zieht positive Bilanz für 2016

Quadoro Doric hat mit der kernsanierten Büroimmobilie Trappenburch in Utrecht eine weitere Immobilie für den offenen Spezial-AIF Vescore Sustainable Real Estate Europe übernommen und damit das Jahr 2016 erfolgreich abgeschlossen.

mehr ...

Recht

LV-Verträge als Kreditsicherung: Widerspruchsrecht verwirkt

Werden Lebensversicherungsverträge zur Immobilienfinanzierung eingesetzt, kann das Widerspruchsrecht des Versicherten verwirkt sein, auch wenn die Widerspruchsbelehrungen der Policen nicht korrekt sind. Knackpunkt ist die Bedeutung der Policen als Sicherungsmittel.

mehr ...