Anzeige
4. Januar 2016, 06:15
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

“Die bKV ist ein sehr direkter Benefit”

Michael Braun, Leiter Health Insurance bei der Unternehmensberatung Mercer Deutschland, erklärt im Interview, wie es um die betriebliche Krankenversicherung (bKV) in Deutschland bestellt ist. Nachholbedarf sieht der Berater vor allem bei der bKV-Implementierung und der Vertragsführung.

Die bKV ist ein sehr direkter Benefit

“Der bKV-Markt wird sich daher sehr positiv entwickeln – was folgerichtig ist, wenn wir berücksichtigen, dass bereits heute die Belegschaften älter werden und die Fachkräfte doch möglichst gesund im Unternehmen gehalten werden sollen.”

Cash.: Viele Unternehmen hadern mit einer Entscheidung zu Gunsten einer bKV-Lösung. Was sind die Gründe hierfür?

Braun: Oft liegt dies schlicht an einer fehlenden Kenntnis darüber, welche Möglichkeiten eine bKV-Lösung bietet und welche positive Wirkung diese bei den Mitarbeitern entfalten kann. Zudem befürchten Arbeitgeber einen höheren Administrationsaufwand durch die Implementierung und Verwaltung. Durch Auswahl geeigneter Produktlösungen von serviceorientierten Versicherern lassen sich diese Bedenken jedoch schnell entkräften.

Natürlich verlangt eine solide bKV-Lösung auch ein gewisses Investment und das dafür nötige Budget. Wir sehen bei einigen unserer Kunden aber Potenzial für das Abschneiden alter Zöpfe bei den Nebenleistungen. Mittel können so viel effizienter für attraktivere Benefits eingesetzt werden.

Die angebotenen bKV-Konzepte der Versicherer unterscheiden sich zum Teil deutlich. Welche Ansätze kommen bei den Unternehmen gut an, welche weniger?

Die bKV ist ein sehr “direkter” Benefit, der bei den Mitarbeitern gut sichtbar ist und sofort einen konkreten Mehrwert bietet. Wichtig ist Mitarbeitern und Unternehmen, dass auf eine Gesundheitsprüfung verzichtet wird und im Idealfall auch laufende Behandlungen abgedeckt sind. Die Tarifgestaltung muss transparent sein und Familienangehörige sollten einfach hinzuversichert werden können. Wenn ein Mitarbeiter aus dem Unternehmen ausscheidet, sollten zudem Möglichkeiten zur Weiterversicherung bestehen. Und schließlich legen Arbeitgeber großen Wert auf fachlich kompetente Beratung bei der Auswahl des Versicherers, der Implementierung der Verträge und der laufenden Betreuung.

Und wo hakt es noch?

Die technische und organisatorische Unterstützung bei der Implementierung und insbesondere der Vertragsführung lässt bisweilen zu wünschen übrig. Erfahrungsgemäß fehlt vielen Beratern auch die nötige Fach- und Praxiskenntnis und die Unternehmen vermissen echte Vergleichsmöglichkeiten für bKV-Produkte. Gibt es dann auch noch kein erkennbares Gesamtkonzept oder ist die Tarifgestaltung zu kompliziert, hat die bKV einen schweren Stand.

Welche Entwicklung trauen Sie dem bKV-Markt in Deutschland zu?

Die bKV ist in vielen Ländern eine unumgängliche Nebenleistung. Da wir aber in Deutschland ein vergleichsweise leistungsstarkes GKV-Paket haben wird die Notwendigkeit einer bKV oft noch in Frage gestellt. Doch die Vorteile sind so bestechend, dass wir bereits jetzt eine stark erhöhte Nachfrage feststellen. Der bKV-Markt wird sich daher sehr positiv entwickeln – was folgerichtig ist, wenn wir berücksichtigen, dass bereits heute die Belegschaften älter werden und die Fachkräfte doch möglichst gesund im Unternehmen gehalten werden sollen. Wie stark aber das Wachstum ausfällt, hängt von drei Faktoren ab: Erstens der Investitionsbereitschaft der Unternehmen in die Gesundheit ihrer Mitarbeiter, zweitens der weiteren Leistungsentwicklung in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) sowie drittens einer eventuellen steuerlichen Förderung für die bKV.

Interview: Lorenz Klein

Foto: Mercer

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Rendite+ 3/2016 "Immobilien"

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Deutschlands beste Wohnimmobilien-Standorte - Marktreport Anlageimmobilien - Aktuelle Baufinanzierungstrends - Mietrecht etc.


Ab dem 1. September im Handel.

Cash. 9/2016

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Brexit - China - Digitalisierung - Offene Immobilienfonds - Berlin - Hitliste Maklerpools

Ab dem 11. August im Handel.

Versicherungen

“Beeindruckend, wie schnell die Start-ups den Input aufnehmen”

Das Insurtech-Accelerator-Programm “Werk1” in München soll innovative Ideen für die Versicherungsbranche entwickeln, die in ein tragfähiges Geschäftsmodell münden – so der Wunsch der zehn Versicherungsunternehmen, die das Programm unterstützen. Cash. hat mit Martin Gräfer, Vorstand der Versicherungsgruppe die Bayerische, über die Ziele und die Fortschritte gesprochen.

mehr ...

Immobilien

Studentenwohnungen als Crowdinvestment

In Oestrich-Winkel, im Herzen des Rheingaus bei Wiesbaden, kann deutschlandweit über Crowdinvesting in ein Studentenwohnheim investiert werden.

mehr ...

Investmentfonds

Peru bietet Wachstumspotenzial und ist breit diversifiziert

Der Indexanbieter MSCI droht Peru von einem Emerging- zum Frontier-Market-Land abzustufen. Aktuell erfüllen nur drei Einzelaktien die Liquiditätsvoraussetzungen für den MSCI Emerging Market Index.

mehr ...

Berater

Verbraucherstimmung verbessert sich

Die Deutschen sind weiter in Kauflaune – allen Sorgen um Brexit, Flüchtlinge oder Terror zum Trotz. Nach Ansicht von Konsumforschern hat das vor allem einen Grund.

mehr ...

Sachwertanlagen

Bremer Landesbank will Schiffsfinanzierungsportfolio verringern

Die in Schieflage geratene Bremer Landesbank (BLB) will ihr Portfolio für Schiffsfinanzierungen bis 2020 um 2,5 Milliarden auf vier Milliarden Euro reduzieren. Das kündigte der Leiter für Schiffsfinanzierungen bei der BLB, Ulrich Kropp, am Mittwoch an.

mehr ...

Recht

Rechtsfragen zur Digitalisierung, Teil 4: “Technische Kreativität erforderlich”

Bei einer Online-Vertriebsplattform ist es nur schwer nachvollziehbar, ob ein Anleger die Texte aufmerksam liest und versteht. Es ist ungewiss, wie die Rechtsprechung die vermeintlichen Ansprüche eines nichtlesenden Anlegers bewerten wird. Gastbeitrag von Dr. Gunter Reiff, RP Asset Finance Treuhand

mehr ...