22. März 2016, 11:25

BU-Regulierungspraxis: Anerkennungsquote bei 75 Prozent

Die Wahrscheinlichkeit, dass Versicherte Leistungen aus der Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) erhalten, ist hoch. Dies ist das Ergebnis der BU-Leistungsstudie der Ratingagentur Franke und Bornberg. Allerdings mahnen die Studienautoren die Versicherer, bei den Fallbearbeitungen mehr Transparenz walten zu lassen.

BU-Regulierungspraxis

Michael Franke: “Die Arbeitskraftabsicherung ist zu wichtig, um sie zum Spielball unterschiedlicher Interessengruppen zu machen.”

Die Studie kommt zu einem erfreulichen Ergebnis: Die Wahrscheinlichkeit, dass Versicherte ihre BU-Leistung tatsächlich erhalten, sei hoch. 75 Prozent der BU-Anträge, die Versicherte eingereicht haben, werden demnach von den untersuchten Versicherungsgesellschaften anerkannt. Die Studienmacher weisen darauf hin, dass die Leistungsquote damit höher sei als in der gesetzlichen Rentenversicherung. Hier würden nur 50 Prozent der Anträge auf Erwerbsminderungsrente durchgesetzt.

Gleichwohl sind die Ergebnisse nicht auf den gesamten BU-Markt anzuwenden. So beschränken sich die Studienmacher in ihrer Untersuchung auf sieben Versicherer (AachenMünchener, Ergo, HDI, Nürnberger, Stuttgarter, Swiss Life sowie Zurich Deutscher Herold), welche die Prüfer “für eine umfassende Analyse ins Haus” geholt haben. Die Unternehmen stehen laut Franke und Bornberg für 4,7 Millionen BU-Versicherte sowie einen Leistungsbestand von rund 76.000 Verträgen.

Viele Versicherte senden Unterlagen nicht ein

Überraschend aus Sicht der Studienautoren ist, dass Versicherte ihren gestellten BU-Antrag oftmals gar nicht weiterverfolgen. Denn trotz Erinnerung würden viele Antragsteller die Unterlagen nicht zurücksenden.

Kommt es zu einer Ablehung der beantragten Leistung ist dies in jedem zweiten Fall (50 Prozent) darauf zurückzuführen, so Franke und Bornberg, dass der vertragliche BU-Grad nicht erreicht werde. Weitere 25 Prozent beträfen Anfechtungen und Rücktritte, die oftmals auf falschen Angaben des Versicherungsnehmers beruhten. Hier seien sowohl Vermittler als auch Versicherte gefragt, sich die Bedeutung einer Verletzung der Anzeigepflicht klar zu machen, betonen die Autoren.

Anfechtungen und Rücktritte auf hohem Niveau

Zwar würden sowohl Anfechtungen als auch Rücktritte zurückgehen, doch ihr Anteil liege immer noch auf einem zu hohen Niveau – mit fatalen Folgen für die Versicherten. Sie werden von der Leistung ausgeschlossen und verlieren den Versicherungsschutz. Die Studienautoren empfehlen Versicherern deshalb, “auf die Rechtsfolgen falscher Angaben im Antrag noch deutlicher als bisher hinzuweisen”.

Seite zwei: “Unrealistischen Erwartungen entgegenwirken”

Weiter lesen: 1 2


Aktuelle Beiträge
Folgen Sie uns:
Aktuelle Beiträge aus dem Ressort Versicherungen


Topaktuelle Themen auf der Startseite


Cash.Aktuell

Cash. 8/2016

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Global gewinnt - BU - Gewerbehaftpflicht - Private Equity - Wohnimmobilienmarkt Berlin- Hitliste der Vertriebe - Digitalisierung

Ab dem 14. Juli im Handel.

Cash. 07/2016

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Income-Fonds  – Mr. Dax im Fonds-Gespräch – PKV - Ferienimmobilien - Recruiting

Ihre Meinung

Mehr Cash.

Versicherungen

Katastrophenschäden zehren bei Swiss Re am Gewinn

Erdbeben, Feuer und Überschwemmungen haben dem weltweit zweitgrößten Rückversicherer Swiss Re im zweiten Quartal einen Gewinnrückgang eingebrockt.

mehr ...

Immobilien

Brexit: Immobilien-Investments in UK deutlich niedriger

Die Investmentvolumina in Großbritannien könnten in Folge des Brexit-Votums und anhaltender Unsicherheit auf den Märkten um bis zu 25 Prozent einbrechen. Die anderen EU-Länder könnten dagegen mit einem Plus von bis zu zehn Prozent profitieren. Zu diesem Schluss kommen die Immobilienexperten des Emea Capital Markets-Teams von Cushman & Wakefield.

mehr ...

Investmentfonds

Fondshandel trotz Ferienzeit an der Börse Hamburg rege

An der Hamburger Börse sind die Umsätze im Fondshandel im Juli sehr stark ausgefallen. Insgesamt wechselten Papiere im Wert von 87 Millionen Euro den Besitzer. Nach dem Brexit-Referendum konnten  die Kurse zuletzt wieder zulegen.

mehr ...

Berater

N26 startet Investment-Produkt

Das Berliner Fintech N26 hat seine Finanzplattform ausgebaut. “N26 Invest” soll es N26-Kunden ermöglichen, ihr Geld in Portfolios anzulegen. Hierfür kooperiert N26 mit dem in Frankfurt ansässigen Robo-Advisor Vaamo. Ein weiterer Ausbau des Angebots ist geplant.

mehr ...

Sachwertanlagen

Immovation legt Fokus jetzt auf institutionelle Anleger

Die Immovation AG hat die Emission von Kapitalanlagen für private Anleger vorerst eingestellt. Neue Genussrechte können seit Anfang Juli nicht mehr gezeichnet werden.

mehr ...

Recht

Verfassungsbeschwerde gegen Bestellerprinzip bei Maklern gescheitert

Zwei Immobilienmakler sind mit ihrer Verfassungsbeschwerde gegen das Bestellerprinzip bei Provisionen für Wohnungsvermittlungen gescheitert.

mehr ...