23. März 2016, 10:49

Versicherer und Fintechs: Kooperation oder Konfrontation?

Die Versicherungswirtschaft verharrt nicht, sondern nimmt die Herausforderung durch die fortschreitende Digitalisierung offensiv an. Doch die Branche weiß noch nicht so recht, wie sie mit dem Auftreten der Fintechs umgehen soll – sie schwankt zwischen Kooperation und Konfrontation.

Fintechs

Christian Wiens, GetSafe (rechts): “Für GetSafe kann ich sagen, dass wir uns an alle gesetzlichen Vorgaben und Maklerpflichten halten und mit nahezu allen Marktspielern – seien es Versicherer, Vertriebe oder Pools – ein gutes Verhältnis pflegen.” Links daneben Mitgeschäftsführer Marius Blaesing.

Anfang Februar hatte ein Rauschen in diversen Online-Medien zur Folge, dass die Versicherungs- und Finanzbranche gehörig in Aufruhr versetzt wurde.

Was war geschehen? Helge Lach, Vorstand der Deutschen Vermögensberatung (DVAG), echauffierte sich im Unternehmensblog nach Kräften über die Anbieter von Versicherungs-Apps, den sogenannten Fintechs oder auch Insurtechs.

DVAG echauffiert sich an Umdeckung

Knip, Clark, GetSafe, simplr, asuro, treefin, TED oder FinanceFox – fast jede Woche erscheint derzeit eine neue Versicherungs- oder Finanz-App, die für ihre Nutzer alle vorhandenen Verträge bündeln will”, ist da zu lesen.

Die DVAG stört sich an diesem Vorgehen, weil die Bündelung von Verträgen immer auch heißt, dass Verträge von verschiedenen Stellen abgezogen werden, oder im Fachjargon gesprochen, umgedeckt werden müssen.

Die Umdeckung ist für den Kunden kostenlos, der Kunde zahlt aber trotzdem – und zwar mit der derzeit wertvollsten Währung auf der Welt – seinen persönlichen Daten. Rein monetär vergütet wird das jeweilige Fintech nach der erfolgten Umdeckung von der zuständigen Versicherungsgesellschaft. Die Vergütung gibt es für die laufende Vertragsbetreuung des Versicherten – eine Betreuung, die bislang vor allem Vermittler und Makler leisten.

In seinem Blog-Beitrag kritisiert Lach vor allem, wie die Fintechs die Umdeckung erreichen. So ist die Erteilung einer Maklervollmacht durch den Versicherten entscheidend, damit ein Fintech berechtigt ist, seine Neukunden in allen Versicherungsfragen zu betreuen.

Gefundenes Fressen für die Presse

Im Kern lautet der Vorwurf, dass viele Makler sehr viel Überzeugungsarbeit im persönlichen Gespräch leisten müssten, um eine Vollmacht und damit das Vertrauen des Kunden zu erhalten, während hingegen die Fintechs die Tragweite dieser Entscheidung in ihren AGBs herunterspielten – nach dem Motto: Eine digitale Unterschrift mit dem Finger in der App genügt.

Obendrein spart der Blog-Beitrag nicht mit scharfschneidigen Schlagwörtern wie “Beratungsfehler”, “Verletzung gesetzlicher Dokumentationspflichten” oder “arglistige Täuschung”. Für die Presse war derlei Fundamentalkritik natürlich ganz wunderbar.

Lärmende Schlagzeilen, wie “Deutsche Vermögensberatung erzürnt Fintechs” oder “Beratungsfehler durch Fintechs?” ließen im schnelllebigen Netz nicht lange auf sich warten.

Seite zwei: Fintechs bleiben gelassen

Weiter lesen: 1 2 3


Aktuelle Beiträge
Folgen Sie uns:
Aktuelle Beiträge aus dem Ressort Versicherungen


Topaktuelle Themen auf der Startseite


Cash.Aktuell

Cash. 8/2016

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Global gewinnt - BU - Gewerbehaftpflicht - Private Equity - Wohnimmobilienmarkt Berlin- Hitliste der Vertriebe - Digitalisierung

Ab dem 14. Juli im Handel.

Cash. 07/2016

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Income-Fonds  – Mr. Dax im Fonds-Gespräch – PKV - Ferienimmobilien - Recruiting

Ihre Meinung

Mehr Cash.

Versicherungen

Swiss Re plant Teilverkauf der Tochter Admin Re

Der weltweit zweitgrößte Rückversicherer Swiss Re plant einem Medienbericht zufolge einen Teilverkauf seiner Tochter Admin Re. Erste Gespräche mit Pensions- und Staatsfonds über einen solchen Deal hätten bereits stattgefunden, meldete der britische Sender “Sky News” am Donnerstag auf seiner Internetseite.

mehr ...

Immobilien

Baugeldzinsen fallen unter Ein-Prozent-Grenze

Auf der jüngsten Ratssitzung hat die EZB eine Ausweitung der Anleihe-Käufe angekündigt: Das milliardenschwere Kaufprogramm von Staats- und Unternehmensanleihen soll bis mindestens März 2017 laufen, notfalls auch darüber hinaus.

mehr ...

Investmentfonds

M&G-Experte Anthony Doyle zur jüngsten EZB-Sitzung

Aktuell achten die Börsianer sehr genau auf die EZB. Nach der jünstgen Sitzung am Donnerstag warten nun die Marktteilnehmer gespannt auf den September. Gastkommentar von Anthony Doyle, M&G Investments

mehr ...

Berater

BCA kooperiert mit Weltsparen

Wie der Oberurseler Maklerpool BCA mitteilt, arbeitet er künftig mit dem Fintech Weltsparen zusammen. Über ein eigens bereitgestelltes Portal sollen Makler gemeinsam mit ihren Kunden Festgeldangebote anbschließen können.

mehr ...

Sachwertanlagen

KGAL kauft Windräder in Burgund

Der Asset Manager KGAL hat seinen zehnten Windpark in Frankreich erworben. Der Windpark Clamecy mit einer Gesamtgröße von 12,3 Megawatt ist seit Dezember 2013 in Betrieb. Verkäufer sind Abo Invest und Abo Wind.

mehr ...

Recht

Altersvorsorge: Verfassungsrichter tasten nachgelagerte Besteuerung nicht an

Die steuerliche Behandlung von Ausgaben für die Altersvorsorge verstößt nicht gegen das Grundgesetz. Zwei Verfassungsbeschwerden hatten keinen Erfolg, wie am Mittwoch in Karlsruhe mitgeteilt wurde.

mehr ...