28. März 2016, 10:21
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

“Wir rechnen mittelfristig mit Fusionen zwischen Versicherern”

Die Leiter des Versicherungsgeschäfts von Blackrock für die EMEA-Region, Patrick Liedtke, sowie für Deutschland, Marcus Severin, sprechen im zweiten Teil des Cash.-Interviews (Teil I) über die Konsequenzen der laxen Geldpolitik für Versicherer und mittelfristige Marktentwicklungen.

Versicherer

Marcus Severin (links) und Patrick Liedtke.

Cash.: Eine aktuelle Umfrage von Blackrock ergab, dass die lockere Geldpolitik der Notenbanken dazu führt, dass Versicherer weltweit höhere Risiken eingehen, um ihre Gewinnmargen zu sichern. Wie beurteilen Sie diese Entwicklung?

Liedtke: Bedingt durch das Niedrigzinsumfeld müssen Versicherer ihre Kapitalanlage überdenken und planen, auch auf Sicht der nächsten ein bis zwei Jahre, mehr Risikokapital für die Kapitalanlage zur Verfügung zu stellen. Dabei sind höher rentierliche Anlagen aber nur mit dem erhöhten Einsatz von Risikobudgets zu tätigen. Versicherer sehen einerseits positive kurzfristige Effekte durch eine anhaltend lockere Notenbank-Geldpolitik, wie etwa Wirtschaftswachstum oder Preisanstiege von Vermögenswerten. Andererseits schätzen sie die divergierende Geldpolitik der Notenbanken weltweit sowie das “quantitative easing”, sprich die Ausweitung der Geldmenge, in Europa als langfristig problematisch an. Denn das Niedrigzinsumfeld dürfte mittel- bis langfristig sehr problematisch für Versicherer werden, und quantitative easing kreiert Marktungleichgewichte. Allerdings findet der Schritt zu mehr Risiko in sehr überlegten Formen statt. Es geht nicht, wie klassischerweise, um den Tausch der Anlage von Renten in deutlich riskantere Aktien, sondern um die effizientere Nutzung des Risikobudgets: Kombinationen von risikoreicheren, aber weniger korrelierten Anlageklassen, Heben von Illiquiditätsprämien, Beimischung alternativer Kreditanlagen und ähnliches mehr. Versicherer sind bereit, mehr Risiko zu nehmen, aber in der für sie richtigen Form.

Sind in Ihrer Umfrage Ergebnisse aufgetreten, die Sie persönlich überrascht haben, Herr Liedtke?

Liedtke: Die größte Überraschung war in der Tat die breite Bereitschaft der Versicherer, aufgrund der aktuellen Notenbankpolitik mit quantitative easing das Risikokapital zu erhöhen. Dies ist ein notwendiger Schritt aufgrund des Ertragsdrucks, dem deutsche Versicherer in diesem Umfeld ausgesetzt sind. Allerdings hat man zu lange damit gewartet. Die weiteren zentralen Ergebnisse der Studie in Bezug auf die Kapitalanlage der Versicherer sind eine Bestätigung der bereits in den vergangenen zwei Jahren aufgezeigten Tendenzen, in höher verzinsliche Anlageklassen wie Unternehmens- und Schwellenländeranleihen zu investieren sowie die Quoten von Immobilien, alternativen Anlagen, wie Infrastruktur-Investments (Eigen- und Fremdkapital), Absolute-Return- und Private-Equity– Strategien deutlich auszubauen.

Seite zwei: “Fusionen zwischen Versicherern”

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 3/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Pflegevorsorge - Small Caps - Zinshäuser - Digitalisierung - Honorarberatung - Leadsgewinnung - Nachfolge-Planung

Ab dem 16. Februar am Handel.

 

Cash. 2/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Absolute-Return – Insurtechs – Robo Advisors – Denkmalimmobilien

Versicherungen

Techniker: Mit Migräne-App gegen Kopfschmerzen

Migräne-Apps können die ärztliche Therapie bei Schmerzpatienten wirksam unterstützen. Wie die Techniker Krankenkasse (TK) am Mittwoch in Berlin mitteilte, können solche Apps grundsätzlich zu einem besseren Selbstmanagement bei chronischen Erkrankungen verhelfen.

mehr ...

Immobilien

Deutsche Wohnen AG: Dynamisches Wachstum

Der Immobilienkonzern Deutsche Wohnen AG konnte seinen Gewinn im abgelaufenen Jahr deutlich steigern. Das Unternehmen platzierte eine Kapitalerhöhung und plant weitere Zukäufe.

mehr ...

Investmentfonds

Höhere Kursschwankungen eröffnen Chancen

Auf der ganzen Welt bestimmen politische und wirtschaftliche Unsicherheiten die Nachrichtensendungen. Dennoch geht die Volatilität gemessen an den entsprechenden Kennzahlen zurück. Gastkommentar von George Efstathopoulos, Fidelity International

mehr ...

Berater

Arbeiten mit Leads: So gelingt die Kundengewinnung

Die Neukunden von morgen sind im Internet unterwegs. Um sie dort zu erreichen, fehlen den meisten Beratern Zeit und Know-how. Hier kann der Zukauf von Leads eine Lösung sein. Damit aus Leads tatsächlich Neukunden werden, gilt es jedoch, einiges zu beachten. Gastbeitrag von Sabine Koch, finanzen.de

mehr ...

Sachwertanlagen

Solvium plant weitere Wechselkoffer-Direktinvestments

Der Hamburger Anbieter Solvium Capital kündigt an, die Angebote „Wechselkoffer Euro Select 1 & 2“ zum 20. März 2017 zu schließen und konzipiert zurzeit Nachfolgeprodukte nach gleichem Modell, die voraussichtlich im Mai in den Vertrieb gehen sollen.

mehr ...

Recht

BGH-Urteil: Haftpflichtversicherer versus Rententräger

Kommt es bei einem Haftpflichtschadensfall zu Renteneinbußen und ist der Versicherte durch Zahlungen des Versicherers an den Rententräger wirtschaftlich so gestellt, als sei der Unfall nicht geschehen, kann ein ersatzpflichtiger Rentenkürzungsschaden bejaht werden, so der BGH.

mehr ...