Anzeige
Anzeige
12. Februar 2016, 20:10
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Deutsche Versicherer: Gerade noch im Plus

Es hatte sich angedeutet: 2015 war für die deutsche Versicherungswirtschaft das wachstumsschwächste Jahr seit 2011. Die Beitragseinnahmen stiegen lediglich um 0,5 Prozent auf 193,6 Milliarden Euro – die Lebensversicherung rutschte gar in den roten Bereich. Dr. Alexander Erdland, Präsident des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), nutzte die Präsentation der vorläufigen Geschäftszahlen für einen eindringlichen Appell an die Politik.

GDV-Zahlen 2015: Deutsche Versicherer gerade noch im Plus

Ernste Mienen beim Pressegespräch: GDV-Präsident Alexander Erdland (zweiter von re.) erläutert die vorläufigen Geschäftszahlen der deutschen Assekuranz.

Erstmals seit vier Jahren gingen die Einnahmen in der Lebensversicherung zurück – von 93,7 Milliarden Euro auf 92,5 Milliarden Euro. Angesichts eines Minus von 1,3 Prozent tat GDV-Präsident Erdland das, was seine Verbandskollegen von einem obersten Branchenvertreter erwarten können: Ruhe und Zuversicht ausstrahlen. Die Lebensversicherung habe sich “verhältnismäßig gut behauptet”, erklärte Erdland am Freitag vor Journalisten in Berlin. Und immerhin: Für das laufende Jahr erwartet der GDV-Chef “nur noch” einen Beitragsrückgang in der Lebensversicherung von einem Prozent. Für die Gesamtbranche rechnet er mit einem “leicht positiven Plus”.

Starker Leistungsanstieg in der Schaden- und Unfallversicherung

Sollte es beim Wachstumsplus bleiben, so wäre dies der Schaden- und Unfallversicherung zu verdanken. Hier gab es 2015 einen Zuwachs von 2,6 Prozent, einen ähnlichen Verlauf prognostiziert Erdland für 2016. Doch die Sparte birgt auch Schattenseiten: So kletterten die Leistungen um satte 5,8 Prozent – insbesondere der Frühjahrssturm “Niklas” kam den Unternehmen mit 750 Millionen Euro teuer zu stehen. Hinzu kamen viele Kasko-Schäden in der Kfz-Versicherung. Die Folge: Der versicherungstechnische Gewinn sank gegenüber 2014 um rund ein Drittel auf 2,1 Milliarden Euro.

Erdland kritisiert Riester-Kritiker

In der Lebensversicherung kam insbesondere das Neugeschäft mit Riester-Verträgen gehörig unter die Räder: Demnach weisen die ersten Zahlen “ein deutlich zweistelliges Minus” (Erdland) auf. Auch bei der Basisrente verzeichnete die Branche einen Rückgang im Neugeschäft – wenn auch “etwas weniger stark ausgeprägt” als beim Riester-Absatz, so Erdland.

Der GDV-Repräsentant führte den Abwärtstrend im Riester-Geschäft vor allem darauf zurück, dass die Angebote oftmals “pauschal beurteilt” und “schlecht gemacht” würden. Dabei gebe es “eine Reihe von Konstellationen”, so Erdland, “bei denen sich Riester sehr gut rechne” – insbesondere dann, wenn Kinder einbezogen würden. Gleichwohl räumte Erdland ein, dass es “insgesamt Reformbedarf bei der Altersvorsorge” gebe, was “Vereinfachung, Transparenz, Kosten und Effizienz” anbelange. “Darüber sind wir uns vollkommen im Klaren”, betonte der GDV-Präsident.

“Innovationsbündnis für Altersvorsorge”

Hier sei allerdings nicht nur die Versicherungsbranche gefragt, sondern “mehrere Partner”. So forderte Erdland von der Politik unter anderem eine Vereinfachung des Riester-Zulagenverfahrens. Doch der Branchenvertreter will es nicht bei kleinen Verbesserungsschritten belassen: “Wir wünschen uns einen runden Tisch, ein Innovationsbündnis für Altersvorsorge in Deutschland”. Gemeinsam mit Politik und Verbrauchern müsse man “ein Zielbild angesichts der wachsenden Versorgungslücke entwickeln”. Es gehe darum, so Erdland, eine “saubere Bestandsaufnahme” zu planen, ohne in “Aktionismus” zu verfallen – ein Seitenhieb auf die vielfach diskutierte “Deutschlandrente”, die der deutschen Versicherungswirtschaft ein Dorn im Auge ist.

Seite zwei: “Die neuen Produkte laufen gut”

Weiter lesen: 1 2

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 4/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Tech-Aktien – Fondspolicen – Baufinanzierung – Frauen in der Finanzberatung

Ab dem 16. März im Handel.

Cash. 3/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Pflegevorsorge - Small Caps - Zinshäuser - Digitalisierung - Honorarberatung - Leadsgewinnung - Nachfolge-Planung

Versicherungen

DVAG mit Rekord-Umsatz

Die Unternehmensgruppe Deutsche Vermögensberatung (DVAG) meldet für das Jahr 2016 überdurchschnittlich erfolgreiche Geschäftszahlen in Bezug auf Umsatz und Jahresüberschuss.

mehr ...

Immobilien

Immobilien in Hamburg werden teurer

Immobilien- und Grundstückspreise in Hamburg sind im vergangenen Jahr kräftig gestiegen. Wie die Bausparkasse LBS am Dienstag mitteilte, müssen Käufer vor allem in Zentrumsnähe tiefer in die Tasche greifen als noch im Vorjahr.

mehr ...

Investmentfonds

Schlumberger geht zu StarCapital

Der Vermögensverwalter StarCapital AG bekommt zum 1. April 2017 prominenten Zuwachs im Vorstand, der künftig aus fünf Personen besteht. 

mehr ...

Berater

Insolvenzverwalter der Infinus-Mutter geht leer aus

Eine Ordensgemeinschaft ist nicht verpflichtet, ein von der Infinus-Mutter Future Business KGaA zurückgezahltes Nachrangdarlehen an den Insolvenzverwalter der Unternehmensgruppe auszuschütten. Dies entschied das Landgericht Düsseldorf in einem aktuellen Urteil.

mehr ...

Sachwertanlagen

Lloyd Fonds beendet weiteren Hotelfonds mit Erfolg

Die Lloyd Fonds Gruppe aus Hamburg hat eine weitere Fonds-Hotelimmobilie inklusive der Einzelhandelsflächen an die Hotelgruppe „Motel One“ verkauft. Für das von Motel One betriebene Hotel in Leipzig wurde ein Kaufpreisfaktor von 22,2 bezogen auf die Jahresnettomiete erzielt, teilt Lloyd Fonds mit.

mehr ...

Recht

BU versus AU: Abgrenzung der Leistungsversprechen

Die Arbeitsunfähigkeitskomponente im Rahmen einer Berufsunfähigkeitspolice kann bei unbedarften Versicherungsnehmern zu Verwirrung führen, auch wenn AU und BU zwei gänzlich unterschiedliche Leistungsversprechen beinhalten.

mehr ...