Anzeige
6. April 2016, 13:05
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Lebensversicherer mit Ertragsrückgängen in 2015

Die deutsche Versicherungswirtschaft konnte ihre Beitragseinnahmen im vergangenen Jahr geringfügig um 0,6 Prozent steigern, in der Lebensversicherung stand hingegen ein Minus von 1,1 Prozent zu Buche. Einen deutlichen Zuwachs verzeichneten die Lebensversicherer im Neugeschäft mit Verträgen ohne Garantiezins.

Lebensversicherer mit Beitragsminus in 2015

“Zufriedenstellendes Geschäftsjahr 2015 für Versicherer” – GDV-Präsident Alexander Erdland erläutert die Branchenzahlen des vergangenen Jahres.

Der Anteil herkömmlicher Verträge mit Garantiezins in der Lebensversicherung sei zwischen 2013 bis 2015 von 72 Prozent auf 59 Prozent gesunken, erklärte Dr. Alexander Erdland, Präsident des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), am Mittwoch in Berlin.

Erdland: “Die deutsche LV, das ist Fakt, lebt”

Im Gegenzug führt die Abkehr großer Versicherer von der klassischen Lebens- und Rentenversicherung zu einer deutlichen Absatzsteigerung bei neuartigen Verträge ohne Garantiezins. So ist der Anteil fondsgebundener und nicht fondsgebundener Verträge mit neuartigen Garantien von 24 auf 37 Prozent gestiegen (siehe Grafik). Hier garantiert der Versicherer etwa den Erhalt der eingezahlten Beiträge nach 25 Jahren, dafür winkt dem Kunden während der Laufzeit die Chance auf höhere Überschüsse. Die restlichen vier Prozent des Absatzes entfallen auf fondsgebundene Versicherungen, bei denen die Garantie erst in der Rentenphase greift.

 

Lebensversicherer mit Beitragsminus in 2015

Rasanter Zuwachs: Der Anteil fondsgebundener und nicht fondsgebundener Verträge mit neuartigen Garantien ist binnen zwei Jahre von 24 auf 37 Prozent gestiegen. Quelle: GDV

“Die deutsche LV, das ist Fakt, lebt”, sagte Erdland und wehrte sich damit gegen den seit Jahren erklingenden Abgesang auf die Branche. Die klassische Lebensversicherung verliert aufgrund des Niedrigzinsumfeldes zunehmend an Attraktivität bei den Kunden, zudem leidet die Versicherungsbranche darunter. Die niedrigen Zinsen drücken auf die Renditen der Verträge und machen es den Unternehmen schwerer, die Zinsgarantien für ihre Kunden bei der Neuanlage der Gelder am Finanzmarkt zu erwirtschaften.

Insgesamt mussten die Lebensversicherer beim Neugeschäft einen Rückgang hinnehmen. Der Absatz neuer Verträge gegen laufenden Beitrag sank um 3,2 Prozent auf 5,3 Milliarden Euro. Auch die Beitragseinnahmen der Lebensversicherer sind im vergangenen Jahr zurückgegangen (siehe zweite Grafik). Sie sanken im Vergleich zum Rekordjahr 2014 um 1,1 Prozent auf 92,7 Milliarden Euro, berichtete Erdland. Der GDV-Präsident sprach von einer wachsenden Verunsicherung der Kunden durch die Niedrigzinspolitik.

Lebensversicherer mit Beitragsminus in 2015

Unterm Strich kann die Versicherungsbranche ein stabiles Ergebnis erzielen. Quelle: GDV

Im Hinblick auf die gesamte Branche sprach Erdland von einem “zufriedenstellenden Geschäftsjahr 2015”. So habe die deutsche Versicherungswirtschaft im vergangenen Jahr trotz des Niedrigzinsumfeldes ein “respektables Gesamtergebnis” verbucht. Die Beitragseinnahmen kletterten über alle Sparten hinweg um 0,6 Prozent auf 193,8 Milliarden Euro. (dpa-Afx, lk)

Foto: GDV

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 4/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Tech-Aktien – Fondspolicen – Baufinanzierung – Frauen in der Finanzberatung

Ab dem 16. März im Handel.

Cash. 3/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Pflegevorsorge - Small Caps - Zinshäuser - Digitalisierung - Honorarberatung - Leadsgewinnung - Nachfolge-Planung

Versicherungen

Generali: Alternativen zur Klassik legen zu

Die Generali in Deutschland konnte ihr operatives Ergebnis im Geschäftsjahr 2016 auf 847 Millionen Euro erhöhen, ein Plus von sieben Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Gesamtkosten sanken um 117 Millionen Euro auf 1,3 Milliarden Euro.

mehr ...

Immobilien

WIKR: Präzisierungen bei Immobilienkrediten

Die umstrittenen strengen Vorgaben für die Vergabe von Immobilienkrediten werden nachgebessert. Der Bundestag beschloss am Donnerstag Präzisierungen zu der seit einem Jahr geltenden “Wohnimmobilienkreditrichtlinie”.

mehr ...

Investmentfonds

Brexit: JP Morgan prüft Dublin als neuen Standort

Der kommende EU-Austritt Großbritanniens zwingt in London angesiedelte Banken zur Suche nach neuen Domizilen. So erwägt auch die US-Investmentbank JP Morgan eine Verlagerung von Arbeitsplätzen und verhandelt derzeit laut Informationen der Nachrichtenagentur Bloomberg vom Donnerstag über den Kauf eines Bürogebäudes in Dublin.

mehr ...

Berater

“Als ich anfing, war es geradezu exotisch, sich mit Frauen zu beschäftigen”

Heide Härtel-Herrmann ist seit über 30 Jahren als Beraterin tätig. Mit Cash. hat sie über ihren Werdegang, Frauen in der Finanz- und Versicherungsbranche und die Bedürfnisse weiblicher und männlicher Kunden gesprochen.

mehr ...

Sachwertanlagen

S&K-Gründer mit Strafen am unteren Rand auf freiem Fuß

Der Betrugsprozess um das Immobilienunternehmen S&K hat sich in Teilen als undurchführbar erwiesen. Nach einem Deal mit der Justiz kommen die Gründer mit Strafen am unteren Rand davon.

mehr ...

Recht

BGH stärkt prozessualen Rechtsschutz von Versicherungsnehmern

Klagt ein Versicherungsnehmer gegen einen Versicherer mit Sitz im Ausland, gilt die für den Versicherungsnehmer vorteilhafte Regelung des Gerichtsstandes in dessen Bezirk – auch wenn es sich um Ansprüche aus “Altverträgen” handelt, die vor Inkrafttreten des reformierten VVG geschlossen wurden.

mehr ...